Gemeindebrief 4/1997
Herbst
In dieser Ausgabe:
Von Sternchen, Stars und ihm ...
Rückblick - Ex-Pfarrer Heinz Gerstlauer ...
Die neue Kirchenpflegerin ...
Einblick - die Mädchenjungschar ...
"Christ werden - Christ bleiben" - ein Seminar-Angebot ...
Diakon Andreas Kopp ...
Erster Umweltbeauftragter eines Kirchenbezirks ...
Unser Umwelttip ...
Umweltinitiative ...
Liebe Leserin, lieber Leser!
Unter dem Titel Leute, Leute lassen sich auch die Weihnachtsgeschichten
lesen. Sie haben sicherlich auch Maria und das Kind, die prunkvollen
Waisen aus dem Osten, die schlichten Hirten oder den kindermordenden
Herodes vor Augen. Er jedoch kommt eigentlich zu kurz weg; er
schläft und träumt und tut einfach, was ihm von Gott
und seiner Menschlichkeit aufgetragen ist. Deshalb fällt
er einem auch nicht gleich ein, wenn man an Weihnachten denkt.
Und doch: Was wäre Weihnachten, nein: was wäre unsere
Welt ohne Leute wie Josef, jenen Zieh-(oder wie auch immer)Vater
Jesu.
Er ist einer jener unspektakulären Typen, die andere Menschen
tragen können und Halt geben, die in den entscheidenden Momenten
ganz da sind, die allerdings wohl auch damit leben müssen,
daß man um sie nicht allzuviel Aufhebens macht.
Die Welt bräche zusammen, wenn es Leute wie ihn nicht mehr
gäbe - auch wenn sie möglicherweise zu einer aussterbenden
Gattung gehören. Denn je weniger uns die Anerkennung durch
Gott, früher sagte man mal "Gottes Lohn", wert
ist, desto mehr sind wir auf Ansehen und Anerkennung bei den Leuten
angewiesen. Freier werden wir dadurch nicht
Die Weihnachts- und Weltgeschichte hat ihre Stars und Sternchen.
Dringend nötig haben wir Menschen wie ihn. Sind Sie ein Josef-Typ?
Mit weihnachtlichen Segens-Wünschen, Ihr
Pfr. Alexander Behrend,
PS Lesen Sie - mit Blick auf Josef - doch nochmals jene altvertrauten
Geschichten, jeweils in den beiden ersten Kapiteln des Matthäus-
und des Lukas-Evangeliums.
Pfarrer Gerstlauer, Sie waren insgesamt 10 Jahre Pfarrer in Gönningen;
1995 wurden Sie zum Vorstands-Vorsitzenden der Evangelischen Gesellschaft
Stuttgart (EVA) berufen.
Die EVA ist - kurz gesagt - das diakonische Gesicht der Kirche
in Stuttgart. Nach unserer Satzung ist es unsere Aufgabe, notleidenden
Menschen zu helfen und ihre Not zu lindern, Ursachen von Not zu
benennen und sie, falls möglich, zu beseitigen. Eine weitere
Aufgabe ist es, Menschen, die von den Kirchengemeinden nicht (mehr)
erreicht werden, das Evangelium von der menschenfreundlichen Liebe
Gottes weiterzusagen. Diese Aufgaben nehmen wir auf vielfältige
Art und Weise durch die Abteilungen Jugendhilfe, Wohnungslosenhilfe,
Dienste für seelische Gesundheit und durch die Stadtmission
wahr. Wir unterstützen Menschen materiell, z. B. durch ein
Essensangebot in unserer Wärmestube, wir beraten bei Suchtproblemen,
wir betreuen streundende Jugendliche oder bieten in der Justizvollzugsanstalt
Stammheim seelsorgerliche Begleitung für Männer in Untersuchungshaft.
Durch unsere Tochtergesellschaft Neue Arbeit bieten wir ca. 600
Männern, Frauen und Jugendlichen im Forstbereich, in einer
Malerwerkstatt oder in einem Kulturwerk (Restaurant mit Theater)
Arbeit, Qualifizierung und gegebenfalls Therapie. Die Bücher
des Quell Verlages wollen Gemeinden und interessierten Zeitgenossen
in ihrem Bemühen um eine christliche, diakonische Orientierung
in Gegenwartsfragen unterstützen. Und nicht zuletzt sind
wir Herausgeberin des Evangelischen Gemeindeblattes für Württemberg,
das wöchentlich erscheint und auch in Gönningen gelesen
wird.
Wie schafft man es, plötzlich rund 600 Mitarbeiter zu dirigieren,
oder ist dirigieren der falsche Ausdruck?
Dirigieren ist sicher der falsche Ausdruck. Ich würde eher
Führung sagen, denn Dirigieren klingt für mich nach
Anordnen und Befehlen. Das ist nicht unser Führungsstil.
Führung hat viel mit Motivation und Überzeugungskraft
zu tun. Wer führen will, braucht Ideen, Visionen, Ziele.
Dafür muß er Mitarbeiter und Geldgeber gewinnen und
begeistern. Wenn die Richtung klar ist, weiß die Mannschaft,
welche Anstrengungen sie unternehmen muß, um diese Ziele
zu erreichen.
Wenn man vorher Seelsorger und Prediger war, fehlt da nicht der
persönliche Bezug zu den Menschen, die Hilfe, Rat oder Zuspruch
benötigen?
Natürlich bin ich immer noch als Seelsorger gefragt, wenn
auch nicht mehr in dem Maße wie früher. Insofern fehlt
mir der persönliche Bezug manchmal sehr, das stimmt. Darüber
hinaus mache ich die für mich neue Erfahrung, daß "oben"
sein auch "einsam" sein bedeuten kann. Das ist nicht
immer ganz leicht.
Viele Großstädte in Deutschland zeigen Verwahrlosung,
Gewalt, Hunger, kurz sozialen Niedergang. Wie sieht es in Stuttgart
aus?
Im Vergleich zu anderen Großstädten, etwa Hamburg oder
Berlin, sieht es in Stuttgart noch gut aus. Dennoch: als Folge
einer im mittleren Neckarraum noch nicht dagewesenen Arbeitslosenquote
von 12% nimmt die Armut, vor allem in den Wohnungen zu, mit allen
damit zusammenhängenden Problemen, angefangen bei Suchtproblemen,
Schulden bis hin zur wachsenenden Kleinkriminalität. Am schlimmsten
ist die Hoffnungslosigkeit, die viele empfinden. Und Sie wissen
ja: Hoffnungslosigkeit quält, deprimiert und lähmt.
Kann man diesen Menschen "fröhliche Weihnachten"
wünschen?
Ich denke, das Gegenteil wäre zynisch. Weihnachten ist ein
Fest für alle, das ist mir wichtig. Es ist unsere Aufgabe,
es nicht so zu feiern, daß die Fröhlichen noch fröhlicher
und die Traurigen noch trauriger werden. Vielleicht haben wir
deshalb Hemmungen, armen Menschen fröhliche Weihnachten zu
wünschen, weil uns dieser Wunsch dazu herausfordert, etwas
für diese Menschen zu tun.
Fällt Ihnen ganz spontan ein, wo die Not
besonders groß ist, und wir z. B. durch Geldspenden helfen
könnten?
Selbstverständlich! Ich würde mich sehr freuen, wenn
Sie unser "Wichernhaus", ein Altersheim für ehemals
obdachlose Menschen unterstützen könnten. Da unsere
Bewohner keine Angehörigen haben, die nach ihnen schauen,
würde Ihre Unterstützung viel Freude bereiten.
Sie singen weiter im Gönninger Kirchenchor mit. Kann man
Sie auch mal wieder als Gastpfarrer in unserer Kirche hören?
Nein, das sicher nicht. Ich freue mich, daß wir in Herrn
Behrend einen guten Pfarrer haben, der ja nun auch mein Pfarrer
und Seelsorger ist und unter dessen Kanzel ich bisweilen gerne
sitze. Ansonsten bin ich als Prediger nach wie vor stark gefragt
und viel unterwegs, vor allem im Großraum Stuttgart, aber
darüber hinaus auch im ganzen Land.
Zum Schluß die Frage nach Ihrer Frau und Ihrer Tochter.
Beiden geht es gut. Meine Frau ist nach wie vor als Lehrerin am
Pfullinger Gymnasium. Leonie besucht die vierte Klasse in der
Roßbergschule. Sie freut sich, daß wir nicht umziehen
mußten und sie ihre Freundinnen behalten konnte.
Das erwähnte Altenheim-Projekt werden wir durch unsere Gottesdienstopfer
am 31.12.97 und 1.1.98 unterstützen; Ihre Spenden können
Sie auch über unsere Kirchenpflege weiterleiten lassen: Konto
91569 bei der KSK RT, Kreissparkasse Reutlingen, BLZ 640 500 00,
Kontonr. 91569 640 500 00; Stichwort "Wichernhaus".
Vor einigen Wochen hat der Kirchengemeinderat unserer Gemeinde
eine neue Kirchenpflegerin gewählt; im Gottesdienst am 2.
November wurde sie in ihr Amt eingeführt.
Hier stellt sie sich Ihnen nun kurz vor.
Mein Name ist Susan Haug, ich bin 39 Jahre alt und wohne nun seit
einem Jahr mit meinem Sohn Niklas, 3 Jahre alt, in Gönningen.
Als Berufsschullehrerin bin ich mit einem halben Lehrauftrag an
der Sonderberufsfachschule der Körperbehindertenförderung
Neckar-Alb in Reutlingen, tätig. Außerdem gebe ich
an den Volkshochschulen der näheren Umgebung Kurse in den
Bereichen Hauswirtschaft und Deutsch als Fremdsprache.Davor habe
ich lange Jahre in diakonischen Jugendhilfeeinrichtungen gearbeitet,
vor allem mit jugendlichen Aussiedlern.
In mein neues Amt als Kirchenpflegerin habe ich mich schon etwas
eingearbeitet und habe auch schon einen Einführungskurs für
Kirchenpfleger in Denkendorf besucht. Es wird sicherlich noch
einige Zeit brauchen, bis ich dieses vielfältige Arbeitsgebiet
sicher beherrsche, aber ich freue mich darauf, mich mit meinen
Fähigkeiten in das Gemeindeleben unserer evangelischen Kirchengemeinde
einzubringen.
Telefonisch bin ich unter der Rufnummer 60976, am ehesten morgens
zwischen 8.30 und 9.30 Uhr zu erreichen.
Jeden Montag treffen sich von 16.00 bis 17.30 Uhr die Pandabären
im Untergeschoß unseres Gemeindehauses. Die Pandabären
sind Mädchen ab sechs Jahren, die schon die Grundschule besuchen.
Auf dem Programm steht alles, was den Bedürfnissen und Wünschen
der Mädchen entspricht:Fetzige Lieder singenTanzenSpannende
Geschichten hörenMalenBasteln mit verschiedenen Materialien
Kochen und Backen
Dias und Filme anschauen
Spielen
und vieles mehrHöhepunkte in diesem Jahr waren die
regelmäßigen Geburtstagsfeste, das Sommerfest und die
Teilnahme am Jungscharfest in Unterhausen. Außerdem engagieren
sich die Pandabären auch dieses Mal wieder bei der Aufführung
der Weihnachtsgeschichte in der Kirche. So werden einige Mädchen
singen, andere werden die Kulissen gestalten oder Hirten und Könige
spielen.In der Jungschar möchten wir einen Begegnungsort
schaffen, in dem Mädchen neue Freundschaften schließen
können, Gemeinschaft erleben und Spaß haben. Beim gemeinsamen
Spielen und Basteln sind soziale Fähigkeiten wie z. B. gegenseitiges
Helfen oder Rücksicht nehmen gefordert. Außerdem sollen
die Mädchen durch biblische Geschichten vom Glauben erfahren
und Kontakt zu ihrer Kirchengemeinde bekommen.
Als besondere Aktivität ist im kommenden Jahr eine Übernachtung
im Gemeindehaus geplant. Weiter möchten wir in Zukunft öfters
nach einem gemeinsamen Beginn die Mädchen in zwei Gruppen
teilen um altersentsprechende Angebote machen zu können.
Deshalb würden wir uns freuen, wenn noch mehr Mädchen
unterschiedlichen Alters Lust hätten, die Jungschar zu besuchen.
Anfang 1998 werden wir deshalb in der Roßbergschule Einladungen
an alle Grundschülerinnen verteilen.
Für weitere Fragen steht Sabine Frech (Tel. 80948) gerne
bereit. Die Jungschar wird von Ellen Maier mit Sabine Frech und
Marta Lapatinszki geleitet.
Was bedeutet mir mein Glaube, wie kann ich mein Leben als Christ
praktisch leben, wie komme ich zu neuer Dynamik, wie gehe ich
mit meinen Zweifeln um?An sieben Abenden wollen wir diesen Themen
nachspüren durch Impulsreferate, Gruppengespräche und
praktische Übungen. Wir werden Nachdenkliches erarbeiten
und Spaß haben, neue Leute kennenlernen und praktische Schritte
gehen.
Seminarabende sind am 23.4., 29.4., 14.5., 19.5., 9.6., 18.6.
und 23.6.98.
Wir erbitten einen Unkostenbeitrag von DM 50.-; die Seminarunterlagen
sind inbegriffen.
Veranstalter ist die Evangelische Kirchengemeinde Gönningen.
Nähere Informationen erhalten Sie bei Werner und Beate Habisreitinger,
Tel. 5721, oder auf dem Pfarramt, Tel. 2365.
Liebe Gemeindebriefleser,
liebe Gemeindebriefleserinnen!Ein neues Gesicht in Gönningen?
Ist wieder jemand zugezogen? Nein, zugezogen bin ich nicht, aber
ein neuer Mitarbeiter in ihrer Kirchengemeinde bin ich geworden.
Grund genug, mich als "neues Gesicht" in Ihrer Gemeinde
auch vorzustellen.
Seit eineinhalb Jahren etwa arbeite ich in der Nachbargemeinde
Ohmenhausen als Diakon. Aufgrund des neuen Diakonengesetzes wurde
die Stelle hier von 75% auf 100% aufgestockt in der Kombination
mit einer weiteren Gemeinde. Der Kirchenbezirksauschuß dachte
dabei an Gönningen. Meine anfängliche Skepsis der ganzen
Sache gegenüber verwandelte sich inzwischen nach ein paar
ersten Gesprächen mit Verantwortlichen in Neugier, Freude
und Interesse an der Arbeit in Ihrer Gemeinde. Aber nun zu mir
selbst.Mein Name ist Andreas Kopp, ich bin 24 Jahre alt und komme
ursprünglich aus Denkendorf (Kreis Esslingen). Nach der Realschulzeit
machte ich zunächst eine schulische Ausbildung zum Chemisch-technischen
Assistenten. In diesem Beruf arbeitete ich dann auch noch ein
Jahr in einem Staatlichen Untersuchungsamt (Lebensmittelüberwachung).Schon
bald merkte ich, daß die Arbeit mit den Reagenzgläschen
wohl nicht das ist, was ich mir ein Leben lang vorstellte. Nach
einigen Überlegungen zusammen mit Freunden und einer Vikarin
am Ort kam ich zu dem Entschluß, eine Bibelschule zu besuchen.
So landete ich dann 1992 an der Bibelschule in Adelshofen (bei
Sinsheim). Nach der vierjährigen Ausbildungszeit schlug ich
dann meine Zelte dort ab, um sie dann in Ohmenhausen aufzustellen.
In Ohmenhausen umfaßt mein Dienstauftrag 25% Religionsunterricht.
Die restlichen 50% bringe ich dort hauptsächlich in der Jugendarbeit
und in der Mitarbeiterbetreuung und Schulung ein.
Nach ersten Gesprächen mit einzelnen aus Ihrer Gemeinde bin
ich nun sehr gespannt, auch Sie kennen zu lernen. Ich hoffe, daß
es dazu viele Gelegenheiten und Möglichkeiten gibt.
Vorerst bleibt mir nun noch, an dieser Stelle Ihnen eine gesegnete
und besinnliche Weihnachtszeit zu wünschen!
PS Telefonisch (und per Fax) bin ich unter (07121) 506643 zu erreichen.
Geboren wurde ich vor 64 Jahren in Tübingen. Mit Ausnahme
der Kriegsjahre und einiger Auswärtssemester habe ich dort
auch die erste Hälfte meines (bisherigen) Lebens verbracht:
Schulbesuch, Konfirmation, Abitur, Feinmechanikerlehre, Studium,
Industrietätigkeit und Referendarzeit - alles in Tübingen.
Auch geheiratet habe ich noch in Tübingen. Meiner Frau und
mir wurden drei Söhne geschenkt, die heute in Hamburg, Wien
und Berlin leben. Vor kurzem ist unser zweites Enkelkind zur Welt
gekommen. Als frischgebackener Physik-, Mathematik- und Chemielehrer
wurde ich 1966 ans Friedrich-List- Gymnasium in Reutlingen versetzt.
Dem bin ich dann auch 30 Jahre lang treu geblieben, mit wechselnden
Aufträgen, zuletzt als stellvertretender Schulleiter. Anfangs
haben wir in der Reutlinger Innenstadt gewohnt, dann in Orschel-Hagen,
seit 1977 genießen wir unser Häusle in Gönningen.
Mein Wissen von der Atomphysik, von der Radioaktivität und
von der Reaktortechnik hat mich schon früh zum Gegner von
Atomkraftwerken werden lassen. Auch der sogenannten Friedensbewegung
stand ich nahe. Vielerlei Informationen und vielfältige Kontakte
ließen in mir die Überzeugung wachsen, daß unser
angenehmer und liebgewordener Wohlstand zum Teil auf fragwürdigen
und gerade für Christen nicht verantwortbaren Voraussetzungen
beruht. Ich will nur drei Stichworte nennen : Rüstungsexporte,
Ausbeutung der "Dritten Welt", Umweltzerstörung.
Ich suchte nach Gleichgesinnten und fand solche im "Arbeitskreis
Frieden an der Kreuzkirche" in Reutlingen. Als es Zeit war,
daß ich für den Ruhestand nach sinnvoller Betätigung
suche, leiteten mich zwei Gedanken: Meine naturwissenschaftliche
Ausbildung legt es nahe, daß ich mich dem Schutz der Umwelt
widme. Deshalb trat ich dem "Verein Sonnenenergie Neckar-Alb"
bei, der sich für die Förderung der erneuerbaren Energie
einsetzt. Und mein Eindruck, daß die Kirche ihre Arbeit
an "Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung"
noch zu sehr auf Verlautbarungen der Leitungsgremien beschränkt
und nicht genug "hinunter an die Basis", zu den einzelnen
Gemeindegliedern bringt, ließ bei mir den Entschluß
reifen, mich im Kleinen, an meinem Ort, in meiner Kirchengemeinde
zu engagieren.
Das führte zunächst einmal zu meinem Bericht von der
Ökumenischen Versammlung in Graz im Gottesdienst. Als Pfarrer
Behrend mich vor ein paar Wochen fragte, ob ich bereit sei, Umweltbeauftragter
des Kirchenbezirks Reutlingen zu werden, habe ich nach kurzer
Bedenkzeit zugesagt. Diese Aufgabe ist nicht nur für mich
völlig neu: Es gibt einen solchen Beauftragten sonst noch
nirgends. Ich will nun versuchen, in Gönningen und in anderen
Gemeinden die Sorge für den pfleglichen Umgang mit unserer
Umwelt im Alltag zu verstärken: beim Heizen und beim Bauen,
beim Putzen und beim Kopieren, beim Waschen und beim Beleuchten
Sicher gibt's da schon manchen guten Ansatz; den gilt es
zu unterstützen und zu erweitern. Auf jeden Fall werde ich
dabei auf helfende Mitstreiter angewiesen sein, auf Menschen guten
Willens - und auf Gottes Hilfe.
Wußten Sie, daß die Spitzen im Stromverbrauch zum
Bau zusätzlicher Kraftwerke führt?
Deshalb:
Benützen Sie die Waschmaschine und andere "Stromfresser"
möglichst nicht zu den "Spitzenlastzeiten"!
Nie am Montag-Vormittag!
Nie zwischen 10 und 12 Uhr!
Nie zwischen 17 und 20 Uhr!
Am Montagmorgen werden üblicherweise die Waschmaschinen "angeworfen".
Wenn Sie Ihren Waschtag verschieben können, tragen Sie zum
Abbau der Stromspitzen bei!
Im Oktober dieses Jahres haben wir alle Vereine Gönningens,
den Förster, den Umweltbeauftragten der Stadt, Herrn Braxmeier,
und Bernhard Ziegler von der Vogelschutzwarte Mössingen ins
Gemeindehaus eingeladen, um gemeinsam ein Naturschutzprojekt für
Kinder und Jugendliche in Gönningen ins Leben zu rufen und
die verschiedenen Aktivitäten in unserem Ort zu koordinieren.
Alle Teilnehmer waren der Meinung, daß Gönningen mit
seiner herrlichen Lage inmitten von Streuobstwiesen, Wäldern
und Naturschutzgebieten, mit Bächen und Seen der ideale Ort
ist, Kinder und Jugendliche für die Natur zu begeistern.
Man könnte ihnen zeigen, was im Wald und im Tümpel lebt,
man könnte ihnen beibringen, wie man Amphibien beim Überleben
helfen kann, wie man Vögel beim Nestbau und im Winter behilflich
sein kann, wie man zum Schutz von Igeln beiträgt und vieles
mehr. Die Kinder könnten selbst aktiv sein und so im praktischen
Tun Liebe zur Natur entwickeln und gleichzeitig Kenntnisse und
Einsichten über Tiere und Pflanzen gewinnen.
Da es für Jugendliche und Kinder in Gönningen bisher
kaum Möglichkeiten gibt, sich in der Freizeit so zu beschäftigen,
haben wir beschlossen, zuerst einmal für Kinder eine solche
Möglichkeit zu schaffen. Dazu werden wir Anfang nächsten
Jahres eine Gruppe ins Leben rufen. Im Moment sind wir noch auf
der Suche nach einer geeigneten Person, die eine Gruppe leiten
könnte und über einige Monate hinweg Ansprechpartner/in
für die Kinder sein könnte.
Wir würden uns freuen, Ihnen und Ihren Kindern sobald wie
möglich ein Programm vorstellen zu können, das wir -
mit Hilfe der örtlichen Förster und Herrn Braxmeier
und weiterer Personen und Vereine - aufstellen möchten.