Gemeindepartnerschaft
Evangelische
Kirchengemeinde
Gönningen
Lutherische
St. Katharinen-Gemeinde
St. Petersburg, Rußland

Ein kleiner
Bilder-Bogen
von der Wasisilij-Insel
(St. Petersburg/Rußland)


 

 

 


Erstinformation


Gemeindeinformation der St.Katharinen-Gemeinde auf der Wassilij-Insel

"Auf der Wassilij-Insel in St. Petersburg wohnten von Anfang an viele Ausländer. Hier befanden sich die Akademie der Wissenschaften und die Universität, der Hafen und das Zollamt und auch die Börse; Einrichtungen, in denen in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts viele deutsche Lutheraner tätig waren. Daher beschlossen die Lutheraner der Wassilij-Insel, eine eigene lutherische Gemeinde zu gründen. Im Jahre 1728 nahm die neue Gemeinde von Pastor Otto Trefart ihren Anfang, der am 28. Juni den ersten Gottesdienst in einem kleinen Holzhaus gehalten hatte.
Die Gemeinde wuchs und bald konnte das kleine Holzhaus nicht mehr alle Gemeindeglieder fassen. Die Gemeinde hat 1764 beschlossen, eine neue Steinkirche zu bauen. Spendengelder für den Bau kamen nicht nur aus Rußland, sondern auch aus Deutschland und Dänemark. Die Pläne für die Kirche, den Altar und den Innenraum hat der berühmte petersburger Architekt, Mitglied des Kirchenvorstandes der St. Annen-Gemeinde, Johann Georg von Velten unentgeltlich erarbeitet. Der Grundstein der neuen Kirche wurde am 22.Juni 1768 gelegt, und schon am 26.Januar 1771 konnte die Kirche mit dem Namen der heiligen Katharina von Alexandrien, himmlische Beschützerin von Kaiserin Katharina der Großen, die einen Teil der Spendengelder bereitgestellt hatte, eingeweiht werden.
Das leichte zierlich wirkende, im Stil des frühen Klassizismus errichtete Gebäude von J. G. v. Velten basiert auf einem Rechteck und wird an der Vorderseite von einem dorischen Säulenportal geschmückt. In den Nischen zu beiden Seiten des Portals befinden sich Skulpturen der heiligen Apostel Petrus und Paulus. Der Altar und die Kanzel waren reich vergoldet und am Altar befanden sich zwei Bilder. Im Jahr 1853 wurde eine Orgel (26 Register) des Orgelbaumeister G. Mätzel aus Regensburg aufgestellt und 1903 eine neue große Orgel mit 48 Registern von Walcker, die 1957 ins Mariinskij Theater überging.
Vor der Revolution bestand die Gemeinde aus ca. 9000 Mitgliedem und war eine der reichsten Gemeinde der Stad. Sie war bekannt für ihre Wohltätigkeit: Sie unterhielt Waisenheime, Krankenhäuser, Schulen, Sozialwohnungen für arme Leute. Alle Pastoren der St. Katharinen-Gemeinde waren ohne Ausnahme gebürtige Deutsche mit deutscher Universitätsausbildung. Zwei Pastoren sind besonders in Erinnerung geblieben: J. Ch. Grot, ein strenger und anspruchsvoller Pastor der rationalistischen Schule, sowie Pastor K. L. Bäckmann, der der diakonischen Arbeit große Bedeutung beimaß.
Nach der Revolution 1917 wurden das ganze Vermögen und die Immobilien der St. Katharinen-Gemeinde verstaatlicht. Durch die Auswanderung vieler Gemeindeglieder bedingt, wurde die Gemeinde erheblich kleiner, die kirchliche Tätigkeit wurde verfolgt. Am 1.August 1935 wurde die St. Katharinen-Kirche zwangsgeschlossen und der letzte Pastor, Waldemar Wagner, verhaftet und nach Sibirien verbannt. Vor dem Krieg befanden sich in der Kirche das Haus der künstlerischen Erziehung von Kindern, später, nach dem Krieg, verschiedene Konstruktionsbüros. 1972 wurde das Kirchengebäude von einem Tonstudio, der Firma "Melodia" gemietet, die den Kirchensaal 1989 renovierte, aber das Gebäude zu ihren Zwecken umbaute.
Die Wiedererstehung der Gemeinde begann zu Heiligabend am 24.12.1990, als in der Kirche zum ersten Mal nach 55 Jahren wieder ein Gottesdienst stattfand. Zuerst wurden die Gottesdienste zweimal im Monat gehalten, dann jeden Sonntag in russischer, deutscher, lettischer und estnischer Sprache.
Endlich wurde im August 1997 das Kirchengebäude der Gemeinde zur unbefristeten und unentgeltlichen Nutzung übergeben, aber unter Bedingung, daß das Tonstudio solange in der Kirche bleibt, bis die Stadt ein Gebäude mit gleicher Akustik bereitstellt. Heute besteht die Gemeinde aus ca. 150 Mitgliedern. Ca. 25 Kinder lernen in der Sonntagsschule. Die diakonische Arbeit besteht hauptsächlich in ärztlicher Beratung und Medikamentenversorgung für ältere Menschen.
Dank der Bemühungen der Gläubigen wurde 1996 das Kreuz über der Kuppel wiederaufgestellt, dann 1998 eine neue Orgel (von W Sauer; mit 13 Registern als erster Etappe; sie braucht noch 4 Register; [Anm.: aus Mitteln der EKD finanziert!]) eingerichtet.
Regelmäßig werden in der Kirche Konzerte mit geistlicher Musik durchgeführt, an denen ständig führende russische und ausländische Musiker mitwirken, die vorrangig auf westeuropäische Musik des 17. und 18. Jahrhundert spezialisiert sind.
Auf Auftrag des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge pflegt die Gemeinde den Deutschen Kriegsgefangenenfriedhof in Sestrorezk (37 km nordwestlich von St. Petersburg).
Die Arbeit beim Aufbau unserer Kirche und Gemeinde braucht auch Ihre finanzielle Unterstützung. Spenden in jeder Höhe sind erwünscht und für unsere Arbeit unverzichtbar.
Unsere Adresse:
Lutherische St. Katharinen-Gemeinde
W.O., Bolschoj Prospekt 1a,
199053, St. Petersburg Rußland
Tel./Fax:(812) 323 18 52"
 
Die St. Katharinen-Gemeinde ist Mitglied der ELKRAS (Evangelisch-lutherischen Kirche in Rußland und anderen Staaten).
 

Links

  1. Kirche in Rußland
  2. St. Petersburg
  3. Rußland
  4. Allgemeines

Literatur

  1. Reiseführer
    • Sankt Petersburg. Rußlands Fenster nach Europa; Heft 30 der Zeitschrift "Deutschland und Europa" der Landeszentrale für politische Bildung, Fax /0711) 2371496, Tel. (0711) 237130.
       
    • MERIAN-Heft "Sankt Petersburg". (50. Jg., H.12). 1997. 130 S., Beil.: 1 Stadtpln.. Kartoniert. 340gr. ISBN: 3-7742-9712-6, 14.80 DM - 108.00 öS
       
    • HB-Reiseführer Heft 152 "Sankt Petersburg. Prachtbauten im Zentrum, in Peterhof, Zarskoje Selo, Pawlowsk und Nowgorod". Mit 3 Schloßktn. u. Metropln.. 1995. Kartoniert. 362gr. ISBN: 3-616-06252-7, 16.80 DM - 123.00 öS - 16.80 sfr
       
    • APA-Guide: "Sankt Petersburg, Leningrad". Hrsg. v. Wilhelm Klein. Fotos v. Fritz Dressler. 1994, überarbeitete 2. A. 1998!. 296 S.. Kartoniert. 536gr. ISBN: 3-8268-1017-1, 44.80 DM - 327.00 öS - 41.50 sfr
       
    • Falk-Stadtplan Nr. 251: "Sankt Petersburg / Leningrad". Tallinn, Novgorod, Riga, Vilnius. Maßst. 1 : 19.000 bis 1 : 24.000. 11. Aufl. 1994. 108gr. Falkfaltung. ISBN: 3-88445-251-7, 9.80 DM - 72.00 öS - 9.80 sfr
       
  2. Literarisches
    • Robertson, Jenny: Alltag in Sankt Petersburg. Wo jeder Tag ein neuer Anfang ist. 1996. 239 S. 20,5 cm. Kartoniert. 284gr. ISBN: 3-87067-615-9, BRENDOW-Verlag, 24.80 DM - 181.00 öS - 24.80 sfr
       
  3. Kirchliches
  4. Allgemeines
    • Die Pop-CD zur Stadt: Billy Joel: "Leningrad - Live"; bei 2001 im Angebot für DM 12,95; 70 Minuten; Best.-Nr. 22089; digitally remastered.

Adressen

  • Spezialist für St. Petersburg-Reisen sei der CVJM Hamburg, Fax (040) 2802011; EMail.
  • Ansprechpartner in unserer Gemeinde sind Sigrun und Hans-Peter Häußermann, Tel. (07072) 5240.
  • Gemeinderatsvorsitzender in St. Katharinen ist Konstantin Sperling, Tel./Fax 007-812-3231852.
  • Pfarrer ist Alexander Shurawljow/Gerlach, Tel./Fax 007-812-3231852.


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