Konfirmation 1997

Konfirmations-Gottesdienst 97 (27.4.97)
Konfirmanden-Abendmahl 97 (4.5.97)







Konfirmationsgottesdienst

Gönningen - 27.04.97

Schritt-Weise

Glocken

Vorspiel und Einzug

Lied 447,1+2+6 Lobet den Herren

Gruß


Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes.
Lobe den Herr, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen!
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat!

gesungenes Amen

Begrüßung


[STEFANIE]
Noch eine Bitte:
Verschieben Sie doch das Foto- und Videografieren auf später;
Wir haben miteinander abgesprochen,
daß Herr Bauer das Filmen für uns übernimmt.
Herzlichen Dank!

Psalm 100


Jauchzet dem Herrn, alle Welt!
Dienet dem Herrn mit Freuden,
kommt vor sein Angesicht mit Frohlocken!
Erkennet, daß der Herr Gott ist!
Er hat uns gemacht und nicht wir selbst
zu seinem Volk und zu Schafen seiner Weide.
Gehet zu seinen Toren ein mit Danken,
zu seinen Vorhöfen mit Loben;
danket ihm, lobet seinen Namen!
Denn der Herr ist freundlich,
und seine Gnade währet ewig
und seine Wahrheit für und für.

"Ehr sei dem Vater"

Eingangsgebet


Gott,
mit ganz unterschiedlichen Empfindungen kommen wir zu dir:
ich finde es toll, daß sich heute alles um mich dreht;
ich bin furchtbar aufgeregt, weil sich heute alles um mich dreht;
ich spüre, wie mein Kind wieder ein Stück mehr erwachsen und damit selbständig geworden ist in den letzten Monaten;
ich frage mich, wie es wohl einmal sein wird - nächstes Jahr, in fünf Jahren, in zehn Jahren;
ich wünsche es den jungen Leuten, daß sie etwas von dem Glauben an dich erfahren, der mich getragen hat.
Ganz unterschiedlich sind unsere Empfindungen, Gott!
Schließe du uns jetzt zusammen zu einer Gemeinde,
die dich feiert:
deine Nähe zu uns
und deine Liebe zu uns Menschen.
Mit dir wollen wir Schritte gehen in diesem Gottesdienst.
Amen.
Wir beten weiter in der Stille!

Stilles Gebet


Der Herr ist freundlich,
und seine Gnade währet ewig.
Amen.

Gospelchor

"Katechismus-Sprechen


Konfirmanden kommen nach vorn:
1. Einführung
Pfarrer
Liebe Gemeinde!
schrittweise leben wir.
Auch in diesem Gottesdienst liegen Schritte vor uns:
in einem Dreischritt gehen wir durch diesen Gottesdienst.
In einem ersten Schritt werden uns nun die Konfirmandinnen und Konfirmanden davon erzählen,
was die Inhalte des christlichen Glaubens sind.
Neben biblischen Aussagen und dem Glaubensbekenntnis werden wir Sie an die Aussagen des Katechismus erinnern;
in einem nächsten Schritt werden wir das jeweils nochmals in heutigen Worten ausdrücken.
Der Grund unseres Glaubens ist das Evangelium,
die Nachricht, die uns und alle Welt angeht.
Alexander
Also hat Gott die Welt geliebt,
daß er seinen eingeborenen Sohn gab,
damit alle, die an ihn glauben,
nicht verloren werden,
sondern das ewige Leben haben.
Dirk Z.
Die frohe Botschaft von Gottes Reich sagt uns die Bibel.
In der Bibel redet Gott zu uns durch Menschen,
die von ihm ergriffen wurden und denen er sich bekannt gemacht hat.
Vor allem redet er durch den Einen, in dem er selbst gegenwärtig ist für alle, die nach ihm fragen, durch Jesus Christus.
Tanja
Was in der Bibel auf vielen Seiten von Gott und seiner rettenden Liebe zu uns Menschen bezeugt ist, wurde schon in früheren Zeiten der Kirche und auch später immer wieder in Bekenntnissen zusammengefaßt.
Sie heben heraus, was für unseren Glauben grundlegende Bedeutung hat.
Mit ihnen kann auch der einzelne aussprechen, woran er sich hält.
2. Das Glaubensbekenntnis
Pfarrer
Die älteste dieser grundlegenden Zusammenfassungen, die in der Kirche Geltung erlangt hat, nennen wir das Apostolische Glaubensbekenntnis.
Wir sprechen es noch heute im Gottesdienst.
Es verbindet uns mit den Christen in aller Welt und zu allen Zeiten.
Wir wollen uns gemeinsam mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden zu unserem christlichen Glauben bekennen.
Gemeinde
Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde,
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn,
unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
ErsterArtikel
Lisa
Der erste Satz dieses Glaubensbekenntnisses spricht von Gott, dem Vater.
Martin Luther hat diesen Abschnitt im Katechismus erklärt:
Olga
Ich glaube, daß
mich Gott gschaffen hat
samt allen Kreaturen,
mir Leib und Seele,
Augen, Ohren und alle Glieder,
Vernunft und alle Sinne
gegeben hat und noch erhält;
Daniel
dazu Kleider und Schuh,
Essen und Trinken,
Haus und Hof,
Weib und Kind,
Äcker, Vieh,
und alle Güter beschert,
mich mit allem, was not tut
für Leib und Leben
reichlich und täglich versorgt,
in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel
behütet und bewahrt;
Finja
und das alles
aus lauter väterlicher, göttlicher Güte
und Barmherzigkeit
ohn all mein Verdienst und Würdigkeit;
des alles ich ihm zu danken und zu loben
und dafür zu dienen
und gehorsam zu sein schuldig bin.
Das ist gewißlich wahr.
Pfarrer
Wir versuchen es nun,
mit einigen Sätzen aus unserer Zeit zu sagen:
Joachim
Wir glauben und leben davon, daß Gott unser Vater ist.
Das Weltall und unser Leben sind sein Werk.
Er lenkt die Geschichte und ist auch dort mächtig,
wo wir sein Wirken nicht wahrnehmen.
Frieder
Wir glauben und leben davon,
daß Gott unser Vater sein will,
obwohl wir Menschen durch unseren Abfall von ihm und durch unseren Ungehorsam gegen sein Gebot soviel Leid und Zerstörung in seine Welt hineintragen.
Bettina
Es ist seine große Geduld, daß er uns trotzdem nicht verwirft,
sondern uns bis heute diese Erde mit ihrer Schönheit und mit all ihrem Reichtümern als Wohnung läßt,
damit wir sie bebauen und bewahren.
Er hört nicht auf zu warten,
daß wir von unseren eigenmächtigen Wegen zu ihm umkehren.
Zweiter Artikel
Sonia
Daß Gott unser Vater ist, das sagt uns nicht die Natur.
Sie ist mit all ihrer Schönheit und ihren wunderbaren Gesetzen auch voll unbegreiflicher Härte.
Daß wir Gott als unserem Vater vertrauen können, das sagt uns auch nicht unser Herz, das oft so fern von ihm ist.
Einer sagt es uns: Jesus Christus, Gottes Sohn.
So lautet der zweite Satz im Apostolischen Glaubensbekenntnis:
Tobias
Ich glaube an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
Nadine
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.
Pfarrer
Unser Katechismus sagt dazu:
Marco
Ich glaube,
daß Jesus Christus,
wahrhaftiger Gott,
vom Vater in Ewigkeit geboren,
und auch wahrhaftiger Mensch,
von der Jungfrau Maria geboren,
sei mein Herr,
Ramona
der mich verlorenen und verdammten Menschen erlöst hat,
erworben und gewonnen von allen Sünden,
vom Tod und von der Gewalt des Teufels,
nicht mit Gold oder Silber,
sondern mit seinen heiligen, teuren Blut
und mit seinem unschuldigen Leiden und Sterben;
Annika
auf daß ich sein eigen sei
und in seinem Reich unter ihm lebe und ihm diene
in ewiger Gerechtigkeit,
Unschuld und Seligkeit,
gleichwie er ist auferstanden vom Tod,
lebet und regieret in Ewigkeit.
Das ist gewißlich wahr.
Pfarrer
Wir versuchen es wieder mit Sätzen aus unserer Zeit zu sagen.
René
Wir glauben und leben davon,
daß Gott in Jesus Christus Mensch wurde,
Jesus war ein Mensch wie wir,
und er war doch ganz anders als wir.
Nur er hat das Gebot Gottes wirklich erfüllt.
In ihm kommt Gottes Liebe zu uns.
Dirk H.
Darum mußte er sterben,
abgelehnt und hinausgestoßen von allen.
Aber Gott hat sich zu ihm bekannt.
Er hat ihn von den Toten auferweckt.
Jetzt hat Jesus die Macht,
uns von Schuld und Angst zu befreien.
Er hilft uns, vor Gott zu leben.
Durch ihn können wir glauben, daß Gott uns liebt.
Auch der Tod kann uns nicht mehr von ihm trennen.
Stefanie
Durch Jesus Christus wird zuletzt gemessen werden,
was unser Tun und Wesen wert ist.
Was vor ihm nicht besteht, ist für ewig vertan.
Dritter Artikel
Kathrin
Wie kann, was vor 2000 Jahren geschah,
heute noch so viel für uns bedeuten
und die Zukunft der ganzen Welt bestimmen?
Das Apostolische Glaubensbekenntnis antwortet,
daß es der Geist Gottes ist,
der das Werk Jesu fortsetzt und vollendet.
So lautet sein dritter Satz vom Heiligen Geist:
Ina
Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Pfarrer
Martin Luther hat das so erklärt:
Eva
Ich glaube,
daß ich nicht aus eigener Vernunft noch Kraft an Jesus Christus, meinen Herrn,
glauben oder zu ihm kommen kann,
sondern der Heilige Geist
hat mich durchs Evangelium berufen,
mit seinen Gaben erleuchtet,
im rechten Glauben geheiligt und erhalten;
Dirk Z.
gleichwie er die ganze Christenheit auf Erden
beruft, sammelt, erleuchtet, heiligt
und bei Jesus Christus erhält
im rechten, einigen Glauben;
Tanja
in welcher Christenheit er mir und alle Gläubigen
täglich alle Sünden reichlich vergibt
und am jüngsten Tage mich und alle Toten
auferwecken wird
und mir samt allen Gläubigen
in Christus ein ewiges Leben geben wird.
Das ist gewißlich wahr.
Pfarrer
Wir versuchen auch hier,
das mit einigen Sätzen aus unserer Zeit auszudrücken.
Olga
Wir glauben und leben davon,
daß Gottes Geist uns zu neuen Menschen macht.
Der Heilige Geist ist der Geist Gottes und der Geist Jesu.
Durch ihn wirkt Jesus in den Menschen,
die ihm nachfolgen.
Durch ihn gibt Gott uns die Kraft zum Glauben und zum Lieben,
zum Kämpfen und zum Leiden,
zu der gewissen Hoffnung,
daß am Ende von allem sein vollendetes Reich sein wird.
Der Heilige Geist läßt uns mit unserem Glauben nicht allein,
sondern sammelt uns zu seiner Gemeinde.
Pfarrer
Immer wieder wird gefragt, wer denn zur Gemeinde Jesu Christi gehört.
Alexander
Alle, die an Jesus Christus glauben,
die ihn als ihren Herrn anrufen
und bereit sind, ihm auch im Alltag ihres Lebens zu dienen.
Alle, die sich seinen Auftrag nicht entziehen,
ihn vor den Menschen zu bekennen
und mit Wort und Tat seine Zeugen zu sein.

Lied EG 515,1+6+7 Laudato si


3. Die Heilige Taufe
Pfarrer
Was Gott uns schenkt, das sagt er uns in jedem Gottesdienst.
Er besiegelt es in den beiden sichtbaren Zeichen Taufe und Abendmahl.
Bei der Taufe berufen wir uns auf Jesus Christus.
Er spricht:
Lisa
Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und unf Erden.
Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker:
Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes
und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe.
Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Pfarrer
Der Reformator unserer württembergischen Kirche, Johannes Brenz, sagt von der Taufe:
Joachim
Die Taufe ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen,
womit Gott, der Vater,
durch Jesus Christus, seinen Sohn,
samt dem Heiligen Geist bezeugt,
daß er dem Getauften ein gnädiger Gott wolle sein
und verzeihe ihm alle Sünden aus lauter Gnade
um Jesu Christi willen
und nehme ihn auf an Kindes Statt
und zum Erben aller himmlischen Güter.
Finja
Ich bin getauft, das heißt:
Ich habe einen Vater im Himmel.
Ich darf jederzeit zu ihm kommen.
Das gilt, auch wenn ich versagt habe.
Das gilt, auch wenn ich durch lange Zeit nichts von ihm habe wissen wollen.
Daniel
Ich bin getauft, damit sage ich:
Ich habe Schwestern und Brüder auf dieser Erde.
Ich gehöre zur Familie Gottes,
die er in allen Ländern, Völkern und Rassen hat.
Nadine
Ich bin getauft, damit sage ich:
Das Böse hat keine endgültige Macht über mich,
denn Christus hat es für mich überwunden.
Keine Schuld hat soviel Macht,
daß sie mir die Heimkehr zu Gott versperren könnte.
Tobias
Ich bin getauft, damit bekenne ich:
Der Tod wird mich nicht festhalten.
Christus ist aus dem Tode auferstanden,
und so wird er auch mich durch den Tod hindurch zu einem neuen Leben führen.
Pfarrer
Die Konfirmation ist auf die Taufe bezogen.
Ein Gesangbuch-Vers drückt es so aus:
Frieder
Ich gebe dir, mein Gott, aufs neue,
Leib, Seel und Herz zum Opfer hin;
erwecke mich zu neuer Treue
und nimm Besitz von meinem Sinn.
Es sei in mir kein Tropfen Blut,
das nicht, Herr, deinen Willen tut.
4. Das Heilige Abendmahl
Marco
Das andere Sakrament ist das Abendmahl.
Vom ersten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern hielt, berichtet das Neue Testament:
Sonia
Der Herr Jesus
in der Nacht, da er verraten ward
und mit seinen Jüngern zu Tische saß,
nahm das Brot, sagte Dank und brach's,
gab's seinen Jüngern und sprach:
Nehmet hin und esset;
das ist mein Leib, der für euch gegeben wird.
Das tut zu meinem Gedächtnis.
Bettina
Desgleichen nach dem Mahl
nahm er den Kelch, sagte Dank,
gab ihnen den und sprach:
Trinket alle daraus;
das ist mein Blut des Neuen Bundes,
das für euch und für viele vergossen wird
zur Vergebung der Sünden.
Das tut zu meinem Gedächntis.
Pfarrer
Johannes Brenz sagt im Katechismus:
René
Das Abendmahl ist ein Sakrament und göttlich Wortzeichen,
worin uns Christus wahrhaftig und gegenwärtig
mit Brot und Wein seinen Leib und sein Blut schenkt und darreicht,
und vergewissert uns damit,
daß wir haben Verzeihung der Sünden und ein ewiges Leben.
Annika
Wenn wir Abendmahl feiern, erfahren wir:
Jesus tritt mit seinem Leben und Sterben für uns ein
und macht uns frei von allem, was uns von Gott trennt.
Das bekräftigt er uns
und schenkt uns sich selbst in den äußeren Zeichen von Brot und Wein zu neuer Gemeinschaft.
Ramona
Wenn wir Abendmahl feiern,
erfahren wird:
Gott nimmt uns an.
Darum sollen auch wir einander annehmen,
uns gegenseitig vergeben,
das Trennende überwinden
und die Hand zum Frieden reichen,
wo wir zerstritten sind.
Eva
Wenn wir Abendmahl feiern, erfahren wir:
Wir alle sind an Jesu Tisch geladen.
Hier wird trotz all unserer Unvollkommenheit etwas von seinem Reich des Friedens sichtbar,
in dem es keine Feinde und keine Fremden mehr gibt.
Auf dieses Reich hoffen wir.
5. Das Gebet
Pfarrer
Wir Menschen können miteinander sprechen.
Das ist die Brücke zwischen uns.
Auch mit Gott können wir sprechen.
Wir nennen es beten.
Martin Luther hat es folgendermaßen umschrieben:
Stefanie
Das Gebet ist ein Reden des Herzens mit Gott
in Bitte und Fürbitte,
Dank und Anbetung.
Am guten wie am bösen Tag dürfen wir als Gottes Kinder im Namen Jesu zu ihm kommen.
Alexander
Wenn wir beten, wenden wir uns an Gott
und sind bereit, auf ihn zu hören.
Wir sprechen vor ihm unsere Sorgen aus
und sagen ihm unsere Bitten.
Wir danken ihm, daß er uns hört.
Ina
Wir bekennen Gott,
wo wir versagt haben und was wir schuldig geblieben sind.
Wir bitten um seine Vergebung und um Einsicht in seinen Willen.
Wir danken ihm für seine Gaben und rühmen seine Macht.
Dirk Z.
Wir bedenken vor Gott das Geschick anderer Menschen
und bitten um den Geist des Friedens und der Gerechtigkeit in unserer Welt.
Wir bitten ihn auch um Geduld mit uns allen,
die wir seiner Wahrheit oft so wenig gehorchen;
wir bitten ihn um das Kommen seines Reiches.
Daniel
Viele halten ihr Gebet nur für sinnvoll,
wenn es ihnen das bringt,
was sie wünschen.
Aber Gebete werden nicht dadurch erhört,
daß alle unsere Wünsche in Erfüllung gehen,
sondern so, daß Gottes Reich mit seinen Gaben zu uns und allen Menschen kommt.
Pfarrer
Das Gebet der Christenheit und das Vorbild für unser Reden mit Gott ist das Gebet, das Jesus selbst gelehrt hat.
Wir sprechen das Vaterunser auch in diesem Gottesdienst gemeinsam im Anschluß an das Fürbittengebet.

Gospel-Chor


6. Die Zehn Gebote
Pfarrer
Gott bindet uns an seinen Willen, indem er uns seine Gebote gibt.
Durch sie schafft er uns Raum zum Leben
und sagt Nein zu allem,
womit wir uns selbst und einander das Leben verderben.
Lisa
Gott will, daß wir uns nicht fesseln lassen an Geld und Besitz, an Menschen und Mächte
und von ihnen die Erfüllung unseres Lebens erwarten.
Er sagt uns im ersten Gebot:
Tobias
Ich bin der Herr, dein Gott.
Du sollst keine anderen Göttern neben mir haben.
Pfarrer
Martin Luther hat das so erklärt:
Frieder
Wir sollen Gott über alle Dinge fürchten,
lieben und ihm vertrauen.
Marco
Gott will, daß wir seinen Namen mit Ehrfurcht gebrauchen und ihn voll Vertrauen anrufen.
Darum sagt er uns im zweiten Gebot:
Sonia
Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht mißbrauchen.
Annika
Gott will, daß wir zur Ruhe kommen von unserer Arbeit
und Zeit haben für ihn und sein Wort im Gottesdienst der Gemeinde.
Darum sagt er uns im dritten Gebot:
René
Du sollst den Feiertag heiligen.
Eva
Gott will, daß wir unseren Eltern mit Achtung begegnen,
auch später nicht vergessen, was wir ihnen verdanken,
und dazu helfen, daß sie nicht in Not und Einsamkeit leben müssen.
Darum sagt er uns im vierten Gebot:
Stefanie
Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,
auf daß du lange lebest im Lande,
das dir der Herr, dein Gott, geben wird.
Kathrin
Gott will, daß das Leben des Menschen geschützt und erhalten werde
und seine Erde unverdorben bleibe von Haß, Streit und Krieg.
Darum sagt er uns im fünften Gebot:
Ina
Du sollst nicht töten.
Dirk H.
Gott will, daß die Geschlechter sich mit Achtung begegnen, Verantwortung füreinander übernehmen und die Ehe in Liebe und Treue heilig halten.
Darum sagte er uns im sechsten Gebot:
Ramona
Du sollst nicht ehebrechen.
Bettina
Gott will, daß das Eigentum des Nächsten unangetastet bleibe
und alle mit den notwendigen Lebensgütern versorgt werden.
Darum sagt er uns im siebten Gebot:
Nadine
Du sollst nicht stehlen.
Joachim
Gott will, daß die Ehre des Menschen gewahrt werde
und der gute Name des Nächsten unversehrt bleibe.
Darum sagt er uns im achten Gebot:
Finja
Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.
Tanja
Gott will, daß wir dem anderen nicht neiden, was ihm gehört,
sondern uns an dem freuen, was uns gegeben ist.
Darum sagt er uns im neunten und zehnten Gebot:
Olga
Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Hauses.
Kathrin
Du sollst dich nicht lassen gelüsten deines Nächsten Weibes,
noch seines Knechts, noch seiner Magd,
noch seines Ochsen, noch seines Esels,
noch alles, was dein Nächster hat.
Pfarrer
Alle diese zehn Gebote sind zusammengefaßt im Doppelgebot der Liebe:
Dirk H.
Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben
von ganzem Herzen,
von ganzer Seele und von ganzem Gemüt.
Dies ist das höchste und größte Gebot.
Das andere aber ist dem gleich:
Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst.

Lied EG 636 Unser Leben sei ein Fest

Predigt



Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden,
liebe Fest-Familien, liebe Gemeinde!

Einleitung

Motto "Schritt-Weise"


Schritt-Weise -
irgendwann dieser Tage ist mir das als Motto für Eure Konfirmation eingefallen.

Schitte ins Lebens


Schritt-weise lebt man -
* zuerst sind es die tappsigen Schritte als kleines Kind,
* dann hüpft man mehr als man geht,
* irgendwann kommen auch schwere Schritte, die man gesenkten Kopfes geht,
* oder die festen Schritte, weil man weiß, was man will und wohin man will …

Schritte = Einschnitte


Schritt-weise lebt man -
es sind die Wegmarken, die Einschnitte, die Highlights,
die unser Leben entscheidend prägen:
* Was schon wieder Geburtstag, schon wieder ein Jahr älter,
* schon wieder Zeugnisse, schon wieder Weihnachten;
* wie lange ist das schon her, als wir diesen total abgefahrenen Urlaub in der Türkei gemacht haben?
Aber vielleicht auch:
* so lange ist Oma jetzt schon tot …

Konfirmation als Schritt

ein bedeutsamer Schritt


Schritt-weise lebt man -
auch dieser Tag ist zwar ein kleiner Schritt für die Menschenheit,
aber vielleicht doch ein bedeutsamer für Euch,
liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden.
Nein,
natürlich werdet Ihr jetzt nicht erwachsen, bloß weil wir miteinander Konfirmation feiern.

Wie war's, wie geht's weiter?


Aber möglicherweise ist dieser Tag ein Schritt,
wo Euch und Euren Eltern bewußter wird,
wie das bisher war mit Euch,
und sich die Frage stellt,
wie sich das weiterentwickelt mit Euch - und Euren Eltern.

… in Eurem Alter


Konfirmation ist doch nicht nur deshalb aufregend,
weil man hofft, daß man sein Sprüchle kann;
aufregend ist das, weil man spürt,
daß sich in Eurem Alter manches schon entscheidet.

bei mir damals …


Mir ist in den letzten Wochen manchmal wieder bewußt geworden,
wie das bei mir war -
wie mich diese Jahre, die jetzt so vor Euch liegen,
geprägt haben:
* die Menschen, mit denen ich meine Zeit verbrachte,
* die Erfahrungen in der Schule,
* mein Glaube, mit dem ich in diesen Jahren intensive Erfahrungen gemacht habe -
für uns Ältere ist solch eine Konfirmation auch manchmal ganz schön aufregend,
weil wir merken, wie wichtig für uns dieses Alter war,
das Ihr nun durchlebt -
und vielleicht sind wir manchmal ein bißchen neidisch auf Euch,
weil man auch nochmal gern die Gefühle fühlen und die Gedanken denken würde,
die Euch bewegen..

Wohin? (Überleitung zum Text)


Schrittweise lebt man -
um Schritte tun zu können,
muß man wissen, wo man hin will,
und man braucht Kraft dazu.

Hauptteil

Text


Ich hab ein bißchen in meiner Computer-Bibel gestöbert und bin auf eine Episode im Leben Jesu gestoßen.
Da wird uns erzählt,
daß Jesus seine Jünger ausgesandt hat,
den Menschen von Gott zu erzählen,
sie an Gott zu erinnern
und den Menschen Gutes zu tun,
ihnen durch ihre Hilfe Gott nahe zu bringen.
Und dann wird da etwas Merkwürdiges berichtet: (Markus 6,7f)
"Und Jesus gebot ihnen, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab,
kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel."

wenig Gepäck


Die Jünger sollen ganz neue Schritte wagen,
sollen feste Schritte vorwärts gehen -
aber sie sollen diese Schritte mit ganz wenig Gepäck machen.

bei Euch ist's anders …


Wenn Ihr heute Abend irgendwann ins Bett geht,
dann werdet Ihr hoffentlich einen Haufen Gepäck haben -
da wird manch wohlgefüllter Briefumschlag auf dem Tisch liegen,
und auch sonst wird es Euch noch besser als an Weihnachten gehen.
Erwachsen scheint man bei uns dann zu sein,
wenn man über Geld selbst verfügen kann;
das werdet Ihr ab heute Abend auch ein ganzes Stück weit können -
insofern seid Ihr dann vielleicht wirklich ein bißchen erwachsener.

War's das? Was brauchen wir wirklich?


Aber spätestens, wenn der große Wunsch erfüllt und hoffentlich auch noch was auf dem Sparbüchle gelandet ist,
werdet Ihr Euch fragen,
ob's denn das wirklich gewesen sei -
so wie sich manche von uns Älteren manchmal fragen,
ob's denn das wirklich ist …

Auch in diesem Gottesdienst gehen wir Schritte


Schrittweise lebt man -
wir haben uns im Konfis überlegt,
daß auch unser Konfirmations-Gottesdienst schrittweise abläuft.
Ich hab's vorhin schon mal genannt.
Erinnert Ihr Euch?
* In einem ersten Schritt erinnern wir uns gegenseitig an unser Bekenntnis zu Gott,
an das, was wir glauben;
* in einem zweiten Schritt legt Ihr Euch fest,
sagt Ihr Ja zu Eurer Taufe,
zu dem, was Eure Eltern damals für Euch getan haben -
oder Ihr sagt Ja dazu, getauft zu werden,
wie bei Dir, Kathrin;
* und in einem dritten Schritt bitten wir um Gottes Segen für Euch,
bitten wir Gott, daß Gott Euch glückliche Wege führt
und auf den schweren Wegstrecken nicht allein läßt.

Dieser GD erinnert uns an das "leichte Gepäck" ...


Mit dem, was wir da feiern,
vollziehen wir das nach,
was Jesus damals geboten hat:
"Und Jesus gebot seinen Jüngern, nichts mitzunehmen auf den Weg als allein einen Stab."
Dieser Wanderstab, dieses leichte Gepäck,
das es unbedingt braucht für die neuen Schritte ins Leben,
das ist der Glaube,
das ist das Sich-Festlegen,
das ist der Segen.

Glaube


* Wissen, warum man so lebt, wie man lebt,
warum man das eine tut und das andere läßt,
warum man nicht jeden Quatsch mitmacht
und nicht jede dumme Parole mitschreit,
warum man sich nicht nur um sich selber dreht,
sondern auch den anderen sieht -
das hat was mit dem Glauben an Gott zu tun:
denn der dreht sich auch nicht nur um sich selbst wie ein Brummkreisel,
sondern kommt zu uns Menschen,
zu mir und zu Dir
und läßt uns Schritte aufeinander zu tun!

Sich-Festlegen


* Sich festlegen, wie Ihr das nachher in Eurem gemeinsamen Ja zu Eurer Taufe tut -
hinstehen für etwas,
den Mut haben, Ja zu sagen - oder Nein!
Auch einmal den Mut zu haben, hinzustehen, einzustehen für Gott!
Das tut gut und gibt Kraft,
da weiß man auf einmal, wer man ist.

Segen


* Und dann:
spüren, daß man beschenkt ist und beschenkt wird von Gott;
den Segen Gottes spüren.
Wenn Dich Deine Gotte beschenkt,
dann geht's dabei doch auch nicht zuerst um dieses Geschenk;
da geht's drum,
daß Dich jemand daran erinnern will:
Du bist mir wertvoll!
Gut, daß es Dich gibt!
Super!
Und der Segen,
das gute Wort aus der Bibel,
das wir Euch mit auf den Weg geben,
das ist so etwas ähnliches.
Nein,
kaufen kannst Du Dir nichts dafür -
aber Dich damit immer wieder daran erinnern:
Gott meint's gut mit mir,
in Jesus Christus hat er mir das gezeigt;
da hat er mir gesagt:
Du bist mir wertvoll!
Gut, daß es Dich gibt!
Super!
"Wunsch-Blatt"

Sie,
liebe Festgäste,
haben mit dem Liedblatt auch noch ein Blatt bekommen,
wo Sie das auf Ihre Weise ausdrücken können -
Ihre guten Wünsche aus diesem Gottesdienst für Ihren Konfirmand,
Ihre Konfirmandin.
Wir werden gleich noch etwas Akkordeon-Musik hören;
vielleicht möchten Sie diese Zeit auch dazu nutzen,
einige gute Worte aufzuschreiben und heute im Verlauf des Tages weiterzugeben.

Schluß


"Kein Brot, keine Tasche, kein Geld im Gürtel" -
ganz schön heavy, was Jesus seinen Jüngern damals zumutet.
Bei Euch wird's heute mehr als Brot geben
und Geld wird kein Thema sein,
denn darüber spricht man nicht, man hat es.
Freut Euch dran!
Freue Dich dran -
und glaub's mir, daß Gott sich mitfreut,
wenn es Dir so richtig gut geht.
Aber erinner Dich auch daran,
daß das nur die Garnierung des Lebens ist -
das Leben selbst findest Du nur bei Gott:
* wenn Du Dir die Mühe machst, das mit dem Glauben immer neu zu begreifen;
* wenn Du es wagst, Dich immer wieder neu auf ihn festzulegen;
* wenn Du auf seinen Segen vertraust.
Schrittweise lebt man -
lebt Dein Leben auf Gottes Weise
und im Vertrauen auf ihn!

Zwischenspiel des HHC

Lied EG 346,1 Such, wer da will, ein ander Ziel

Verpflichtung der Konfirmandinnen und Konfirmanden


[GEMEINDE ERHEBT SICH]
Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden,
schrittweise leben wir,
auch jetzt im Gottesdienst gehen wir einen weiteren Schritt.
Ihr habt einmal, vor einem dutzend Jahren, im ganz wörtlichen Sinne die ersten Schritte getan,
habt Euch "hochgearbeitet"
und steht mittlerweile auf den eigenen Füßen
und lenkt Eure Schritte selbst.
Damals,
am Beginn Eures Lebens seid Ihr auf den Namen des dreieinen Gottes getauft worden.
Bei eurer Taufe wurden eure Eltern und Paten gefragt,
ob sie wollen,
daß ihr Glieder der christlichen Gemeinde werdet.
Ihr Ja kann aber euren eigenen Schritt mit Gott nicht ersetzen.
Ihr habt uns daran erinnert,
habt es uns bezeugt,
was es mit dem christlichen Glauben auf sich hat.
So frage ich euch:
Wollt ihr im Glauben annehmen,
was euch der Herr in der Taufe geschenkt hat?
Dann sprecht dazu euer Ja
und antwortet: "Ja, Gott helfe uns. Amen."
KonfirmandInnen: Ja, Gott helfe uns. Amen.
Gott helfe euch,
daß ihr euer Ja mit eurem Leben bezeugen
und Jesus Christus immer ein aufrichtiges Ja geben könnt.
Du,
liebe Kathrin,
stimmst heute nicht nur dem zu,
was einmal in der Taufe geschehen ist -
Du stimmst heute Deiner Taufe selbst zu.
Deine Eltern haben Dich begleitet bis heute
und Dich mit dem Glauben vertraut gemacht;
sie wollten,
daß Du selbst Dich zu Deiner Taufe entscheiden kannst
und den Glauben auf diese Weise bezeugen mögest.
So frage ich dich, Kathrin Habisreitinger:
Willst du auf den Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes getauft werden
und mit uns Gemeinschaft halten an Gottes Wort und Sakrament?
So antworte: "Ja, ich will."
Gott gebe auch Dir die Kraft,
dieses Ja mit deinem Leben zu bezeugen
und Jesus Christus immer ein aufrichtiges Ja geben zu können.

Gebet


Wir beten mit unseren Konfirmandinnen und Konfirmanden und unserem Täufling:
Herr, du erforschest mich und kennest mich.
Ich sitze oder stehe auf, so weißt du es;
du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich
und siehst alle meine Wege.
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz.
Sieh, ob ich auf bösem Wege bin,
und leite mich auf ewigem Wege.
Amen.

Zwischenspiel des HHC

Taufe

[WASSER]

[KERZE]

Einsegnung/Denksprüche


Liebe Konfirmandinnen und Konfirmanden!
das Bezeugen des Glaubens im Katechismus-Sprechen,
die Taufe, die Zustimmung zu Eurer Taufe -
in einem dritten Schritt sprechen wir Euch als christliche Gemeinde Gottes Segen zu.
Die Schritte, die Ihr geht,
das mögen Schritte mit Gott und auf ihn zu sein!

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir Stärke, am Glauben festzuhalten,
und in der Hoffnung auf ihn zu wachsen.
Amen.
Siehe, Gott ist mein Heil, ich bin sicher
und fürchte mich nicht; denn (a) Gott der HERR
ist meine Stärke und mein Psalm und ist mein Heil.
Jes 12,2

Es segne dich der dreieine Gott!
Er lasse dich seine Liebe zu dir spüren;
er mache dich stark, die Menschen zu lieben, mit denen du lebst.
Amen.
Lasset uns nicht lieben mit Worten, sondern mit der Tat und mit der Wahrheit.
1.Joh 3,18

Es segne dich der dreieine Gott!
Er mache dich hellhörig für seine Stimme;
er mache dich stark im Glauben
und im Vertauen ins Leben,
das er dir schenkt.
Amen.
Wer mein
Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat,
der hat das ewige Leben.
Joh 5,24

Es segne dich der dreieine Gott!
Sein Wort stärke dich im Glauben,
es gebe dir immer neu Hoffnung auf ein gutes Morgen,
es gebe dir die Kraft, die Menschen zu lieben.
Amen.
Wer aber sein Wort hält, in dem ist wahrlich
die Liebe Gottes vollkommen.
1.Joh 2,5

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir den Geist der Kraft, den rechten Weg zu gehen,
und der Liebe, anderen zu dienen,
und der Besonnenheit, die dem Leben dient.
Amen.
Gott hat uns nicht gegeben den Geist
der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und
der Besonnenheit.
2. Tim 1,7

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gehe mit dir auf allen deinen Wegen
und beschenke dich mit Hoffnung auf seine Gegenwart.
Amen.
Befiehl dem HERRN deine Wege und hoffe auf
ihn, er wird's wohl machen - Ps 37,5

Es segne dich der dreieine Gott!
Es segne dich der Gott,
der deinen Namen kennt,
der dich kennt und liebt und dich ruft.
Amen.
Fürchte
dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe
dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein!
Jes 43,1

Es segne dich der dreieine Gott!
Er lasse dich Barmherzigkeit erfahren von deinen Mitmenschen,
er gebe dir die Kraft der Liebe,
die den anderen achtet.
Amen.
Christus spricht:
Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.
Mt 5,7

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir jeden Tag neu Hoffnung auf seine Güte,
daß du spürst:
er begleitet dich und liebt dich und nimmt dich an als sein Sohn.
Amen.
Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen.
Ps 147,11

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir die Kraft des Glaubens,
die Stärke der Hoffnung
und den Mut zum Vertrauen.
Amen.
Gesegnet ist der Mann, der sich auf den Herrn verläßt
und dessen Zuversicht der Herr ist!
Jer 17,7

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir, daß deine Pläne sich erfüllen;
er schenke dir, seinen Wegen mit dir zu folgen;
er mache dich stark im Glauben und in der Liebe und in der Hoffnung auf ihn.
Amen.
Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg,
aber der Herr allein lenkt seinen Schritt.
Spr 16,9

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir Weisheit den rechten Weg für dein Leben zu erkennen;
er laße dich den Schatz des Glaubens heben
und gewiß werden in der Hoffnung auf seine Gegenwart.
Amen.
In Christus liegen verborgen alle Schätze der
Weisheit und der Erkenntnis.
Kol 2,3

Es segne dich der dreieine Gott!
Er mache dich stark im Glauben
gebe dir Vertrauen in seine Hilfe
und Hoffnung, die nicht aufhört.
Amen.
Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.
Joh 20,29

Es segne dich der dreieine Gott!
Er schenke dir das Licht, daß dich den rechten Weg erkennen läßt;
er gebe dir Hoffnung auf seine Hilfe.
Amen.
Laß mich am Morgen hören deine Gnade; denn
ich hoffe auf dich. Tu mir kund den Weg, den ich
gehen soll; denn mich verlangt nach dir.
Ps 143,8

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir Kraft, zu lieben,
Mut, zu glauben,
und Stärke, den rechten Weg zu gehn.
Amen.
Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.
Eph 6,10

Es segne dich der dreieine Gott!
Er trage dich in schweren Tagen,
er gebe dir Mut, für andere da zu sein,
er schenke dir Kraft, den Glauben zu leben.
Amen.
Wir wissen aber, daß denen, die Gott lieben,
alle Dinge zum Besten dienen, denen, die nach seinem
Ratschluß berufen sind.
Rö 8,28

Es segne dich der dreieine Gott!
Er mache dich stark zur Barmherzigkeit,
er lasse dich seine Zuneigung spüren
und gebe dir feste Hoffnung.
Amen.
Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist.
Lk 6,36

Es segne dich der dreieine Gott!
Er gebe dir Klugheit, den rechten Weg zu finden;
er weise dir den Weg zum Leben
und zur Gerechtigkeit
und zum Leben mit ihm.
Amen.
Die Wege des HERRN sind richtig, und die Gerechten wandeln darauf.
Hosea 14,10

Es segne dich der dreieine Gott!
Er schenke dir Leben in Fülle,
einen starken Glauben
und Vertrauen in seine Liebe zu dir.
Amen.
Ich bin die Auferstehung und das Leben,
wer an mich glaubt, der wird leben! - Joh 11,25

Es segne dich der dreieine Gott!
Er sei dir ein Hirte,
der den Weg zum Leben weist;
er beschenke dich mit Freude am Leben,
und Kraft in schweren Tagen.
Amen.
Der HERR ist mein (a) Hirte, mir wird nichts mangeln.
Ps 23,1

Es segne dich der dreieine Gott!
Er behüte dich auf all deinen Wegen;
er sei bei dir, daß du den rechten Weg findest,
er sei bei dir,
daß du spürst:
Ich bin nie allein.
Amen.
Denn er hat seinen Engeln befohlen,
daß sie dich behüten auf allen deinen Wegen
Ps 91,11

Es segne dich der dreieine Gott!
Er führe dich auf gutem Wege,
er sei dein Schutz in schweren Tagen,
und führe dich zum ewigen Leben.
Amen.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen,
und der dich behütet schläft nicht.
Psalm 121,3

Gospelchor

Fürbittengebet / Vaterunser


Laßt uns beten!

[PFARRER]


Herr, unser Gott,
wir bitten dich für die Konfirmandinnen und Konfirmanden:
Du hast sie gesegnet -
laß sie zum Segen für andere werden.
Du hast ihr Bekenntnis gehört,
laß sie es immer besser verstehen.
Du hast ihr Versprechen gehört,
schenke ihnen immer wieder neu Zutrauen in deine Hilfe und Liebe.

[VATER/W. Habisreitinger]


Wir bitten dich für uns Eltern:
Was wir versäumt und falsch gemacht haben,
verzeihe und laß es nicht zum Schaden sein.
Wo uns unsere Kinder verunsichern und wir uns fragen, was wird,
begleite uns auf unserem Weg.
Wo wir loslassen müssen,
laß uns zu verläßlichen Partnern unserer Kinder werden.

[KGR/A. Schwenk]


Wir bitten dich für unsere Gemeinde:
Gib uns die Gabe der Unterscheidung,
damit wir lernen,
was wir behalten sollen,
was bleiben soll -
und was sich ändern muß,
wo wir Neues wagen müssen,
damit wir das Glauben stets neu lernen.

[KONFIRMAND/F. Weiblen]


Wir bitten dich für alle Jugendlichen an unserem Ort:
Schenk uns Menschen, die uns verstehen,
gib uns Halt auf unseren Wegen
und hilf uns, das Leben zu finden.

[PFARRER]


Wir beten zu dir mit den Worten deines Sohnes, unseres Herrn und Bruder:
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser täglich Brot gib uns heute!
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Lied EG 564 Segne uns, o Herr

Abkündigungen


Dank an Mitwirkende:
Gospelchor, Handharmonica-Club, Organist Dr. Wagner;
Mesnerin Fr. Böhringer, Fr Bader im Pfarramt,
[FORTSETZUNG s. BLATT]

Schlußwort


Schritt-weise leben -
dieser Gottesdienst war ein erster Schritt auch in Euren ganz persönlichen Festtag.
Für diesen Tag wünschen wir Euch und Euren Gästen alles Gute!
Nach dem Schluß-Segen lassen Sie doch bitte zuerst uns hier vorn zum Ausgang!

Segen


Der segne dich und behüte dich,
der Herr laß leuchten sein Angesicht auf dich
und sei dir gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
und gebe dir Frieden.

gesungenes Amen

Nachspiel und Auszug







Gottesdienst mit Konfirmandenabendmahl

in Gönningen am 3.5.96 um 9.30 Uhr

Thema "Abendmahl als Fest"


(vgl. EG 688; Vorab-Version vom 2.5.97)

Vorspiel

Gruß (AB)


Im Namen Gottes des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
gesungenes Amen

Begrüßung (AB)


Unser Leben sei ein Fest -
so haben wir's an Eurer Konfirmation gesungen,
so wollen wir's auch in diesem Gottesdienst später nochmal singen.
Von "Brot und Wein", vom Abendmahl ist in diesem Lied die Rede.
Besonders Ihr,
liebe Frisch-Konfirmierte, und Eure Familien
sind zu diesem Abendmahl heute besonders eingeladen.
Ihr habt Euer Konfirmations-Fest hinter Euch -
was Euch an Segen und guten Wünschen gesagt wurde,
soll Euch weiterbegleiten,
auch durch diesen Gottesdienst.
Den Gottesdienstablauf finden Sie übrigens unter der Nummer 688 im Gesangbuch.
Wir werden das Abendmahl mit Einzelkelchen und Traubensaft feiern.
Alle Getauften sind herzlich dazu eingeladen,
wenn Jesus zu Tisch bittet!

Eingangslied EG 96,4-6 "Du schöner Lebensbaum"(1-3 Chor)

Psalm 146 = EG 757 (UH)


Halleluja! Lobe den Herrn, meine Seele!
Ich will den Herr loben, solange ich lebe,
und meinem Gott lobsingen, solange ich bin.
Verlasset euch nicht auf Fürsten;
sie sind Menschen, die können ja nicht helfen.
Denn des Menschen Geist muß davon,
und er muß wieder zu Erde werden;
dann sind verloren alle seine Pläne.
Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, seinen Gott,
der Himmel und Erde gemacht hat,
das Meer und alles, was darinnen ist;
der Treue hält ewiglich,
der Recht schafft denen, die Gewalt leiden,
der die Hungrigen speiset.
Der Herr macht die Gefangenen frei.
Der Herr macht die Blinden sehend.
Der Herr richtet auf, die niedergeschlagen sind.
Der Herr liebt die Gerechten.
Der Herr behütet die Fremdlinge
und erhält Waisen und Witwen;
aber die Gottlosen führt er in die Irre.
Der Herr ist König ewiglich,
dein Gott, Zion, für und für. Halleluja!

"Ehr sei dem Vater"

Gebet (UH)


Barmherziger Gott,
du lädtst uns zu Tisch,
du feierst mit uns das Leben.
Wir nehmen deine Einladung an
und wollen mit dir und untereinander Gemeinschaft haben,
Tischgemeinschaft halten.
Gib uns deinen Geist,
daß wir gestärkt werden
mit dem Brot des Lebens
und dem Kelch des Heils.
Amen.
Wir beten weiter in der Stille!

Stilles Gebet


Abschlußvotum:
Wohl dem, dessen Hilfe der Gott Jakobs ist,
der seine Hoffnung setzt auf den Herrn, seinen Gott,
Amen.

Apostolikum (UH)


Wir wollen uns gemeinsam erinnern:
erinnern an das, was wir glauben,
erinnern an den, dem wir glauben.
Wir sprechen das Apostolische Glaubensbekenntnis
und bekennen uns zu dem Gott, dem wir so wichtig sind,
daß er seinen Sohn für uns gab.
Ich glaube an Gott,
den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde;
und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.

Kirchenchor (EG 228)

Schriftlesung/Predigt/Überleitung Pantomime (AB)

Hinführung


Liebe Ex-Konfirmandinnen und -Konfirmanden,
ich hoffe,
Ihr hattet ein schönes Fest letzten Sonntag!
Am Montag habe ich einen von Euch mit leuchtenden Augen getroffen,
der mir von den netten Umschlägen erzählt hat
und auch ansonsten ganz zufrieden aussah.
Ihr habt ein Fest gefeiert -
und viele haben mitgefeiert,
hier in der Kirche,
im Gasthaus,
in Euren Häusern.
Das gehört dazu zu einem Fest,
daß man beisammen ist,
miteinander ißt und trinkt,
fröhlich miteinander ist,
sich erinnert: "weißt du noch,
damals als du vom Baum gefallen bist" oder so …
Zu einem Fest gehört ein Anlaß,
gehören die Festgäste,
gehört Essen und Trinken,
gehört es, daß man Gemeinschaft erlebt.
Wenn wir an ein Fest denken,
liebe Gemeinde,
dann fällt uns das, was wir auch heute morgen tun,
meist nicht gerade an erster Stelle ein:
Der Gottesdienst - ein Fest?
Das Abendmahl - ein Fest?
Solch ein Abendmahls-Gottesdienst, wie wir ihn gerade miteinander feiern, ist ein Fest eigener Art.
Er ist nicht gerade eine Fete, wie Ihr sie als Jugendliche feiern würdet,
es ist auch keine Hockete, obewohl wir die meiste Zeit sitzen,
es ist eben was Besonderes.
Das Besondere dran an diesem Fest ist,
daß Gott es mit uns feiert,
der Gott, der uns in Jesus Christus begegnet,
sich uns in Jesus aus Nazareth gezeigt hat,
und daß dieseer Gott uns einlädt -
zu sich nach Hause sozusagen;
etwas Besonderes ist auch,
daß es nicht gerade locker zugeht,
denn Gott ist nicht irgendwer,
mit dem man so wie mit einem Kumpel umgeht;
früher hat man gesagt: Gott ist heilig -
und das heißt:
man kann nicht einfach so kommen,
man ist nicht nur auf Du mit Gott,
sondern man darf ihn ruhig "fürchten, lieben und ehren".
Also:
Es ist schon was Besonderes,
um dieses Fest Gottesdienst,
das hier jeden Sonntag abläuft.
Seit den Tagen, in denen Jesus Christus gewirkt hat auf Erden,
seit fast zweitausend Jahren,
begehen die Christinnen und Christen solche Feste.
Das Feiern lag ihnen im Blut -
und sie haben's darin Jesus nachgemacht.
Von dem hören wir nämlich ziemlich oft in der Bibel,
daß er gefeiert hat.
Auf einer Hochzeit hat er kräftig für Wein-Nachschub gesorgt -
die Lieblings-Bibelstelle aller Weintrinker;
die religiösen Feste hat er natürlich mitgefeiert -
und dann ist er sich immer wieder bei Leuten eingeladen und hat gesagt:
Heute will ich mit dir ein Fest feiern,
wir wollen miteinander essen und trinken
und fröhlich sein.
So geschehen zum Beispiel beim Zolleinnehmer Zachäus,
dessen Geschichte Sie vielleicht kennen.
Das war der etwas kurz geratenen mit dem Maulbeerbaum.
Aber ich lese Ihnen die Geschichte aus Lukas 19 nochmals vor:

Text


19:1 Und Jesus ging nach Jericho hinein und zog hindurch.
19:2 Und siehe, da war ein Mann mit Namen Zachäus, der war ein Oberer der Zöllner und war reich.
19:3 Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre, und konnte es nicht wegen der Menge; denn er war klein von Gestalt.
19:4 Und er lief voraus und stieg auf einen Maulbeerbaum, um ihn zu sehen; denn dort sollte er durchkommen.
19:5 Und als Jesus an die Stelle kam, sah er auf und sprach zu ihm: Zachäus, steig eilend herunter; denn ich muß heute in deinem Haus einkehren.
19:6 Und er stieg eilend herunter und nahm ihn auf mit Freuden.
19:7 Als sie das sahen, murrten sie alle und sprachen: Bei einem Sünder ist er eingekehrt.
19:8 Zachäus aber trat vor den Herrn und sprach: Siehe, Herr, die Hälfte von meinem Besitz gebe ich den Armen, und wenn ich jemanden betrogen habe, so gebe ich es vierfach zurück.
19:9 Jesus aber sprach zu ihm: Heute ist diesem Hause Heil widerfahren.

Hauptteil

er wollte Jesus sehen


Liebe Gemeinde,
war es die Neugier, die ihn trieb - vermutlich -
oder vielleicht hat er auch gespürt,
daß man nur mit einem guten Einkommen kein Auskommen ist,
daß es sich nur mit Ellbogen-Einsatz nicht leben läßt;
vielleicht hat er geahnt,
daß man Gott zum Leben braucht.
Von dem nämlich hatte er sich abgenabelt,
eigene Wege waren ihm wichtiger als Gottes Gebote,
ein volles Portemonais wichtiger als Solidarität mit den Bedürftigen,
zu haben wichtiger als bei Gott zu sein.
Aber was er sich erhalten hat ist eine Neugier auf das Leben -
und das sucht er an diesem Tag nicht an der Zollstation,
sondern bei Jesus.
Er hat sich diese - wie wir sehen: heilsame - Neugier erhalten;
ich hoffe,
daß wir Älteren Euch Jüngeren die Neugier auf Gott
mit unserem Unterricht,
mit unseren schnellen, manchmal auch vorschnellen Antworten,
mit unserer Art, den Glauben zu leben,
noch nicht vollends ausgetrieben haben!
Wenn es je eine heilsame Neugier gab,
dann war es die Neugier des Zachäus,
der Gott genau an der richtigen Stelle gesucht hat:
"Und er begehrte, Jesus zu sehen, wer er wäre".

er wurde aus seiner Zuschauerrolle herausgenommen


Liebe Gemeinde,
er ist nicht gerade der Größte,
unser Zachäus;
und so muß er sich eines Maulbeerfeigenbaumes bedienen;
der Sitzplatz scheint günstig gewählt:
zum einen muß Jesus aller Wahrscheinlichkeit hier vorbeikommen,
zum anderen hat man eine gute Aussicht,
und zum dritten kann man sich in der dichtbelaubten Baum-Krone gut verstecken;
schließlich trägt man fromme Neugier nicht zur Schau -
und als Zolleintreiber schon zweimal nicht.
Da sitzt er nun in seiner Zuschauerhaltung und will mal sehen,
was dieser Jesus so zu bieten hat.
Er ist uns dadurch leider nur allzusehr zum Vorbild geworden:
Wenn ich mal das Glück habe,
als normales Gemeindeglied im Gottesdienst zu sein,
dann ertappe ich mich dabei,
daß ich's mache wie Zachäus:
Mal schauen, was der oder die da vorn zu bieten hat.
Ich setzt mich auf den Baum
und bin Zuschauer statt Teilnehmer.
Dabei spürt man es spätestens,
wenn man einmal vorne stand,
daß nicht der Pfarrer oder die Pfarrvikarin den Gottesdienst hält,
sondern die Gemeinde:
Sie halten den Gottesdienst!
Gemeinsam feiern wir -
oder das Fest mißlingt.
Ein gelungenes Fest verträgt nicht allzuviele Zuschauer.
Ein Fest muß man gemeinsam feiern -
man muß nicht alles mitmachen,
manchmal schaut man einige Zeit eben nur zu,
was die anderen tun -
aber letzlich geht ein Fest nur,
wenn alle miteinander vom Baum auf die Erde kommen und mitfeiern.

Jesus hat mit "dem da" gegessen


Liebe Gemeinde,
Jesus holt den Zachäus von seinem Aussichtsbaum herunter.
Er will mit ihm essen.
Er will bei ihm einkehren.
Er will mit ihm und seinen Freuden zu Tische liegen -
und er will mit ihm das Leben,
will mit ihm Gott feiern.
Mitten im Leben.
Jetzt!
"Und er nahm ihn auf mit Freuden!"
Wenn wir da an unsere Gottesdienste und an unsere Abendmahls-Feiern denken,
dann könnten wir uns darin den Zachäus nun im guten Sinne zum Vorbild nehmen.
So wichtig es ist,
uns unserer Schuld, den Verfehlungen und dem Unterlassenen in unserem Leben zu stellen,
wenn wir vor dem Abendmahl die Beichte haben -
mindestens so ernst sollten wir die Vergebung nehmen,
die Gott uns zuspricht:
Du darfst neu anfangen,
Du darfst erleichtert aufatmen,
Du bist mehr als deine Schuld und deine Fehler!
Du bist ein Zachäus,
mit dem ich heute feiern will,
mit dem ich essen will und trinken und fröhlich sein!
Nicht die ängstliche Stimmung von Gründonnerstag steht uns gut an,
sondern mindestens ebenso die Freude der Erleichterung und Hoffnung,
wie sie die beiden Jünger fanden, als sich der Auferstandene ihnen in Emmaus zeigte.
Wir können und wollen das nicht einander vorschreiben,
wie man recht feiert -
aber wir können weiter versuchen,
es miteinander zu lernen, zu üben,
Abendmahl zu feiern,
Gottesdienst zu feiern,
Gott in unserer Mitte zu feiern.

das Fest geht weiter ins Leben


Liebe Gemeinde,
dieses Fest, dieses Essen im Hause Zachäus hatte Konsequenzen.
Ohne daß Jesus dem Zachäus viel gesagt hätte,
was er zu tun habe,
daß er so oder so zu leben habe -
ganz von allein kommt Zachäus auf die rechte Spur.
Wenn mich Gott hier durch Jesus zu Tisch bittet, - denkt sich Zachäus -
dann kann ich die anderen doch nicht mehr übers Ohr hauen.
Wenn an diesem Tisch solch ein buntes Volk Gottes in der ganzen Welt beieinander ist,
- könnten wir uns denken -
dann kann man doch keine Fremdenfeindlichkeit schüren.
Wenn Gott so großzügig und barmherzig ist,
uns mit sich zu beschenken,
dann können wir doch nicht engstirnig und ängstlich und resignativ sein -
dann wollen wir doch Gott was zutrauen in dieser Welt.

Schluß und Überleitung


Liebe Ex-Konfirmandinnen und -Konfirmanden,
liebe Gemeinde!
"Unser Leben sei ein Fest" -
so werden wir's gleich miteinander singen.
"Unser Leben sei ein Fest" -
Feste sind nicht "jeden Tag",
aber das, was wir feiern,
kann uns "jeden Tag" begleiten:
Jesu Geist in unserer Mitte,
Jesu Werk in unseren Händen
Jesu Weg für unser Leben,
Jesu Wort für unser Leben.
Damit wir das im Alltag unseres Lebens nicht in all der Hektik und in all dem Umtrieb vergessen,
dazu braucht's dieses Fest,
das wir heute und jeden Sonntag feiern.
den Gottesdienst,
und dazu braucht's auch,
daß wir miteinander essen und es spüren:
wir sind nicht allein mit dem Glauben und mit Gott,
wir sind nicht ohne Gott -
"jeden Tag".
Amen.
Lied 636 singen wir miteinander -
anschließend gibt's noch was zu hören und zu sehen.

Lied EG 636 "Unser Leben sei ein Fest"/ "Gabenbereitung"

Meditation (UH)


Ich sehe ein Fest vor mir;
Menschen sind da, die wieder richtig lachen können,
ihre Gesichter werden hell, ihre Fäuste öffnen sich,
sie finden verlorenen Lebensmut wieder,
sie atmen auf, ihr Herz blüht auf, sie leben auf,
sie singen Lieder der Freude bis spät in die Nacht,
weil ihr Gastgeber wie ein Bruder bei ihnen ist.
Sie haben Zeit füreinander und gehen aufeinander zu,
sie sagen Worte, die wohltuend aufrichten,
Kummer darf geklagt werden,
denn sie trocknen einander die Tränen,
sie stützen die Schwachen,
und teilen die Lasten der Beladenen unter sich auf,
sie verzeihen Schuld, und ihnen wird verziehen,
sie können wieder neu miteinander anfangen,
weil die Worte ihres Gastgebers unter ihnen Kraft gewinnen.
Sie brechen auf und beginnen,
ihre Welt mit Ehrfurcht zu gestalten,
sie öffnen ihre verschlossenen Türen
und teilen ihr Leben mit den Hungernden,
sie heben die Niedergedrückten aus dem Staub
und verbreiten einen barmherzigen Frieden ohne Angst,
Menschen leben und sterben
in Würde und Geborgenheit,
ihr Leben wird zum Vorzeichen des anbrechenden Morgens,
an dem alles an sein Ziel kommt.
Dies alles geschieht,
weil mit dem Brot und dem Kelch dieses Festes
die Liebe des Gastgebers
seinen Gästen in Fleisch und Blut übergeht.
Das Fest hat schon begonnen -
mitten unter uns.

Beichte (AB)

Sündenbekenntnis


Wir möchten, daß das Leben für uns und alle Menschen ein Fest ist:
befreites Leben,
Leben in Freude.
Doch auch wir stören die Festfreude nur allzuoft:
wir hängen dunklen Gedanken nach,
vermiesen anderen die Festfreude,
tun, was nicht recht ist.
In der Stille können wir Gott jetzt bekennen,
wo wir den rechten Weg nicht gegangen sind,
wo wir unseren Mitmenschen nicht Gutes sondern Böses taten,
wo wir den Glauben verleugnet und Christus nicht nachgefolgt sind.
In der Stille dürfen wir Gott sagen, was jede und jeden von uns besonders beschwert.

Stille

Absolution


Wir erheben uns und bitten Gott um seine Vergebung!
Vergib uns, Herr, unsere Schuld
und gib uns, was wir brauchen:
dein Wort und die Zeichen deiner Zuwendung!
Ist dies auch Eure Bitte, so antwortet: Ja.
Gemeinde: Ja.
Zuspruch der Vergebung
Freut euch! Der allmächtige Gott hat sich über euch erbarmt und vergibt euch alle eure Schuld.
Das Brot, das wir essen,
werde euch zum Zeichen seiner Gnade,
der Kelch aus dem wir trinken,
stärke euch zum Leben in ihm.
Amen.

Einsetzungsworte (AB)

Lied EG 190.2: Christe, du Lamm Gottes


Christe, du Lamm Gottes, der du trägst die Sünd der Welt,
erbarm dich unser!

Austeilung (AB/UH)


Chor zum Schluß

Anweisungen

Spendewort (AB)


Nehmt und eßt vom Brot des Lebens!
Nehmt und trinkt vom Kelch des Heils!

Friedensgruß (AB)


Gehet hin im Frieden! Amen.

Dankgebet (AB)


Laßt uns Gott für seine Gabe danken mit den Anfangsworten aus Psalm 103. Wir beten im Wechsel:
Lobe den Herrn, meine Seele,
und was in mir ist, seinen heiligen Namen.
Lobe den Herrn, meine Seele,
und vergiß nicht, was er dir Gutes getan hat!
Der dir alle deine Sünde vergibt
und heilet alle deine Gebrechen.
Der dein Leben vom Verderben erlöst,
der dich krönet mit Gnade und Barmherzigkeit.

Fürbitten (AB/UH/DB)

UH


Gott, Herr der Welt und Retter der Menschen, Du hast uns Deine Liebe und Leben in Fülle verheißen.
Manchmal spüren wir Dein Wirken in unserem Leben,
manchmal schmecken wir etwas davon, daß du das lebendige Brot bist,
das uns stärkt und leben läßt.
Dafür danken wir.

DB


Manchmal aber begreifen wir Dich nicht; Du bist uns fern und verborgen.
Dann verstehen wir die Welt nicht
und die Wege, die Du uns gehen läßt.
Wir zweifeln: Bist Du es, der uns führt? Gehst Du wirklich mit uns?
Wir bitten Dich in aller Anfechtung: Laß uns nicht verbittern. Schenke Kraft, mit Dir zu ringen und die Enttäuschung nicht die Oberhand gewinnen zu lassen. Laß uns nicht aufhören, mit Dir zu rechnen.

AB


Wir bitten dich für unsere Neu-Konfirmierten
und für alle Jugendlichen in unserer Gemeinde:
Schenke ihnen Freude an deiner Zuneigung,
Freude an deinem Ja zu ihnen -
und laß sie so auch ihr Ja zu Dir finden und festhalten und sich daran freuen.

UH


Wir bitten für die Kranken in unserer Gemeinde.
Bewahre sie in ihren Schmerzen an Leib und Seele;
schenke ihren Angehörigen die nötigen Kräfte,
und deinen Segen in allem, was geschieht.

DB


Laß Dich anrühren von dem Hunger, dem Krieg und der Ungerechtigkeit, dem Gefühl der Sinnlosigkeit und Einsamkeit, den unerfüllten Lebensträumen und gescheiterten Hoffnungen auf Glück.

AB


Gott, Herr der Welt und Retter der Menschen, hilf uns, verantwortungsbewußt zu leben und zu tun, was in unserer Macht steht, zum Wohl unserer Mitmenschen. Mach uns zu Botinnen und Boten Deiner Liebe für die, die uns brauchen - im Freundeskreis und der Familie, in unserer Gemeinde und in unserer Stadt. Und wo unsere Möglichkeiten an ihre Grenzen stoßen, da tritt Du für uns ein und zeige Deine lebensstiftende Macht.
Amen.

Vaterunser (AB)


In das Gebet Jesu schließen wir ein,
was uns persönlich bewegt:
Vater unser im Himmel!
Geheiligt werde Dein Name!
Dein Reich komme!
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden!
Unser täglich Brot gib uns heute!
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern!
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen!
Denn Dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.

Schlußlied EG 168,4-6 "Wenn wir jetzt weitergehen"

Abkündigungen (UH)

"Christ ist erstanden" EG 99

Segen/Amen (AB)


Der Herr segne Dich und behüte Dich!
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über Dir
und sei Dir gnädig!
Der Herr erhebe sein Angesicht über Dich
und gebe Dir Frieden!

Gesungenes Amen




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