Gottesdienst


in Gönningen
am 1.6.97 (1. SnT)
um 9.30 Uhr
Predigt zu Lk 16,19-31 in Verbindung mit dem "Sozialwort" der Kirchen

Glocken

Vorspiel

Votum - einfaches Amen


Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus
und die Liebe Gottes
und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes
sei mit euch allen!

gesungenes Amen.

Begrüßung


Liebe Gemeinde,
waren Sie heute schon barmherzig?
Das Sozialwort der Kirchen,
das seit einigen Wochen diskutiert wird,
ruft dazu auf:
von einer "Kultur des Erbarmens" wird da gesprochen.
Auch wir tragen dazu bei,
wenn wir uns Sonntag für Sonntag an den barmherzigen Gott erinnern.
Hoffentlich macht uns das unsrerseits barmherzig.
"Herr Jesu Christ, dich zu uns wend,
dein Heilgen Geist du zu uns send" -
das braucht's dazu -
und das singen wir jetzt miteinander.

Eingangslied EG 155,1-4 "Herr Jesu Christ, dich zu uns wend"

Psalm 34 = EG 718

"Ehr sei dem Vater"

Gebet


Leben ist Liebe, Gott.
Aus der Liebe meiner Eltern zueinander wurden ich geboren,
aus deiner Liebe zu mir kam ich zur Welt.
In deiner Liebe leben wir.
Du, Gott, bist die Liebe.
Leben ist Erbarmen, Gott.
Ich brauche die Barmherzigkeit anderer Menschen,
in deiner Barmherzigkeit gründet mein Leben.
Aus deinem Erbarmen leben wir.
Du, Gott, bist Barmherzigkeit.
Mißklänge mischen sich in unser Loblied, Gott.
Als Geliebte lieben wir weniger, als daß wir uns anderer erbarmen,
es geht uns dein guter Geist aus
und die Kraft, deine Barmherzigkeit zu leben.
Nimm das nicht hin, Gott.
Nimm uns dir zur Brust -
und lehre uns Liebe und Barmherzigkeit.
Du, Gott, bist die Liebe.
Du, Gott, bist Barmherzigkeit.
Amen.
In eigenen Worten bitten wir Gott um Kraft und Geist.

Stilles Gebet

Abschlußvotum:


Preist mit mir den Herrn,
und laßt uns miteinander seinen Namen erhöhen!
Amen.

Schriftlesung (1. Joh 4,10-21; vgl. Epistel)

Präfamen


Liebe und Erbarmen sind Worte,
die in der Bibel sozusagen mit Leuchtstift hervorgehoben sind.
Sie beschreiben,
wie Gott mit uns Menschen umgeht.
Das schlägt durch auf uns Menschen -
und unsere Beziehung zu anderen Menschen.
Wir hören einen Abschnitt aus dem 1. Johannes-Brief, Kapitel 4.

Text


4:7 Ihr Lieben, laßt uns einander lieb haben; denn die Liebe ist von Gott, und wer liebt, der ist von Gott geboren und kennt Gott.
4:8 Wer nicht liebt, der kennt Gott nicht; denn Gott ist die Liebe.
4:9 Darin ist erschienen die Liebe Gottes unter uns, daß Gott seinen eingebornen Sohn gesandt hat in die Welt, damit wir durch ihn leben sollen.
4:10 Darin besteht die Liebe: nicht, daß wir Gott geliebt haben, sondern daß er uns geliebt hat und gesandt seinen Sohn zur Versöhnung für unsre Sünden.
4:11 Ihr Lieben, hat uns Gott so geliebt, so sollen wir uns auch untereinander lieben.
4:12 Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen.
4:13 Daran erkennen wir, daß wir in ihm bleiben und er in uns, daß er uns von seinem Geist gegeben hat.
4:14 Und wir haben gesehen und bezeugen, daß der Vater den Sohn gesandt hat als Heiland der Welt.
4:15 Wer nun bekennt, daß Jesus Gottes Sohn ist, in dem bleibt Gott und er in Gott.
4:16 Und wir haben erkannt und geglaubt die Liebe, die Gott zu uns hat. Gott ist die Liebe; und wer in der Liebe bleibt, der bleibt in Gott und Gott in ihm.
4:17 Darin ist die Liebe bei uns vollkommen, daß wir Zuversicht haben am Tag des Gerichts; denn wie er ist, so sind auch wir in dieser Welt. Furcht ist nicht in der Liebe,
4:18 sondern die vollkommene Liebe treibt die Furcht aus; denn die Furcht rechnet mit Strafe. Wer sich aber fürchtet, der ist nicht vollkommen in der Liebe.
4:19 Laßt uns lieben, denn er hat uns zuerst geliebt.
4:20 Wenn jemand spricht: Ich liebe Gott, und haßt seinen Bruder, der ist ein Lügner. Denn wer seinen Bruder nicht liebt, den er sieht, wie kann er Gott lieben, den er nicht sieht?
4:21 Und dies Gebot haben wir von ihm, daß, wer Gott liebt, daß der auch seinen Bruder liebe.

Hauptlied EG 124 "Nun bitten wir den heiligen Geist"

Predigt über Lk 16,19-31

Einleitung

Hinführung


Liebe Gemeinde,
darf ich mal indiskret werden und Sie was fragen:
Sind Sie eigentlich reich?
Oder wohlhabend?
Besserverdienend?
Oder doch arm?
Minderbemittelt?
Nein,
so fragt man nicht -
über Geld spricht man nicht,
man hat es -
oder auch nicht.
Und schließlich kann man das so einfach ja gar nicht sagen,
reich, arm -
das ist doch - wie so vieles - realtiv:
natürlich kennen wir das stille Entsetzen,
wenn wir es auf der Wilhelmstraße oder im Fernsehsessel mit den wirklich Armen zu tun bekommen:
der Obdachlose,
das hungrige Kind in Ruanda,
die Bewohner einer Hütte irgendwo am Rande einer südamerikanischen Großstadt.
Doch schnell wird man aus der Erkenntnis,
wie reich man doch da im Vergleich ist,
herausgerissen,
wenn man von den Millionen eines Bill Gates,
Michael Schumacher
oder Michael Jackson hört.
Wir leben irgendwo dazwischen.
Als Christinnen und Christen haben wir darüber hinaus noch ein weiteres Problem:
wir wissen, daß die Reichen in der Bibel nicht so besonders gut weg kommen.
Ein Beispiel dafür hören wir auch heute in unserem Predigttext "Vom reichen Mann und armen Lazarus".
Der Reiche hat auch hier ganz schlechte Karten -
zumindest, wenn es um seine Ewigkeit, sein Seelenheil geht.
Doch hören Sie selbst!
Aus Lukas 16:

Text


16:19 Es war aber ein reicher Mann, der kleidete sich in Purpur und kostbares Leinen und lebte alle Tage herrlich und in Freuden.
16:20 Es war aber ein Armer mit Namen Lazarus, der lag vor seiner Tür voll von Geschwüren
16:21 und begehrte, sich zu sättigen mit dem, was von des Reichen Tisch fiel; dazu kamen auch die Hunde und leckten seine Geschwüre.
16:22 Es begab sich aber, daß der Arme starb, und er wurde von den Engeln getragen in Abrahams Schoß. Der Reiche aber starb auch und wurde begraben.
16:23 Als er nun in der Hölle war, hob er seine Augen auf in seiner Qual und sah Abraham von ferne und Lazarus in seinem Schoß.
16:24 Und er rief: Vater Abraham, erbarme dich meiner und sende Lazarus, damit er die Spitze seines Fingers ins Wasser tauche und mir die Zunge kühle; denn ich leide Pein in diesen Flammen.
16:25 Abraham aber sprach: Gedenke, Sohn, daß du dein Gutes empfangen hast in deinem Leben, Lazarus dagegen hat Böses empfangen; nun wird er hier getröstet, und du wirst gepeinigt.
16:26 Und überdies besteht zwischen uns und euch eine große Kluft, daß niemand, der von hier zu euch hinüber will, dorthin kommen kann und auch niemand von dort zu uns herüber.
16:27 Da sprach er: So bitte ich dich, Vater, daß du ihn sendest in meines Vaters Haus;
16:28 denn ich habe noch fünf Brüder, die soll er warnen, damit sie nicht auch kommen an diesen Ort der Qual.
16:29 Abraham sprach: Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören.
16:30 Er aber sprach: Nein, Vater Abraham, sondern wenn einer von den Toten zu ihnen ginge, so würden sie Buße tun.
16:31 Er sprach zu ihm: Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde.

Überblick

Hauptteil


Liebe Gemeinde,
es ist schon wieder etwas ruhiger geworden um das Sozialwort,
das die katholische und evangelische Kirche herausgegeben haben.
"Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit" ist dieses Wort überschrieben,
das Ende Februar veröffentlicht wurde.
Diese Denkschrift und unser Bibeltext lassen sich miteinander lesen;
sie sind verbunden durch die Frage nach Armut und Reichtum,
durch die Frage nach dem Erbarmen,
das Menschen einander gewähren - oder vorenthalten.

Teil 1 "Kultur des Erbarmens"


Ich lese Ihnen einmal einen Satz aus dieser Schrift vor:
"Der individuelle Eigennutz, ein entscheidendes Strukturelement der Marktwirtschaft, kann verkommen zum zerstörerischen Egoismus. Die offenkundigste Folge sind Bestechung, Steuerhinterziehung oder der Mißbrauch von Subventionen und Sozialleistungen. Es ist eine kulturelle Aufgabe, dem Eigennutz eine gemeinwohlverträgliche Gestalt zu geben.
Die Kirchen haben in der biblischen und christlichen Tradition einen reichen Schatz, der wie in der Vergangenheit so auch in der Zukunft kulturprägend wirksam gemacht werden kann. Sie stehen für eine Kultur des Erbarmens."
Liebe Gemeinde,
das ist im Grunde genau der Kern unserer Geschichte vom reichen Mann und armen Lazarus.
Hier wie dort wird vorausgesetzt
- wie in der ganzen Bibel -,
daß es nichts verwerfliches ist,
wohlhabend zu sein,
etwas zu haben,
Glück zu haben
und es zu etwas zu bringen.
In der Bibel hat man das ganz unbefangen als Segen Gottes betrachtet,
hat Gott dafür gedankt
und sich darüber gefreut.
Denken wir nur an einen Hiob,
der 7000 Schafe hatte,
dreitausend Kamele,
fünfhundert Joch Rinder,
fünfhundert Eselinnen
und jede Menge Angestellte.
Und er war fromm und rechtschaffen,
gottesfürchtig und mied das Böse.
Offensichtlich geht das beides zusammen -
zumindest früher.
Und zugleich wissen wir natürlich von Sprüchen wie dem,
daß das Kamel eher durch ein Nadelöhr geht,
als daß ein Reicher ins Reich Gottes kommt.
Beides gehört zusammen -
und beides kommt zusammen,
wenn das Erbarmen dazu kommt.
Wer sich anderer erbarmt,
der ist nicht reich,
der ist wohl-habend.
Der hat wohl,
der hat es in rechter Weise.
Das ist es,
was diesen Mann in der Geschichte,
die Jesus erzählt,
so verdammungswüdrig macht:
daß ihm alle "Kultur des Erbarmens" abhanden gekommen ist.
Nicht der Hugo-Boss-Anzug ist das Unrecht des Reichen -
daß da einer liegt, dem mit Abfall schon gedient wäre,
das ist der Skandal.
Ein Halbes Promille Steuer auf den jährlichen Börsenumsatz würde für die Grundsicherung der ärmsten Länder genügen,
hat die UNO ausgerechnet.
Auch heute haben wir zuviele Reiche,
zu viele Arme
und zu wenig Wohl-Habende.
"Nicht nur Armut, auch Reichtum muß ein Thema der politischen Debatte sein." -
so heißt es im Sozialwort.
Wir sprechen heute viel darüber,
daß der Sozialstaat zu viel koste,
daß es zuviele vom Schlage eines Lazarus gebe,
daß man den Sozialstaat verschlanken müße;
zu wenig noch wird über den Reichtum gesprochen,
der sich allerorten ansammelt -
und der sich mittlerweile nicht einmal mehr durch Vermögenssteuern bedroht sieht.
"Umverteilung ist gegenwärtig häufig Umverteilung des Mangels, weil der Überfluß auf der anderen Seite geschont wird." -
so "links" können deutsche Bischöfe sein,
man glaubt es kaum;
doch sie haben offensichtlich von Lazarus gelesen.
Dieser Lazarus leidet an drei Übeln:
er hat Geschwüre,
er wartet vergebens auf die ihm zustehenden Almosen,
die Hunde lecken seine Wunden.
Anders gesagt:
seine Krankenversorgung war höchst unzureichend,
seine Sozialhilfe ging gegen Null,
und die Politiker machten auch noch Stimmung gegen Leute wie ihn.
Mit Ihrem Opfer in diesem Gottesdienst können Sie heute die AIDS-Hilfe Tübingen unterstützen.
Immer mehr AIDS-Kranken geht es gerade wie unserem Lazarus.
Wenn Sie wohl-habend sind,
haben Sie nachher am Ausgang die Möglichkeit ein bißchen Erbarmen zu üben.

Teil 2: Mir ist Erbarmung widerfahren


Liebe Gemeinde,
"Mir ist Erbarmung widerfahren,
Erbarmung, deren ich nicht wert,
das zähl ich zu dem Wunderbaren,
mein stolzes Herz hat's nie begehrt" -
so singen wir es mit dem Pietisten Philipp Friecdrich Hiller in unseren Gottesdiensten.
Man kann eine "Kultur des Erbarmens" eigentlich nicht fordern;
sie muß wachsen aus dem Erleben,
daß man selbst Erbarmen nötig hatte,
daß einem Barmherzigkeit widerfahren ist.
Wenn einer meint, er hätte alles selbst geleistet,
und vergißt, daß er Begabungen geschenkt bekommen hat,
daß andere ihn unterstütz haben, es zu etwas zu bringen;
wenn ein Volk - womöglich mit Sprechrichtung Osten - meint, es hätte viel geleistet
und die Abermillionen Aufbauhilfen eines Marshall-Planes geflißentlich verschweigt -
solche Menschen werden bestenfalls reich,
sie werden nie wohlhabend
und die Kluft und die Verteilungskämpfe und der Eigennutz wird dunkle Blüten treiben.
Liebe Gemeinde,
wir alle, als Gemeinde, als Volk,
wir leben aus Geschichte wie der heraus,
daß da ein Volk aus der Knechtschaft in ein verheißenes Land geführt wurde,
daß da ein Gott sich auf die Erde bequemte, damit wir erlöst würden;
wir leben von diesen Geschichten,
die uns daran erinnern,
daß Gott sich unser erbarmte.
Hören wir nochmals auf das Sozialwort:
"Das Volk Gottes lebt aus der Erinnerung an die Geschichte des Erbarmens Gottes; es erzählt immer wieder Geschichten des göttlichen Erbarmens und feiert es in seinen Festen."
Wir leben von dieser Erinnerung an das Erbarmen Gottes.
Und wenn einer selbst arm ist,
dann darf er sogar noch die Fortsetzung der Lazarus-Geschichte für sich hören:
daß dieser Arme,
demgegenüber Gesundheitssystem und Sozialstaat versagten,
daß dieser Arme getröstet mit Abraham im himmlischen Festsaat sitzt.
Gott läßt die Unbarmherzigkeit nicht durchgehen.
Er überläßt dem Egoismus nicht das Feld.
Er tröstet den Armen,
dem das Leben vorenthalten wurde
und schenkt Leben:
"und er lebte alle Tage herrlich und in Freuden" -
so könnte man es am Schluß über Lazarus sagen.

Teil 3 "Mose und die Propheten"


Liebe Gemeinde,
es ist eine ernste Geschichte,
die Geschichte von Lazarus.
Sie erzählt davon nicht nur davon,
daß Lazarus getröstet wirde,
sondern auch davon,
wie der Reiche in der Hölle schmort.
Doch es ist keine Geschichte, die sich hämisch an diesem ewigen Unglück labt.
Anders als Lazarus hat der Reiche keinen Namen.
Er hat sich keinen Namen gemacht vor Gott,
er hat sich seines Nachbarn Lazarus nicht erbarmt.
Er hat keinen Namen:
das heißt auch,
er ist hier als mahnendes Beispiel gemeint.
Die Geschichte will den Reichen die Augen öffnen,
sie will uns mahnen, wohl-habend zu sein
und nicht erbarmungslos.
Freilich,
viel Hoffnung strahlt die Geschichte nicht aus:
der Reiche bittet Abraham um einen himmlischen Botschafter an seine Brüder,
die genauso sind wie er.
Aber er tut das nicht,
damit es den Armen vor deren Türen besser ginge,
sondern nur, damit nicht auch noch sie sich ins Verderben stürzen.
Nein,
viel Hoffnung strahlt die Geschichte nicht aus:
ein einziger Ausweg wird angedeutet:
- ich habe es gerade schon genannt -
sich erinnern,
sich erinnern,
was "Mose und die Propheten" gesagt haben;
das soll heißen:
sich erinnern an das, was in der Bibel erzählt wird,
sich erinnern an die Geschichte des Erbarmens Gottes mit uns Menschen.
Dieses Erbarmen ist so langmütig und stark,
daß es sich offensichtlich nur durch eines zerstören läßt:
durch Unbarmherzigkeit,
durch versagtes Erbarmen.

Teil 4 Konkretionen


Liebe Gemeinde,
was hätte er tun sollen, der Reiche hinter der Tür des Lazarus?
Nun,
vor allem hätte er diese Türe nicht zuschließen,
sondern nach draußen blicken sollen.
Auch wenn es kein schöner Anblick war -
den Blick dauerhaft abwenden ist Sünde.
Er hätte auch nicht gleich aller Welt Not beseitigen müssen -
aber wenigstens das Elend dieses einen lindern.
Vielleicht hätte er seinen Namen erfahren:
Lazarus, "Gott-hilf" -
und er hätte da herausgehört,
daß Gott jetzt durch ihn helfen will.
Diesem einen Bettler -
auch auf die Gefahr hin,
ausgenutzt zu werden,
wie ich diese Woche im Pfarramt.
Sei's drum!
Wie Gott durch mich und dich helfen kann und will?
Ich habe daraufhin nochmal unser Sozialwort durchgesehen
und gelesen:
* "Nicht der Sozialstaat ist zu teuer, sondern die hohe Arbeitslosigkeit. Der Sozialstaat und die sozialstaatlichen Leistungen sind nicht die Ursache für die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit."
Also will ich nicht mitmachen
- oder zumindest nicht einstimmen -
wenn Sozialhilfeempfänger,
ausländische Familien
oder sonst als Sündenböcke herhalten müssen.
Ich weiß um Sozialbetrügereien -
doch da ist nicht zuerst an den Sozialhilfeempfänger,
sondern an den Subventionsbetrüger und den korrupten Staatsdiener zu denken!
* Man könnte über das Sozialwort hinausdenken -
und man könnte vom Reichen fordern zugunsten des Lazarus eine Luxussteuer zu entrichten auf seinen Purpur und seine kostbaren Leinen;
allemal besser als eine Mehrwertsteuer-Erhöhung,
die alle trifft.
*

Schluß


Liebe Gemeinde,
sind Sie reich, sind Sie arm -
das ist relativ.
Gemeinsam ist uns,
daß wir uns auf das Erbarmen,
auf die Barmherzigkeit Gottes berufen.
Wir leben,
weil sich Gott unser erbarmte -
und wir wollen von ihm die Kraft erbitten,
barmherzig zu sein,
und - im glücklichen Fall - wohl-habend zu sein.
Amen.

Orgelzwischenspiel

Lied nach der Predigt EG 412,1.2.4.8 "So jemand spricht: Ich liebe Gott"

Allgemeines Kirchengebet


Gott, du hast gesagt:
Wem viel gegeben ist, von dem wird auch viel erwartet werden.
So danken wir dir für alles, was du uns gibst
und fragen danach, was du von uns erwartest:
Wenn wir gesund sind an Leib und Seele,
daß wir die Kranken nicht vergessen.
Wenn wir Wohnung und Arbeit, Kleidung und Nahrung haben,
daß wir das alles nicht selbstverständlich finden,
sondern danach fragen, wer unsere Hilfe braucht.
Wenn wir zu den Besitzenden gehören,
daß wir es lernen, abzugeben oder gar zu teilen mit den Bedürftigen.
Gott, du willst,
daß auch noch unsere Kindeskinder frische Luft atmen und klares Wasser trinken können;
daß wir für alle Menschen den Frieden und die Freiheit wollen
und uns dafür einsetzen, Freiheit und Frieden zu stärken;
daß wir für das Recht der Unterdrückten und Gequälten eintreten;
daß wir Ehepartner, Kinder und Eltern, unsere Familie und die Menschen, die zu uns halten, nicht als Besitz ansehen, sondern als deine Gabe an uns.
Gott, wieviel Gutes ist uns gegeben, wieviel Wertvolles ist in unserem Leben, wie wohlhabend sind wir!
Du traust uns viel zu, vertraust uns viel an,
darum trauen wir dir und vertrauen wir uns dir an
Erhöre uns in Jesu Namen!
Amen.

Vaterunser


Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser täglich Brot gib uns heute!
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Schlußlied EG 404,1-3 "Herr Jesu, Gnadensonne"

Abkündigungen

"Verleih uns Frieden gnädiglich" EG 421

Segen/Amen


Der Herr segne Dich und behüte Dich!
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir
und sei Dir gnädig!
Der Herr erhebe sein Angesicht über Dich
und gebe Dir Frieden!

gesungenes Amen

Orgelnachspiel