"Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit"
ein Gesprächsabend zum Sozialwort der Kirchen
1 Hinführung
1.1 Impulsfrage
Was siehst Du als Hauptprobleme an in unserer Welt, in der wir
heute leben?
1.2 Kirchen melden sich zu Wort
1.2.1 auf katholischer Seite
vgl. bes. die Sozial-Enzykliken (Rerum novarum
)
1.2.2 auf evangelischer Seite
Denkschriften
1.2.3 durch das Handeln
1.2.4 manchmal gemeinsam: Organtransplantation (1990), Sterben
(1996), Medien (1997)
1.2.5 so auch in unserem "Wort"
1.2.5.1 Entstehung in einem "Konsultationsprozeß"
1.2.5.1.1 Erarbeitung eines Diskussionspapiers
1.2.5.1.2 November 1994 Veröffentlichung des Diskussionspapiers
(400.000 Exemplare, auch außerhalb der Kirchen)
1.2.5.1.3 Stellungnahmen (2500 mit 25.000 Seiten)
1.2.5.1.4 Redaktionsgruppe
1.2.5.1.5 Verabschiedung durch den Rat der EKD und die Dt. Bischofskonferenz
1.2.5.2 Bedeutung dieses Vorgehens
1.2.5.2.1 Themenschwerpunkte wurden deutlich
1.2.5.2.1.1 Massenarbeitslosigkeit
1.2.5.2.1.2 soziale Sicherung
1.2.5.2.1.3 die Lage der Schwächeren
1.2.5.2.1.4 Familien, Frauen, Kinder, Jugendliche
1.2.5.2.1.5 innere Einheit Deutschlands
1.2.5.2.2 die Methode zeigte ihre Stärken
1.2.5.2.2.1 inhaltliche Bereicherung
1.2.5.2.2.2 soziales Lernen
1.2.5.2.2.3 Stärkung des gesellschaftlichen Grundkonsens
1.2.5.2.2.4 praktische Veränderungen bereits im Prozeß
1.2.5.2.2.5 die Kirchen lernen dabei
2 Hauptteil
2.1 inhaltliche Gliederung des Wortes
2.1.1 Vorwort - Hinführung (Zusammenfassung) - "der
Konsultationsprozeß"
2.1.2 Problemanalyse - Grundentscheidungen - Folgerungen - Konkretionen
2.1.2.1 "Gesellschaft im Umbruch" - "Perspektiven
und Impulse aus dem christlichen Glauben" - "Grundkonsens
einer zukunftsfähigen Gesellschaft" - "Ziele und
Wege"/"Aufgaben der Kirchen"
2.2 was im Wort gesagt wird
2.2.1 "Gesellschaft im Umbruch" - Problemanalyse
2.2.1.1 Lang anhaltende Massenarbeitslosigkeit
2.2.1.1.1 Nachfrage nach Erwerbsarbeit gestiegen - erheblicher
Abbau von Arbeitsplätzen
2.2.1.1.2 Verlagerung der Produktion ins Ausland - Rückgang
ausländischer Direktinvestitionen in Deutschland
2.2.1.1.3 Bedarf an gering qualifizierten Arbeitsplätzen
sinkt
2.2.1.2 Krise des Sozialstaates
2.2.1.2.1 Armut in der Wohlstansgesellschaft
2.2.1.2.1.1 in den letzten 20 Jahren wuchs mit dem Reichtum auch
die Armut
2.2.1.2.1.2 Verlust der eigenen Wohnung schlimmste Auswikrung
2.2.1.2.1.3 pro 4 Sozialhilfebezieher nochmals 3 verdeckt arme
Menschen (Dt. Caritasverband)
2.2.1.2.2 strukturelle Benachteiligung der Familien
2.2.1.2.3 finanzielle Belastungen des sozialen Sicherungssystems
2.2.1.2.3.1 versicherungsfremde Leistungen: Finanzierung der dt.
Einheit, Frühverrentung
2.2.1.2.3.2 Gründe für den Anstieg der Sozialhilfeausgaben:
Massenarbeitslosigkeit, Kürzungen bei den Sozialversicherungsleistungen,
unzureichende Familienförderung, Asylbewerber und Zuwanderer
2.2.1.3 Ökologische Krise
2.2.1.4 Europäischer Integrationsprozeß
2.2.1.5 Globale Herausforderungen
2.2.2 "Perspektiven und Impulse aus dem christlichen Glauben"/"Grundkonsens
einer zukunftsfähigen Gesellschaft" -
Grundentscheidungen/Folgerungen
2.2.2.1 der Mensch
2.2.2.1.1 christliches Menschenbild: Freiheit und Verantwortung,
Solidarität und soziale Verpflichtung
2.2.2.2 christliche Aufgabe Weltgestaltung
2.2.2.2.1 Mensch als Bild Gottes
2.2.2.2.2 Gebrochenheit der ursprünglichen Schöpfungsordnung
2.2.2.2.3 Anbruch der neuen Schöpfung durch Kreuz und Auferstehung
Jesu Christi
2.2.2.2.4 Hoffnung auf die neue Schöpfung
2.2.2.2.5 Fähigkeit zur verantwortlichen Gestaltung der Welt
2.2.2.2.6 Exodus-Erfahrung: Erfahrung des Erbarmens und der Treue
Gottes, Botschaft vom Reich Gottes: Jesus der Mensch für
andere
2.2.2.2.7 Kirche hat einen öffentlichen Auftrag
2.2.2.3 grundlegende ethische Perspektiven
2.2.2.3.1 Doppelgebot der Liebe
2.2.2.3.2 vorrangige Option für die Armen, Schwachen und
Benachteiligten
2.2.2.3.3 Stichwort Gerechtigkeit
2.2.2.3.4 Solidarität und Subsidiarität
2.2.2.3.4.1 kein "paternalistischer Wohlfahrtsstaat"
- aber auch kein Abwälzen von Lasten auf solche kleinere
Einheiten, die diese Lasten nicht tragen können
2.2.2.3.5 Nachhaltigkeit: vor allem Verantwortung für die
Schöpfung
2.2.2.4 Grundkonsens
2.2.2.4.1 ein Grundkonsens ist gerade auch für die Marktwirtschaft
entscheidend wichtig: Menschenrechte, Rechtsordnung
2.2.2.5 Folgerungen
2.2.2.5.1 Menschenrechte
2.2.2.5.1.1 individuelle Freiheitsrechte (z. B. Religionsfreiheit)
2.2.2.5.1.2 politische Mitwirkungsrechte (z. B. Pressefreiheit)
2.2.2.5.1.3 wirtschaftlich-soziale und kulturelle Grundrechte
(z. B. Recht auf Arbeit)
2.2.2.5.1.4 Grundsatz
(133)
Die Einrichtungen des Sozialstaates, die soziale
Sicherung und das öffentliche Bildungs-, Gesundheits- und
Sozialwesen haben sich daher zu einem konstitutiven Element der
westlichen Gesellschaftsordnung entwickelt. Ihnen wird ein eigenständiger
moralischer Wert zugesprochen, da sie das solidarische Eintreten
für sozial gerechte Teilhabe aller an den Lebensmöglichkeiten
verkörpern. Der Sozialstaat darf deshalb nicht als ein nachgeordnetes
und je nach Zweckmäßigkeit beliebig zu "verschlankendes"
Anhängsel der Marktwirtschaft betrachtet werden. Er hat vielmehr
einen eigenständigen moralischen Wert und verkörpert
Ansprüche der verantwortlichen Gesellschaft und ihrer zu
gemeinsamer Solidarität bereiten Bürgerinnen und Bürger
an die Gestaltung des ökonomischen Systems.
2.2.2.5.2 freiheitlich-soziale Demokratie
2.2.2.5.3 ökologisch-soziale Marktwirtschaft
(145) Es ist
kein Wirtschaftssystem in Sicht, das die komplexe
Aufgabe, die Menschen materiell zu versorgen und sie sozial abzusichern,
ebenso effizient organisieren könnte wie die Soziale Marktwirtschaft.
2.2.2.5.3.1 ! Ja zur Marktwirtschaft - der Neoliberalismus traut
ihm aber zuviel zu (1979 Margret Thatcher, seit 1982 Regierung
Kohl)
2.2.2.5.4 Menschenrecht auf Arbeit und neues Arbeitsverständnis
2.2.2.5.4.1 menschliche Arbeit ist nicht notwendig Erwerbsarbeit!
2.2.2.5.4.2 kinder- und familienfreundlichere Gestaltung der Arbeitswelt
2.2.2.5.4.3 Zitat
(155)
Es geht einerseits um eine stärkere politische
und soziale Anerkennung der Tätigkeiten außerhalb der
Erwerbsarbeit als einem unersetzlichen Beitrag für die Gesellschaft.
Und es geht andererseits um eine Hilfe beim Tragen der Lasten,
welche Menschen unter den gegenwärtigen Bedingungen mit der
Übernahme familialer Verantwortung auf sich nehmen.
2.2.2.5.5 Solidarität
2.2.2.5.5.1 es gibt sie noch: Familien, Verwandte, Kirchen, Gewerkschaften,
Vereine, Nachbarschaft
2.2.2.5.5.2 Individualisierung muß nicht gleich Entsolidarisierung
bedeuten: freiwillige Einbindung
2.2.2.5.6 internationale Verantwortung
2.2.2.5.6.1 Zitat
(164)
Erforderlich ist jedoch eine bessere gegenseitige
Abstimmung nationaler Sozialpolitiken und die Schaffung von Mindeststandards
im Bereich des Sozial- und Arbeitsrechts. Hierzu bedarf es auch
einer stärkeren Repräsentanz von Gewerkschaften und
Sozial- und Wohlfahrtsverbänden auf europäischer Ebene.
2.2.3 "Ziele und Wege"/"Aufgaben der Kirchen"
- Konkretionen
2.2.3.1 Arbeitslosigkeit abbauen
2.2.3.1.1 Reform des Steuer- und Abgabensystems: Belastungen vermindern,
arbeitsplatzfördernd, sozial gerechter
2.2.3.1.2 Verbesserung des Ausbildungssystems
2.2.3.1.3 neue Kultur der Selbständigkeit
2.2.3.1.4 Erwerbsarbeit teilen
2.2.3.1.5 partnerschaftliche Unternehmensverfassungen und partizipative
Betriebsführung
2.2.3.1.6 öffentlich geförderte Arbeit: Arbeit statt
Arbeitslosigkeit finanzieren
2.2.3.1.7 Dominanz der Erwerbsarbeit überwinden
2.2.3.2 den Sozialstaat reformieren
2.2.3.2.1 Familienlastenausgleich
2.2.3.2.2 Wohnungspolitik
2.2.3.2.3 Wiederherstellung des Vertrauens in die Rentenversicherung
2.2.3.2.4 wichtigster Punkt: Anteil der Beitragszahler erhöhen
2.2.3.2.5 Zitat
(190)
Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, sondern die hohe
Arbeitslosigkeit. Der Sozialstaat und die sozialstaatlichen Leistungen
sind nicht die Ursache für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit.
Es kann deshalb auch nicht davon ausgegangen werden, daß
die Arbeitslosigkeit sinkt, wenn die sozialstaatlichen Leistungen
eingeschränkt werden.
2.2.3.2.6 Steuergerechtigkeit, -hinterziehung, Subventions-Erschleichung,
Korruption
2.2.3.2.7 Solidarität stärken!
2.2.3.2.7.1 Familien!
2.2.3.2.7.1.1 Familienorientierung der Arbeitswelt
2.2.3.2.7.1.2 qualifizierte Teilzeitarbeitsplätze
2.2.3.2.7.1.3 Kindertageseinrichtungen
2.2.3.2.7.1.4 gesellschaftliche Anerkennung der Familientätigkeit
2.2.3.2.7.1.5 Erziehung: Rentenanspruch
2.2.3.2.7.1.6 Alleinerziehende
2.2.3.2.7.1.7 Ausländerfamilien
2.2.3.2.7.1.8 kinderlose Steuerzahler nicht besserstellen
2.2.3.2.7.1.9 verläßliche Leistungen für Familien
2.2.3.2.7.2 Frauen
2.2.3.2.7.3 Jugendliche
2.2.3.2.7.4 Einheit Deutschlands
2.2.3.2.7.4.1 ! Soli nicht streichen!
2.2.3.2.7.5 gerechtere Vermögensverteilung
2.2.3.2.7.5.1 Zitat
(215) Privateigentum und damit Privatvermögen sind konstitutive
Elemente der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung der Bundesrepublik
Deutschland und dienen der eigenen Daseinsvorsorge ebenso wie
der gesamtwirtschaftlichen Kapitalbildung. Die Vermögenserträge
ergänzen die Einkommen aus Arbeit. Vermögen und Vermögenserträge
ermöglichen zugleich eine ergänzende Altersvorsorge
und Vorsorge für Notfälle.
(216) Die Kirchen setzen sich deshalb seit langem für eine
gerechtere und gleichmäßigere Verteilung des Eigentums
und nicht zuletzt für eine verstärkte Beteiligung der
Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer am Produktivvermögen ein.
[Es] nimmt die Konzentration der Vermögen auf die
einkommens- und vermögensstarken Schichten zu, der Abstand
zwischen den reichen Haushalten auf der einen Seite und den Haushalten,
die über ein bescheidenes oder gar kein Vermögen verfügen,
auf der anderen Seite wird größer.
2.2.3.2.7.5.2 ! Luxussteuern
2.2.3.2.7.5.3 Reichtum muß zum Thema werden!
2.2.3.2.7.5.4 Förderung einer neuen Sozialkultur
2.2.3.2.7.5.4.1 Anerkennung von ehrenamtlichen Tätigkeiten
2.2.3.2.7.5.4.2 Schutz des Sonntags
2.2.3.3 ökologischer Strukturwandel
2.2.3.3.1 Energiepolitik - Landwirtschaft - Verkehr - Lebensstil
2.2.3.4 europäische Einigung vertiefen
2.2.3.4.1 weg vom Prinzip der Einstimmigkeit
2.2.3.4.2 gemeinsame Sozialpolitik
2.2.3.4.3 Euro - ja
2.2.3.4.4 europäische Identität
2.2.3.5 Verantwortung in der Einen Welt
2.2.3.5.1 Schuldenkrise
2.2.3.5.2 internationales Sozialrecht
2.2.3.5.3 nationale Entscheidungen immer auch im Blick auf die
Eine Welt
2.2.3.5.4 ! 30 Milliarden $ p. a. würden laut UNO genügen,
die Grundbedürfnisse der armen Länder zu sichern = ½
Promille der Börsenumsätze
2.2.3.6 wirtschaftliches Handeln der Kirchen
2.2.3.6.1 Teilen von Arbeit
2.2.3.6.2 Verantwortung für die Schöpfung
2.2.3.7 Verkündigung und Handeln
2.2.3.7.1 Diakonie
2.2.3.7.2 konziliarer Prozeß
2.2.3.7.3 Verkündigung des Wortes Gottes steht im Mittelpunkt!
2.2.3.7.3.1 Wahrnehmungsfähigkeit stärken
2.2.3.7.3.2 Bildung und Erziehung
2.2.3.7.3.3 Gottesdienst
2.2.3.7.3.4 Kirchen als Orte der Orientierung - Wahrheit - Umkehr
- Solidarität - Freiheit - Hoffnung
3 Zusammenfassung/Ausblick
3.1 Vademecum (vgl. den Titel des Wortes)
3.1.1 "Kultur des Erbarmens" (Solidarität)
3.1.2 Nachhaltigkeit (Zukunft)
3.1.3 Gerechtigkeit
3.2 die Thesen der "Hinführung"
3.2.1 Arbeitsblatt
3.3 Was geht's mich an?