Gottesdienst

in Gönningen/Roßbergwiese

am 5.7.98 (kath. Roßbergwiesenfest)

um 11.00 Uhr

Text: Eph 4,1-6 / Thema: Ökumene

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Posaunen-Vorspiel

M: Begrüßung/Votum/Einführung/
Liedansage/"Verabschiedung" der Kinder

Ihnen allen ein herzliches Willkommen zu unserem ökumenischen Gottesdienst! Zusammen mit Pfarrer Behrend begrüße ich Sie zum Roßbergfest, an dessen Beginn unser Gottesdienst steht. Ich freue mich, daß wir auch in diesem Jahr wieder die evangelische Kirchengemeinde mit uns gemeinsam betet, singt und feiert.

Beginnen wir miteinander im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligem Geistes. Amen.

Bei unserer Vorbereitung haben wir uns überlegt, welches Thema wir in den Mittelpunkt der Verkündigung stellen könnten. Dabei sind wir sehr schnell auf das Thema Ökumene gestoßen...Was läge auch näher, wenn wir unseren Gottesdienst und unser Fest miteinander feiern? Was läge näher, wenn derzeit ein neues ökumenisches Schreiben zum Thema Rechtfertigung in beiden Kirchen und in der Öffentlichkeit diskutiert wird? Und was läge näher, wenn unsere vor Ort gelebte Ökumene schon eine lange und gute Tradition hat und es in beiden Gemeinden viele konfessionsverbindenen Familien gibt?

Wir wollen Sie also einladen, gemeinsam mit uns in einer Dialogpredigt über Ökumene nachzudenken und für die Einheit der Christen zu bitten und zu beten.

Eingangslied "Die güldne Sonne" 1-3

A: Kyrierufe

Verschlossen sind wir und mißtrauisch -

und wollen doch Glück und Leben für alle;

so rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich! [GEMEINDE]

Kleingläubig sind wir und selbstbezogen -

und sehen uns doch nach Gemeinschaft;

so rufen wir zu dir: Christus, erbarme dich! [GEMEINDE]

Unsicher sind wir und kennen den Weg oft nicht -

und wollen doch deine Wege gehen;

so rufen wir zu dir: Herr, erbarme dich! [GEMEINDE]

Du erbarmst dich unser -

deshalb loben wir dich und beten wir dich an!

Amen.

A: Liedansage (Gloria)

Wir tun dies mit dem Lied "Allein Gott in der Höh sei Ehr!", Strophen 1 und 2.

Gloria "Allein Gott in der Höh sei Ehr" 1+2

M: Tagesgebet/stilles Gebet

Guter Gott, wir bitten Dich: Steh uns Christen bei auf dem Weg zu der Einheit, die Jesus selbst für uns erbeten hat. Sende uns Deinen Heiligen Geist, damit uns die Augen und Herzen aufgehen füreinander. Hilf uns, mehr auf das Gemeinsame zu schauem als auf das Trennende. Mach uns erfinderisch bei der Suche nach möglichen Wegen zur Einheit. Mach uns hellhörig, daß wir im Anderen Deine Stimme erkennen. Mach uns großherzig, daß wir es wagen, einander zu vertrauen. Und gib uns den Mut, die notwendigen Schritte zu gehen zu einer Einheit, in der nichts anderes zählt als Deine Liebe.

Einladung zum stillen Gebet

A: Evangelium Joh 17,20-26

17:20 Ich bitte aber nicht allein für sie, sondern auch für die, die durch ihr Wort an mich glauben werden,

17:21 damit sie alle eins seien. Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir, so sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaube, daß du mich gesandt hast.

17:22 Und ich habe ihnen die Herrlichkeit gegeben, die du mir gegeben hast, damit sie eins seien, wie wir eins sind,

17:23 ich in ihnen und du in mir, damit sie vollkommen eins seien und die Welt erkenne, daß du mich gesandt hast und sie liebst, wie du mich liebst.

17:24 Vater, ich will, daß, wo ich bin, auch die bei mir seien, die du mir gegeben hast, damit sie meine Herrlichkeit sehen, die du mir gegeben hast; denn du hast mich geliebt, ehe der Grund der Welt gelegt war.

17:25 Gerechter Vater, die Welt kennt dich nicht; ich aber kenne dich, und diese haben erkannt, daß du mich gesandt hast.

17:26 Und ich habe ihnen deinen Namen kundgetan und werde ihn kundtun, damit die Liebe, mit der du mich liebst, in ihnen sei und ich in ihnen.

M: Psalmgebet

 

Predigt über Eph 4,1-6

A: Internet-Statements

Hinführung

Liebe Katholiken, liebe Protestanten, liebe Festgäste,

eigentlich wollten wir Sie an dieser Stelle befragen:

"Was fällt Ihnen zum Stichwort Ökumene ein" ¼

Aber weil wir uns nicht sicher waren,

ob Sie uns solch einen Überfall übel nehmen würden,

habe ich einfach mal meine Internet-Connections spielen lassen und im weltweiten Datennetz um Rückmeldungen auf die Frage nach der Ökumene gebeten.

Statements

Tobias

Tobias, Gymnasiast aus Ohmenhausen, hat mir geschrieben:

"Ich denke, Ökumene ist nicht nur das friedliche Zusammenarbeiten der beiden Konfessionen.

Für mich gehört zur Ökumene auch das sich gegenseitig Akzeptieren."

DiMÖ

Unser Fachmann für Ökumene in unserer Prälatur hat ein Bonmot auf Lager:

"Ökumene ist, wie wenn zwei Paar Stiefel mit unterschiedlicher Gangart versuchen, in eine Richtung zu laufen; dabei fällt auf, daß die Füße dazu eher bereit sind als die Köpfe. ¼

Die größte Gefahr für die Ökumene ist die Angst: Angst vor mir fremden Christen aus anderen Konfessionen; Angst, etwas von meiner Glaubenstradtion aufgeben zu müssen; Angst, von anderen Vorstellungen dominiert und überrumpelt zu werden ¼ "

Andy Smith

Mein lutherischer Freund aus Michigan in den USA hat noch einen kleinen Satz geschrieben,

der mich sehr angesprochen hat:

"Man muß auch die Leute innerhalb der eigenen Konfession lieben und annehmen".

Bergisch-Gladbach

Aus dem katholischen Bergisch-Gladbach möchte ich Ihnen noch eine Anregung zu Beginn weitergeben:

"Ökumene ist für mich keine Frage des "Machens", sondern eine Geisteshaltung des Zuhörens und der Offenheit für Nachbarn. Zwei benachbarte Familien werden nie (na, sagen wir selten) zu einer Familie verschmelzen und können doch sehr produktiv miteinander leben."

Überleitung

Ich denke, diesen Anregungen werden wir noch nachzugehen haben.

Aber, Martin, vielleicht könntest Du mal sagen,

was Dir zu diesem Stichwort einfällt!

M: persönliches Statement

Das mit der Geisteshaltung des Zuhörens und der Offenheit gefällt mir gut - denn auch ich glaube, daß es bei der Ökumene nicht nur ums Machen geht.

Natürlich sollen wir das miteinander tun, was möglich ist; aber noch grundsätzlicher geht es für mich darum, dem anderen in Achtung und Wertschätzung zu begegnen; es geht für mich darum, mit dem anderen in ein aufrichtiges Gespräch zu kommen in dem Bewußtsein, daß keine Kirche für sich beanspruchen kann, einzig und allein die ganze Fülle des christlichen Glaubens für sich gepachtet zu haben. Gerade weil jeder vom anderen in Sachen Glauben etwas lernen kann, ist mir der gegenseitige Austausch, das Zuhören und die Offenheit füreinander wichtig. Das Bewußtsein, in der eigenen Kirche nicht auf dem allein seligmachenden Weg zu sein, ist deshalb für mich die Grundlage einer ehrlichen Ökumene.

Das schließt natürlich nicht aus, daß ich meine Kirche schätzen und mich auf meinem Weg wohlfühlen kann; aber es schließt aus, daß ich mich als Richter aufspiele und andere Traditionen verurteile oder als minderwertig abwerte, die sich - genauso wie die eigene Tradition - auf die Bibel berufen können. Der Heilige Geist reicht viel weiter, als wir denken! Oder wie siehst Du das, Alexander?

A: persönliches Statement

Was ich über Ökumene denke?

Ich freue mich,

wenn wir gemeinsam Gottesdienst feiern,

so wie das bei Eurem Roßbergfest seit langen Jahren gute Gewohnheit ist,

wie wir das ja auch bei der Bibelwoche und dieses Jahr erstmals bei der Kinderbibelwoche und am Bußtag tun wollen.

Andrerseits kann ich dem gut nachfühlen,

was mir der Redakteur unseres Evangelischen Pressedienstes zukommen läßt:

"Ökumene ging immer zu Lasten der Evangelischen, die Katholiken haben in keinem wichtigen Punkt nachgegeben und über Grußbotschaften und Schönwetter-Reden hat sich echt bisher nichts ereignet."

Nun, ganz so hart hätte ich das nicht gesagt;

aber es ist halt was dran;

und es schmerzt mich schon,

wenn ich mir bewußt mache,

daß ich für Deine Kirche, Martin, nun mal kein echter Pfarrer bin ¼

Aber mein amerikanischer Freund Andy hat uns noch einen Tip gegeben,

den wir in unserer Dialog-Predigt jetzt beherzigen sollten:

"Eine Grundlage für die Ökumene ist die heilige Schrift und das Lesen darin und Diskutieren darüber.

Alle Christen haben die Schrift gemeinsam, und das verbindet uns."

Laß mal ein Stück Schrift hören, Martin!

M: Text Eph 4,1-7

Ich lese einen Abschnitt aus dem Epheserbrief:

So ermahne ich euch nun, ich, der Gefangene in dem Herrn, daß ihr der Berufung würdig lebt, mit der ihr berufen seid,

in aller Demut und Sanftmut, in Geduld. Ertragt einer den andern in Liebe

und seid darauf bedacht, zu wahren die Einigkeit im Geist durch das Band des Friedens:

ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung eurer Berufung;

ein Herr, ein Glaube, eine Taufe;

ein Gott und Vater aller, der da ist über allen und durch alle und in allen.

Einem jeden aber von uns ist die Gnade gegeben nach dem Maß der Gabe Christi.

M: "vorgegebene Einheit", gemeinsames Erbe

Ein solcher Text ermutigt mich - denn in ihm wird das uns Verbindende, unser gemeinsames Fundament deutlich: Dieselbe Hoffnung, zu der wir berufen sind; ein Herr, ein Glaube auf dem Zeugnis der Bibel, eine Taufe; ein Gott und Vater aller - und jedem von uns ist von Christus Gnade geschenkt! Da ist doch schon viel an Einheit vorgegeben! Und ich kann ja noch mehr nennen: Ein Vater unser, ein Glaubensbekenntnis, und 1500 Jahre gemeinsame Glaubensgeschichte! Das ist doch eine solide Basis, ein gemeinsames Erbe - eine Einheit, die uns niemand nehmen kann!

A: Einwand: was diese Einheit nicht ist ¼ / ernsthaft Trennendes / Kirchenverständnis

Ich finde es wichtig, daß wir uns das wieder einmal haben sagen lassen:

Einheit ist euch zuerst einmal vorgegeben,

die könnt ihr nicht abwählen oder raussuchen,

ihr lieben Christen:

Ihr gehört zusammen, ob euch das paßt oder nicht.

Freunde kann man sich raussuchen,

Geschwister nicht.

Allerdings wissen nicht zuletzt wir Pfarrer von den vielen verkrachten Familien und Geschwistern, die sich spinnefeind sind und einander das Leben schwer machen.

Zum Glück ist das zwischen unseren Kirchen nicht mehr so.

Und auch wenn es keine organisatorische Einheit,

kein Einheitsbrei und Glattbüglen gibt -

was ja auch keiner will, dem die Sache noch wenigstens ein bißchen was bedeutet;

so gibt es doch diese Einheit, die dahinter liegt -

und zugleich vor uns als Aufgabe.

Denn, wenn wir uns das zu Herzen nehmen,

was Du, Martin, gerade über die Einheit gesagt hast,

dann muß einem das Neben- und Gegeneinander so vieler Kirchen oder einfach auch nur, daß man sich nicht anerkennt oder ignoriert, doppelt schmerzen.

Denn das werfen uns ja viele Leute vor,

daß wir nur fromm reden,

aber unserem Reden keine Taten folgen lassen.

Aber mir ist gerade in der letzten Zeit,

beim Nachdenken über diese Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre wieder aufgefallen,

daß das, was uns am meisten trennt, wohl das Kirchenverständnis ist:

wir Protestanten, für die die Kirche immer ein bißchen fremd bleibt, weil wir behaupten, daß jeder Christ, jede Christin gleich unmittelbar zu Gott ist -

was dann manchmal zu jener typisch evangelischen Unart führt,

daß jeder immer und allezeit an "der" Kirche und ihren Vertretern meint rumnörgeln zu müssen -

und die Kirchenvertreter nörgeln dann weiter gegen "die da oben".

Und dann auf der anderen Seite ihr Katholiken, die ihr die Kirche Mutter nennt -

und wir Protestanten dann leicht zu Stiefkindern werden,

weil wir zwar den selben Vater, aber nicht dieselbe Mutter haben ¼

M: ¼ und auch nicht "Superkirche" / was ist notwendig an Übereinstimmung, wo ist Freiheit möglich

Ja, Du hast recht...natürlich gibt es auch ernstzunehmende Unterschiede in unserem Glaubensverständnis, die noch nicht miteinander geklärt sind. Und natürlich dürfen wir nicht einfach so tun, als gäbe es sie nicht!

Ich frage mich allerdings, ob tatsächlich alle Unterschiede ausgeräumt werden müssen... Wenn ich den eigenen Weg nicht als absolut setze und dem Heiligen Geist tatsächlich zutraue, auch auf anderen Wegen zu wirken - kann es dann nicht möglich sein, daß manche Traditionen in ihrer Eigenart bestehen bleiben, gegenseitig anerkannt werden und einander ergänzen? Vielleicht ist das Ganze des Glaubens ja ohnehin nur in einer Vielfalt von Ausprägungen möglich... Die Frage ist also: Wieviel Übereinstimmung ist für eine erstrebenswerte Einheit notwendig und wieviel Freiheit ist möglich?

Genausowenig wie Du Dir eine Einheit auf dem kleinsten gemeinsamen Nenner vorstellen kannst, genausowenig kann ich mir eine Einheit in Form einer streng uniformen Kirche vorstellen - eine Superkirche, in der alles gleich und einheitlich geregelt ist! Ich denke, wir müssen den Weg in Richtung einer Einheit in der Vielfalt gehen und miteinander zu einer versöhnten Verschiedenheit finden.

Deshalb nochmals meine Frage: Wieviel an Gemeinsamem ist notwendig und wieviel an Freiheit ist möglich? Leider habe ich darauf allerdings selber noch keine Antwort ¼ !

A: das Entscheidende ist die lebendige Beziehung zu Christus / Vertrauen

Du, Martin, könnte es sein, daß wir die Ebene wechseln sollten und die Blickrichtung.

Solange wir wieder nur bei unseren Kirchen bleiben,

zuerst auf uns Menschen sehen,

kommt man irgendwie nicht weiter.

Ein Kollege von mir hat mir noch etwas Interessantes geschrieben,

das uns weiterbringen könnte:

"Die wahre Trennung besteht innerhalb der Konfessionen zwischen den Menschen, die die Botschaft des Evangeliums ernst nehmen, und denen, die Kirche als regelmäßige metaphysische Kultveranstaltung sehen."

Das lenkt uns den Blick weg von den Theologien und Streitpunkten,

das lenkt den Blick auf das, was Christsein ausmacht:

auf die Beziehung zu Jesus Christus;

schließlich glauben wir nicht zuerst etwas und an etwas;

schließlich glauben, vertrauen wir als Christin, als Christ jemandem.

Wir sprechen nicht zuerst über etwas;

unsere eigentliche Tätigkeit ist doch, daß wir mit "ihm" sprechen.

Und Ökumene fängt dann da an und findet dort auch schon ihr Ziel,

wo wir miteinander zu ihm reden.

Vielleicht gibt es ja gar keine andere oder tiefere Ökumene als das gemeinsame Gebet,

das gemeinsame Vaterunser -

vielleicht sind wir viel früher am Ziel, als wir denken?

Ich glaube, wenn wir aus einer lebendigen Beziehung zu Christus heraus leben,

dann wird uns manches Wort im Munde stecken bleiben,

dann werden wir nicht dauernd Angst um unsere Pfründe haben,

dann werden wir uns über das von erzen freuen, was anderen gelingt -

vielleicht sollten wir ja einfach ein bißchen mehr glauben und ein bißchen mehr beten und ein bißchen mehr vertrauen.

"Ein Herr" - sprich: die Beziehung zu dem einen Herrn,

mehr kann doch Ökumene eigentlich gar nicht sein,

als das dann noch gemeinsam zu leben.

M: Wie leben wir das ¼ vor Ort ¼

Also schon wieder etwas Verbindendes, etwas Gemeinsames... auch wenn es manchmal schwerfällt, Glaube als Beziehung zu leben.

Aber auch darin geht es uns Christen ja allen gleich: Daß wir in den Höhen und Tiefen unseres Lebens immer wieder um unseren Glauben ringen müssen, daß wir immer wieder auch Zweifel verspüren. Wie in jeder zwischenmenschlichen Beziehung erleben wir auch im Glauben ein Auf und Ab; wie in jeder Beziehung sind wir auch in unserem Glauben mal näher dran und mal weiter entfernt... vielleicht macht gerade das einen Teil der Lebendigkeit unseres Glaubens aus?!

Jedenfalls sind wir auf dem Weg - und ich freue mich wirklich, daß wir dabei gemeinsam auf dem Weg sind! Heute, hier im Gottesdienst und auch nachher beim Feiern miteinander; in der Kinderbibelwoche in den Sommerferien und in der Bibelwoche im neuen Jahr; in Jugendaktionen wie dem "Grünen Tal" und in gemeinsamen Gesprächsabenden; in den informellen Kontakten untereinander und auch in unserer Vorbereitung für den heutigen Gottesdienst ... Mir tut es gut, Dich und Euch als Gemeinde mit auf dem Weg zu wissen und gemeinsam Schritte zu tun!

A: ¼ und in dieser Gesellschaft, in Europa ¼

Ich freue mich, daß es das alles schon bei uns vor Ort gibt,

und daß manches möglich ist,

was für die Älteren unter uns noch zu deren Jugend undenkbar war.

Es tut gut, solche Hoffnungszeichen zu sehen,

und zu spüren, daß wir miteinander weiterkommen und voneinander lernen, unser Christsein besser, glaubhafter zu leben.

Und schließlich sind wir doch gemeinsam auch stärker:

stärker nicht im Sinne von mehr Macht haben;

stärker im Sinne von: sich stark machen für die Menschen.

Ich denke zum Beispiel an die Verantwortung,

die wir und unsere Kirchen unserer Gesellschaft gegenüber haben

und auf der politischen Ebene.

Wer sollte sonst die lebendige Erinnerung daran wach halten,

daß der Mensch nicht alles darf, was er kann,

daß der Mensch mehr ist, als das, was er leistet,

daß der Mensch Gott verantwortlich ist,

daß der Mensch in Jesus Christus guten Grund zum Hoffen hat.

Die Menschen kommen auch ohne unsere Kirchen aus,

die Welt geht davon nicht unter;

aber die Welt kommt nicht ohne Jesus Christus und den Glauben an ihn aus,

ohne ihn geht sie unter -

die Hoffnung und das Vertrauen auf ihn wachzuhalten,

dazu gibt es uns,

Sie und Dich und mich - und unsere Kirchen.

M: nochmals - "vorgegebene Einheit"

Damit sind wir wieder bei unseren Bibeltexten "gelandet": Bei dem Wunsch und der Bitte Jesu: "Alle sollen eins sein"(...), damit die Welt erkennt, daß du mich gesandt hast und die Meinen ebenso geliebt hast wie mich." Aber auch bei der Zusage des bereits Verbindenden: "Ein Leib, ein Geist und eine Hoffnung; ein Herr, eine Taufe, ein Gott und Vater aller; und die Gnade Jesu Christi, die jedem von uns gegeben ist."

Für mich sind diese beiden Texte Anspruch und Ermutigung zugleich: Anspruch, den Weg zu wachsender Einheit weiterzugehen; Ermutigung, daß wir ihn auf der Grundlage dessen gehen dürfen, was schon da ist, was uns als Fundament bleibend geschenkt ist.

Wie stellst Du Dir denn unseren weiteren Weg vor? Was wünschst Du Dir für die Zukunft?

A: meine persönliche Hoffnung

Meine ganz persönliche Hoffnung ist es,

daß wir gemeinsam diese Beziehung zu unserem gemeinsamen Herrn unserer Kirchen leben und intensiver erleben.

Meine Hoffnung ist auch,

daß das unser gemeinsames Anliegen wird,

liebe Gemeinde,

das Anliegen von allen,

denen der Glaube wirklich noch etwas bedeutet.

Wir haben heute morgen keine konfessionelle Gegenveranstaltung um 1/2 Zehn in der evangelischen Kirche;

das war keine arbeitssparende Idee von uns Pfarrern;

das war das Anliegen aus dem Kirchengemeinderat,

der damit ein Zeichen setzen wollte.

Sowas macht mir Mut zu hoffen.

Und jetzt, Martin, bräuchten wir noch ein Schlußwort ¼

M: meine persönliche Hoffnung

Für die Ökumene als solche: Daß das Klima, in dem sich Ökumene an vielen Orten ereignet (die gemeinsamen Begegnungen und Erfahrungen miteinander) den Boden immer mehr bereitet für gegenseitige Anerkennung und Einigung.

Für uns hier vor Ort: Daß wir weiterhin guten Kontakt halten; daß unsere Zusammenarbeit weiter in so guter, freundschaftlicher Atmosphäre verläuft; daß wir uns weiter die Zeit nehmen, gemeinsam das Mögliche zu tun.

A: Liedansage

Lied "Lobet den Herren" 1+2+4

A: Fürbittengebet

Jesus Christus,

Herr der Kirche, Grund unserer Hoffnung!

Es schmerzt,

wenn wir den Unfrieden unter den Menschen sehen:

an unserem Ort - Menschen, die zueinander unehrlich sind und nur sich selbst sehen;

in unserer Welt - Menschen mit Waffen in den Händen;

in unseren Kirchen - Menschen, die sich über andere und deren Glauben erheben.

Jesus Christus,

erhalte unseren Schmerz,

laß uns nicht taub dafür werden;

gib uns Hoffnungszeichen und beherzte Schritte auf deine neue Welt zu.

Laß Verständigung wachsen,

wo Mißverständnisse regieren;

laß Friede blühen,

wo der Haß das Leben mit Füßen tritt;

laß Gerechtigkeit wachsen,

damit wir und alle Menschen das Leben finden und Glück.

Jesus Christus,

laß Einheit wachsen und Verständnis und Friede,

befreie uns aus der Angst um uns selbst.

Amen.

Vaterunser

Vater unser im Himmel!

Geheiligt werde Dein Name!

Dein Reich komme!

Dein Wille geschehe,

wie im Himmel, so auf Erden!

Unser täglich Brot gib uns heute!

Und vergib uns unsere Schuld,

wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!

Und führe uns nicht in Versuchung,

sondern erlöse uns von dem Bösen!

Denn Dein ist das Reich

und die Kraft

und die Herrlichkeit

in Ewigkeit.

Amen.

Schlußlied "Nun danket alle Gott" 1-3

M+A: Abkündigungen

A: Segen

Der Herr segne Dich und behüte Dich!

Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir

und sei Dir gnädig!

Der Herr erhebe sein Angesicht über Dich

und gebe Dir Frieden!

Das gewähre Euch Gott

der Vater, der Sohn und der Heilige Geist!

gesprochenes Amen

Posaunennachspiel




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