"Für eine Zukunft in Solidarität und Gerechtigkeit"

Wort des Rates der Ev. Kirche in Deutschland und der Dt. Bischofskonferenz zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland (Februar 1997)

1. Die Kirchen wollen nicht selbst Politik machen, sie wollen Politik möglich machen.

2. Die Qualität der sozialen Sicherung und das Leistungsvermögen der Volkswirtschaft bedingen einander.

3. Die Soziale Marktwirtschaft braucht eine strukturelle und moralische Erneuerung.

4. In der sozialen Sicherung spricht nichts für einen Systemwechsel, Reformen aber sind unerläßlich.

5. Die vordringlichste Aufgabe der Wirtschafts- und Sozialpolitik ist in den nächsten Jahren der Abbau der Massenarbeitslosigkeit.

6. Der Sozialstaat dient dem sozialen Ausgleich. Darum belastet er die Stärkeren zugunsten der Schwächeren.

7. Der Sozialstaat muß so weiterentwickelt werden, daß die staatlich gewährleistete Versorgung durch mehr Eigenverantwortung und Verantwortung der kleinen sozialen Einheiten gestützt wird. Er bedarf einer ihn tragenden und ergänzenden Sozialkultur.

8. Die Ungleichheit der Lebensverhältnisse im Westen und im Osten Deutschlands wird noch für lange Zeit spürbar bleiben. Das Geschenk der Einheit muß wirtschaftlich und sozial mit Leben erfüllt werden.

9. Die Menschen teilen die Welt mit den anderen Geschöpfen Gottes. Deutschland lebt in der Welt zusammen mit anderen Ländern. Solidarität und Gerechtigkeit sind unteilbar.

10. Das Wort der Kirchen zur wirtschaftlichen und sozialen Lage in Deutschland ist kein letztes Wort.


(Zusammenfassung durch A. Behrend, Mai 1997; die Thesen 1 bis 10 sind die zusammenfassenden Sätze aus der "Hinführung")
Das Wort ist als "Gemeinsame Texte 9" erhältlich beim Kirchenamt der Evangelischen Kirche in Deutschland, Herrenhäuser Straße 12, 30419 Hannover, Tel. (0511) 2796-0, Fax (0511) 2796-707, E-Mail kirche.online@gep.de, und beim Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Kaiserstraße 163, 53113 Bonn, sowie z. Z. im Internet unter http://www.ekd.de/aktuell.