Gottesdienst

in Gönningen am 31.12.98 um 18.00 Uhr

Text: Jes 30,15f

VORAB-VERSION vom 29.12.98

Glocken
Vorspiel
Votum - einfaches Amen
Jesus Christus
gestern und heute
und derselbe auch in Ewigkeit!
gesungenes Amen.
Begrüßung
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
so bekennen wir es heute Abend mit dem Hebräerbrief.
Liebe Gemeinde,
mittenhinein in unseren Silvester-Abend,
in unsere Rück- und Ausblicke -
dieser Vers,
mit dem die Zeit still zu stehen scheint:
Die Zeiten wandeln sich,
Jesus Christus ist der, der bleibt -
uns zur Seite
und als Wegbegleiter in ruhigen und unruhigen Tagen.
Dieses Bekenntnis nimmt unser Lied auf:
"Mein schönste Zier und Kleinod bist /
auf Erden du, Herr Jesu Christ ...
Dein Lieb und Treu vor allem geht, /
kein Ding auf Erde so fest besteht!
Eingangslied EG 473 (,1-4) "Mein schönste Zier und Kleinod bist"
Psalm 103 = EG 742
"Ehr sei dem Vater"
Gebet
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
Barmherziger Gott, Herr der Zeiten.
Am Ende eines Jahres stellt sich uns die Frage nach dem, was geschehen ist.
Was ist uns passiert?
Was haben wir getan?
Jeder und jede von uns hat ein ganz eigenes Jahr verlebt.
War es schön?
War es hart?
War es schmerzhaft?
Gott, wir bringen all unsere dunklen Gefühle und Gewohnheiten zu dir, unsere Verletzungen, unsere Traurigkeiten.
Wir bringen zu dir unsere Unbedachtheiten und unseren Zorn, unsere Ungeduld und unseren Haß.
Wir bringen zu dir unseren Argwohn und unseren Hochmut,
unsere Trägheit und das leidige Gewohnheitsdenken.
Wir stehen vor dir, Gott, und verlebte Zeit klagt uns an.
Wir bekennen, daß wir schuldig geworden sind:
schuldig an unseren Nachbarinnen und Nachbarn, Freundinnen und Freunden, unseren Mitmenschen;
schuldig an deiner Schöpfung.
Wir bitten dich um Vergebung für das, was wir getan haben und für das, was wir unterlassen haben, aber hätten tun sollen.
Vergib uns unsere Schuld, Herr!
Schenke uns Zeit aus deiner Ewigkeit!
Schenk uns ein neues Jahr, in dem wir aus unseren Fehlern lernen können,
schenke uns Neu-Anfänge, damit wir getrost durchatmen können.
Hilf uns bei dem Sprung hinein in ein Leben, daß von dir getragen wird.
Amen.
Stilles Gebet
Abschlußvotum:
Gott hört, wenn wir ihn anrufen.
Er ist der Gott der Liebe, er läßt uns seine Gnade erfahren, immer wieder neu.
Er verzeiht uns liebevoll und gnädig unsere Schuld.
Darum atmet auf und lebt in seinem Licht,
durchwandert die Zeiten nach seinem Willen.
Amen.
Schriftlesung
Präfamen
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
wie eine Umschreibung dieses Bibelwortes klingt,
was der Apostel Paulus in seinem Römerbrief schreibt.
Text
Ist Gott für uns, wer kann wider uns sein?
Der auch seinen eigenen Sohn nicht verschont hat, sondern hat ihn für uns alle dahingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer will die Auserwählten Gottes beschuldigen? Gott ist hier, der gerecht macht.
Wer will verdammen? Christus Jesus ist hier, der gestorben ist, ja vielmehr, der auch auferweckt ist, der zur Rechten Gottes ist und uns vertritt.
Wer will uns scheiden von der Liebe Christi? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?
wie geschrieben steht: »Um deinetwillen werden wir
getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe.«
Aber in dem allen überwinden wir weit durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiß, daß weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges,
weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.
Hauptlied EG 64 (,1-6) "Der Du die Zeit in Händen hast" (M: "Kommt her zu mir" EG 363)
Erinnerungen an "Kasual-Gruppen"
Einleitung (Behrend)
[unter Verwendung einer Erarbeitung von Lothar Breidenstein
in: Netzwerk Gemeindepraxis 11/12-98]
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
derselbe ¼
wir machen die Erfahrung, daß alles im Fluß ist.
Da gab es die großen Ereignisse in diesem Jahr,
die uns die Fernseh-Jahresrückblicke vor Augen stellen,
die wir in den Zeitschriften gelesen haben
oder in den Jahrbüchern nachlesen werden können.
Doch wir richten unseren Blick jetzt auf die Menschen unter uns,
die nicht in "Bild" und "Spiegel",
nicht in der "Tagesschau" und "heute" vorkamen,
deren Leben sich in diesem Jahr doch verändert hat.
Diese Menschen wollen wir uns vor Augen führen.
Taufen (Taufschale) (NN)
Kinder sind zur Welt gekommen,
auf der ganzen Welt und in unserer Umgebung.
Neues Leben beginnt, die Zukunft scheint offen, und doch müssen wir erkennen, daß viele schon vor ihrer Geburt ohne Chance sind.
26 Kinder sind in dieser Kirche getauft worden.
Vielleicht ist unter Ihnen jemand, die oder der in diesem Jahr das Glück hatte, ein neues Leben in Händen zu halten.
Wir teilen Ihre Freude, auch Ihre Ängste und Sorge um das Kind und seine Zukunft.
Für alle Kinder, die in diesem Jahr geboren sind, erbitten wir den Segen Gottes.
Konfirmation (Bronzekreuz) (Behrend)
Aus Kindern werden Leute.
Sie wachsen heran, lernen die Welt begreifen und gebrauchen.
Sie werden größer, und wir erkennen, daß wir sie loslassen müssen auf ihren eigenen Weg.
23 Mädchen und Jungen
- keine Kinder mehr, sondern Heranwachsende -sind hier konfirmiert worden.
Noch sind sie nicht erwachsen, aber als wir sie vor dem Altar stehen sahen, da ging es uns vielleicht durch den Kopf:
Nicht mehr lange, und sie werden auf eigenen Beinen stehen.
Sie werden uns verlassen und ihr eigenes Leben führen.
Wir können und wollen sie nicht aufhalten;
wir können Ihnen nur unseren Segen mit auf den Weg geben und den Segen Gottes für sie erbitten.
Trauungen (Herzen) (NN)
Auch in diesem Jahr haben wieder Menschen zueinander gefunden. Männer und Frauen haben sich kennengelernt und ineinander verliebt.
Meist freuen sich Freunde und Angehörige mit den Liebenden;
doch es gibt auch Beziehungen, die nicht anerkannt werden.
Und es gibt Menschen, die in diesem Jahr wieder alleine geblieben sind oder sich voneinander getrennt haben.
14 Paare aus unserer Gemeinde haben wir in diesem Jahr getraut.
Die Brautleute haben einander versprochen, ihr Leben miteinander zu teilen.
Wir wünschten ihnen Glück und den Segen Gottes für die guten Tage und die bösen.
Bestattungen (Nelke) (Behrend)
18mal sind wir auf den Friedhof gegangen, um Menschen aus unserer Gemeinde zu bestatten.
Es waren schwere Wege, jeder Weg ein Abschied.
Unter uns sind auch Menschen, deren Trauer noch frisch ist, die sich noch gemeinsam mit einem geliebten Menschen auf das neue Jahr gefreut haben, der nun plötzlich nicht mehr da ist.
Für die, die einen Menschen hergeben mußten, erscheint das vergangene Jahr in einem anderen Licht:
Es ist nicht mehr nur das Jahr 1998, sondern das Jahr, in dem ein geliebter Mensch gestorben ist.
Und am Jahreswechsel wird uns noch einmal schmerzlich bewußt, daß das Leben mit den Verstorbenen Vergangenheit geworden ist.
Werden wir den Tod verkraften?
Wird der Trost stärker sein als das Leid?
Am Sarg haben wir gebetet und die Trauernden in der Hoffnung gesegnet, daß Gottes Liebe stärker ist als selbst der Tod.
Ein- und Austritte (Formulare) (NN)
Aus der Kirche auszutreten ist eine einfache Sache:
auf dem Standesamt ein entsprechendes Formular ausfüllen,
die Lohnsteuerkarte ändern.
Manchmal sind die Gründe kaum nachzuvollziehen oder schwer zu akzeptieren;
manchmal müssen wir uns an die eigene Nase fassen und uns fragen, ob wir alles getan haben,
damit unsere Kirchengemeinde und vor allem der Glaube die Menschen erreicht.
10 Menschen haben unserer Gemeinde den Rücken gekehrt,
wir erbitten für sie, daß der Glaube sie begleite.
2 Menschen sind wieder in unsere Kirche eingetreten;
sie waren getauft und haben sich entschlossen,
wieder zu unserer Gemeinde gehören zu wollen.
Zug-/Weggezogene (kleiner Koffer) (Behrend)
Wir leben in einer globalen Welt und einer mobilen Gesellschaft,
das hören und sagen wir so.
Doch es sind Menschen, die mobil sind oder sein müssen.
51 Einzelne oder Familien haben wir im vergangenen Jahr in unserer Kirchengemeinde begrüßt.
Manche sind gern hierher gekommen und freuen sich, im schönen Gönningen leben zu dürfen;
manchen ist der Umzug schwer gefallen und er fühlt sich noch nicht heimisch.
Um Segen bitten wir auch für diese Menschen
und für uns um ein offenes Herz.
Überleitung (NN)
Natürlich:
es gab vermeindlich Wichtigeres als die Geburt jenes Babys oder die Trauungen dieses Paares;
und doch sind es die Schicksale, ist es das Leben dieser Nächsten,
die uns von Gott anvertraut sind.
Wir hören Orgelmusik und können uns darauf besinnen,
was in unserem Leben in diesem Jahr wichtig war -
und wir wollen uns besinnen,
daß im Fluß unserer Zeiten doch jenes eine gleich bleibt:
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit."
Orgelzwischenspiel
 
Predigt über Jes 30,15-16
Einleitung
Hinführung
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
vor einigen Wochen habe ich ein paar Worte mit Horst Tappert gewechselt:
Stefan Derrick geht, Helmut Kohl ist gegangen,
da muß ich mit meiner Generation ja völlig umdenken,
habe ich gefrozelt.
Und es zeigt sich ja an solchen Figuren oder Personen,
die zu Institutionen geworden sind,
wirklich zeichenhaft etwas von den Veränderungen,
die uns Jahr ums Jahr ins Haus stehen.
Und da gibt es dann bekanntermaßen zwei Personengruppen,
die sich da gegenüber stehen:
*
die einen, denen Veränderungen Angst machen,
die nichts so sehr hassen, als wenn das Hergekommene umgeworfen wird,
die in der Gesellschaft - und vor allem auch in der Kirche - wollen, daß möglichst alles beim Alten bleibt.
Wenn ich manchmal Menschen zu beerdigen habe,
die noch unter dem Kaiser geboren wurden und ohne Elektrizität aufwuchsen,
dann habe ich besonders Verständnis für diese Haltung.
*
Obwohl ich natürlich auch die anderen kenne:
die Angst haben,
stehen zu bleiben,
womöglich als altmodisch verlacht zu werden,
die es kaum aushalten, wenn nicht dauernd etwas los ist und sich verändert.
Mit ganz unterschiedlichen Gefühlen werden diese beiden Menschen-Typen ins neue Jahr gehen.
Und wahrscheinlich schlagen ein bißchen beider Herzen in unserer Brust.
Liebe Gemeinde,
diese zwei Herzen begegnet uns ja nicht nur auf der persönlichen Ebene,
sondern auch auf der politischen Bühne.
Nach dem Regierungswechsel wurden Beschlüsse des alten Kabinetts rückgängig gemacht,
zugleich versucht man sich auf anderen Gebieten - Umwelt, Energie - an Veränderungen - und hofft, daß sie Verbesserungen sind.
Es ist eine alte Frage nach Bewahren und Verändern,
nach Stillstand und Aktionismus,
der sich die Menschen aller Zeiten ausgesetzt sahen.
Beim Propheten Jesaja,
vor über 2 1/2 Tausend Jahren hört sich das so an:
Text Jes 30,15-16
Denn so spricht Gott der HERR, der Heilige Israels:
Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen;
durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein.
Aber ihr wollt nicht und sprecht:
»Nein, sondern auf [Strei-]Rossen wollen wir dahinfliegen«, -
darum werdet ihr dahinfliehen,
»und auf Rennern[, Streitwagen,] wollen wir reiten«, -
darum werden euch eure Verfolger überrennen.
Hauptteil
Teil 1
Liebe Gemeinde,
Israel ist bedroht von den Assyrern, einer der beiden Großmächte um das Jahr 700 vor Christus.
Und Israel ist dabei, sich politisch mit dem starken Ägypten, der anderen Großmacht, zu verbünden.
Ist der Prophet Jesaja, dessen Wort in dieser Situation wir gerade gehört haben,
ist er einfach ein von Gott begnadeter scharfer Kopf
oder hat er gar eine Eingebung?
Jedenfalls schilt er die Politiker,
daß sie sich wieder einmal nur noch auf eine starken Bündnis-Partner verlassen,
wieder einmal nur auf menschliche Stärke
und militärische Potenz -
und Gott darüber vergessen.
Aber das gilt ja heute mehr denn je:
daß man mit Gott keine Politik machen könne,
ist mittlerweile sprichwörtliches Allgemeingut.
Oder ob uns Menschen wie Johannes Rau, Roman Herzog oder Rita Süssmuth eines besseren belehren?
Wenn Gott der Schöpfer,
wenn Jesus Christus, der Herr ist,
wie wir es immer wieder hier in der Kirche bekennen,
dann ist auch Politik immer Politik mit Gott - oder eben gegen ihn,
immer aber unter ihm!
So wird auch unser gemeinsames 1999, das gerade vor dem großen Jahreswechsel mit vier neuen Ziffern so viele Verunsicherung provoziert,
so wird auch 1999 ein Jahr unter Gott sein -
fragt sich eben nur:
mit oder gegen ihn,
eine Zeit mit oder ohne Gott.
Teil 2
Liebe Gemeinde,
wie wird aus einer Zeit eine Zeit mit Gott?
Jesaja hätte damals in seiner Situation gesagt:
"durch Stillesein und Hoffen"!
Das würde eure Stärke sein.
Anders gesagt:
Paktiert nicht mit den Falschen!
Stellt euch nicht auf die falsche Seite!
Haltet Stille aus!
Tut nichts!
Oder nochmals anders gesagt:
Buße heißt hier auch Muße.
Seine Zeitgenossen hatte Jesaja abgeschrieben.
Er erwartete wohl nicht mehr,
daß seine Worte Gehör finden würden.
Aber gerade deshalb hat er sie aufschreiben lassen,
weil er wußte:
irgendwann kommt die Zeit,
da dieser Bußruf ein offenes Ohr finden und gute Früchte bringen wird,
irgendwann wird dieses Wort wieder besonders wichtig werden,
das Wort vom Stillesein und Hoffen..
Vielleicht ist es ja gerade Ihre und meine und unsere Zeit,
da dieses Wort wirksam werden will?
Stillesein:
Wie sehr können wir uns in unserem Lebensgefühl darauf einlassen, daß wir von Gott getragen sind,
in ihm geborgen
und unsere Kraft nicht aus uns selbst beziehen?
Der bekannte Freizeitforscher Opaschowski hat in diesen Tagen wieder eine seiner Umfragen veröffentlicht.
Nach nichts sehnen sich die Menschen in unserem Land,
sehnen wir uns der Statistik zufolge mehr,
als nach Geborgenheit.
In einer Zeit,
die zumindest scheinbar aus den Fugen ist,
die einen wirtschaftlichen Umbruch zu bewältigen hat,
wie es ihn vielleicht bislang nur in der Jungsteinzeit und in der Industriellen Revolution gegeben hat,
in solch einer Zeit legt sich dieser Wunsch nahe.
Er wird sich äußerlich nicht erfüllen;
wir werden damit zu leben haben,
daß vieles uns in seinen Bann ziehen will,
wir dauernd von Geräuschen und Botschaften umgeben werden,
daß das einzig Stetige die Veränderung bleibt.
Umso mehr drängt sich der Wunsch nach Geborgenheit auf,
umso drängender stellt sich freilich auch die Frage nach einer vernünftigen Geborgenheit,
nach einer tragfähigen Geborgenheit,
und nach einer Geborgenheit, die die Gemeinschaft nicht vollends zerstört.
Denn bei manchen von Ihnen klingeln ja bei diesem Begriff zu recht die Alarmglocken.
Geborgenheit, das kann heißen:
sich zurücklehnen und von Volksmusik oder Techno-Sound einlullen lassen;
das kann heißen:
sich in die eigenen vier Wänden zurückziehen und soziale Verantwortung an "die da oben" oder wen auch immer abschieben;
das kann heißen:
nur nicht anecken, damit mich - wenn schon nicht alle - dann doch möglichst viele mögen -
und ich mich geborgen fühlen kann.
Liebe Gemeinde,
"Stillesein und Hoffen" - das meint in der Bibel eine andere Art der Geborgenheit.
Wir können uns in Gott auch 1999 nur geborgen fühlen,
wenn uns das immer wieder zu mündigen, aufrechten Bürgerinnen und Bürgern macht;
wenn wir nicht bei uns bleiben,
wenn wir den Mund aufmachen, wo Unrecht geschieht.
Geborgenheit heißt doch:
Ich brauche mir keine Sorgen mehr um mich selbst machen,
weil ich geborgen bin in Gott,
von ihm geliebt.
Stillesein und Hoffen - wie stark kann uns dieses Gottvertrauen machen!
Wenn wir wissen und glauben, daß Gottes Gegenwart und sein Wille, sein Ja zu uns uns trägt!
Dann dürfen wir an der richtigen Stelle altmodisch sein,
und brauchen in unseren Gottesdiensten keine Unterhaltung treiben;
dann müssen wir nicht alles getan, nicht jedem geholfen haben,
sondern ich darf mich damit begnügen, diesem einen Menschen heute nahe gewesen zu sein,
diesen kurzen Moment.
Natürlich muß man deshalb nichts mehr tun, um seine Ziele umzusetzen und zu erreichen.
Aber Buße tun, umkehren, das heißt bei Jesaja nun eben auch Muße:
Stillesein und Hoffen.
Hören, daß Gott rede und den Weg weise;
hoffen, daß Gott mitgeht und uns birgt.
Das Leben sei ein Kampf -
so sagt das Sprichwort und manche nehmen es in den Mund und für bare Münze:
Lassen wir es uns nicht einreden,
daß es nur das ist.
Das Leben ist nicht zuerst Kampf -
sosehr wir oftmals zum Kämpfen verurteilt sind;
das Leben ist nicht Kampf,
sondern Geschenk und Gabe und Aufgabe:
es ist geborgen in Gott.
Schluß
Liebe Gemeinde,
wir wird aus einer Zeit eine Zeit mit Gott?
Durch Stillesein und Hoffen.
*
Vielleicht sind Sie mehr der Typ Mensch,
der sich vor nichts mehr fürchtet als vor dem Stillstehen und diesem Stillesein -
vielleicht auch, weil man nie so ganz sicher ist,
was man da zu hören bekommt.
*
Vielleicht sind Sie jemand, dem die vielen Veränderungen und die Machtlosigkeit, mit der wir diesen Veränderungen gegenüber stehen, Angst macht.
Wahrscheinlich spüren Sie - wie ich - beide Herzen in Ihrer Brust pochen.
Ob unser gemeinsames 1999 eine Zeit mit Gott wird?
Sicher -
wenn wir uns auf die Geborgenheit in Gott stets neu einlassen,
die uns zur rechten Zeit auf die Beine und zum Reden bringt!
So wird unsere Zeit eine Zeit mit Gott.
Amen.

 
Lied nach der Predigt EG 395 (,1-3) "Vertraut den neuen Wegen"
Fürbittengebet
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." -
Jeder Tag, jeder Augenblick
ein Geschenk von dir, Gott.
Glück und Leid nehmen wir, Gott, aus deiner Hand.
Wir sind dankbar
und schauen zuversichtlich nach vorne.
Wir rechnen mit deiner Liebe und Fürsorge
und bitten dich um die Wachsamkeit,
die nötig ist, den anderen zu sehen,
seine Fragen und Zweifel, seine Not und sein Kummer.
Wir bitten dich um den Mut,
der nötig ist, gegen die Strömung zu schwimmen,
neue Wege zu gehen, sich verletzlich zu zeigen.
Wir bitten dich um Träume,
die Bilder vom Leben malen, voller Hoffnung und Phantasie,
die uns stärken für das, was vor uns liegt.
Wir bitten dich, Gott sei bei uns
auch in diesem vor uns liegenden Jahr 1999.
Wir bitten dich,
sei bei allen, die Verantwortung tragen:
daß sie dazu helfen, daß das Neue Jahr unter dir ein Jahr mit dir wird.
Amen.
Vaterunser
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser täglich Brot gib uns heute!
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Schlußlied EG 171 (,1-4) "Bewahre uns Gott"
Abkündigungen
"Verleih uns Frieden gnädiglich" EG 421
Segen
Hinführung
"Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit" -
er begleite Sie in Ihrem 1999,
damit es ein "anno domini",
ein "Jahr des Herrn" werde!
Segen
Der Herr segne Dich und behüte Dich!
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir
und sei Dir gnädig!
Der Herr erhebe sein Angesicht über Dich
und gebe Dir Frieden!
gesungenes Amen
Orgelnachspiel



Hier ist Platz für Ihre Rückmeldungen ...
 







Guided Tour - weiter geht's ...