Gemeindebrief 1/1997
Ostern
In dieser Ausgabe:
Ein Wort zu Beginn ...
Ausgesätes Leben
Einblick - als "Lebensgemeinschaft" in der Landeskirche ...
Rückblick - Bürgermeister a. D. Rudolf Diegel ...
Die neue Pfarrvikarin ...
Angebote in der Karwoche und zu Ostern ...
Events ...
Rückblick auf die Konfirmanden-Freizeit ...
Besuche in unserer Kirchengemeinde ...
Weltmissionsprojekt, Kirchentag, Impressum ...
Zum 500. Geburtstag Philipp Melanchthons ...
Ein Lied zum Schluß ...
Liebe Leserin, lieber Leser!
Vielleicht wird Sie unsere Grafik auf der Titelseite durch
die Karwoche und an Ostern begleiten. Schwarz und Weiß geraten
hart aneinander. Leben und Tod - um nicht weniger geht es in dieser
Zeit. Wenn Sie gemeinsam mit anderen dem nachgehen wollen, dann
beachten Sie bitte vor allem die Veranstaltungshinweise! Natürlich
gibt es wieder die mittlerweile vertrauten Rubriken "Einblick"
und "Rückblick". Daneben finden
Sie Berichte über Besuche in unserer Gemeinde
und über die Konfirmanden-freizeit. Außerdem
lernen Sie Frau Ulrike Haas-Schmeske, unsere Pfarrvikarin, etwas
näher kennen.
Mit herzlichen Grüßen
Ihr Redaktionsteam
Von Jesus, Ihrem Garten und Gönninger Samen
Liebe Leserin, lieber Leser!
Mit Samen und Saat kennt man sich aus in Gönningen. Die Gärten
auf Plattach oder am Gänsäcker sprechen beredt davon.
Und die Rübenfelder meiner Schwiegermutter im Schwarzwald
bringen ihren Ertrag natürlich auch aus Gönninger Samen.
Der Jahreskreis von Saat und Ernte kann uns an das erinnern, was
wir in der Karwoche und an Ostern feiern: Ausgesätes Leben
bringt Frucht!
Auf der Rückseite dieses Gemeindebriefes finden sie ein Lied;
es hat uns in den Gottesdiensten der Passionszeit begleitet: "Korn,
das in die Erde, in den Tod versinkt". Jesus bezieht dieses
Bild vom Weizenkorn, das ausgesät wird, einmal auf sein eigenes
Schicksal, auf seinen Tod. Und er drückt damit seine Hoffnung
aus, daß selbst aus dem Tode noch Frucht wachsen kann. Er
sät sein Leben aus; das trägt Frucht, die uns zugute
kommt. Ausgesätes Leben bringt Frucht!
Wo Menschen sich aus dem Glauben an Christus hingeben, keine Angst
mehr um sich selbst haben, weil sie ihr Vertrauen in Gott setzen,
da eröffnen sich Lebensmöglichkeiten. In einer Zeit,
in der Möglichkeiten und Auskommen von vielen mehr und mehr
beschnitten werden; in der gleichzeitig Besitzstandswahrung und
Selbstbezogenheit mehr und mehr zum obersten Gebot werden, haben
wir solche Hingabe nötiger denn je.
Da berichten mir Hinterbliebene, wie gut es ihnen tat, daß
viele aus dem Dorf ihnen beigestanden sind; oder ich denke an
die Dame mittleren Alters, die Tag um Tag am Bett einer alten
Frau steht; oder an die 200-Mark-Spende, die wir an bedürftige
Gemeindeglieder weitergeben können.
Solche Hingabe ändert doch nichts? Fragen Sie diejenigen,
denen es zugute kommt
Jesus hat sich für andere eingesetzt,
weil er um Gott wußte. Er hat sein Leben hingegeben, damit
wir "ewiges Leben" haben - Leben mit Gott. Wer sein
Leben aussät, verändert die Welt - und mit Samen und
Saat kennt man sich doch aus in Gönningen
Frohe Ostern und gute Ernte wünscht Ihnen Ihr
Pfr. Alexander Behrend
Familie Habisreitinger und Familie Zirngibl stellen die "LG" vor
LG - wie kam es dazu?
Schon lange waren wir auf der Suche nach verbindlichem, geistlichem
Leben. Daneben stellten wir uns kurz vor der Lebensmitte die Frage
nach unserem Lebensziel. In dieser Phase lernten wir den "Wörnersberger
Anker" im Schwarzwald kennen. In diesem christlichen Lebenszentrum
hörten wir von der Idee "Christliche Lebensgemeinschaft"
und bekamen Kontakt zu jungen Leuten, die auch an dieser Idee
interessiert waren. Ein halbes Jahr später begannen wir mit
unserem Experiment in Gönningen.
LG - wie sieht das aus?
Zwei Schwerpunkte sind uns am gemeinsamen Leben wichtig:
1. Wir kümmern uns umeinander.
2. Wir kümmern uns um unseren Dienst.
Einmal wöchentlich treffen wir uns (elf Erwachsene und zehn
Kinder) zu einem Hausabend. Nach dem gemeinsamen Abendessen stehen
abwechselnd Bibelarbeit, Gebet, Austausch, Feiern und Besprechung
unserer Dienste im Mittelpunkt.
Jeden Monat verbringen wir einen Tag miteinander, an dem uns das
gemeinsame Erleben auch und gerade mit den Kindern wichtig ist.
Unsere Gruppe setzt sich aus Menschen mit unterschiedlichen Charakteren,
Berufen und Lebenssituationen zusammen, was natürlich immer
wieder zu Konflikten führt. Wir stellen uns dem und möchten
gemeinsam reifen, auch durch Krisen hindurch, und erfahren dabei,
wie wichtig Vergebung ist.
LG - was heißt das für Gönningen?
Die evangelische Kirchengemeinde Gönningen ist für uns
der Ort, an dem wir leben und uns einbringen wollen. Unsere Mitarbeit
geschieht zum einen in "Dauereinrichtungen" (Mädchenjungschar,
zwei Hauskreise, Gitarrenkurs), zum anderen mit Projekten wie
der Osteraktion und dem Glaubensseminar im vergangenen Jahr. Am
15. Juni planen wir einen Gemeindetag zum Thema "Hauskreis".
Über unseren Ort hinaus arbeiten wir noch beim Evangelischen
Jugendwerk Reutlingen mit.
LG - was sind unsere Ziele?
- Gemeinsam entdecken, was es heißt, den Glauben im Alltag
zu leben.
- Lebendige und ansprechende Gottesdienste.
- Anderen Menschen die Liebe Gottes näherbringen.
Dietrich Birkenhofer fragt anläßlich seines 70. Geburtstages
Herr Diegel, Sie waren letzter Bürgermeister des selbständigen
Gönningen. Bei der Eingemeindungsfeier vor über 25 Jahren
sagten Sie: "Die Zerstörung der Stöffelburg haben
wir den Reutlingern verziehen, nicht aber die schmutzige Straße
zwischen Reutlingen und Gönningen."
Man erinnert sich heute kaum noch daran, wie dreckverschmiert
und gefährlich die frühere, noch nicht ausgebaute Landstraße
oft war. Bei naßkaltem Wetter, wenn die von der Deponie
kommenden Lastwagen viel Dreck herausschleuderten, konnte man
unsere Autos an der Verschmutzung erkennen. Bei der Eingemeindungsfeier
war also dieser Stupser durchaus fällig. Inzwischen hat sich
viel gebessert: geteerte Wege innerhalb der Deponie; eine Reifenwaschanlage
wurde installiert. Die alten Zustände sind so gut wie vergessen
und deshalb auch verziehen. Wenn wir im Privaten auch so leicht
vergessen könnten!
Wir konnten mit der Stadt einen günstigen Eingemeindungsvertrag
abschließen und sind nicht "untergestanden". Am
zufriedensten bin ich darüber, daß es keine Großprojekte
gab, die den Ort verändert hätten. Was bis jetzt geschah,
hätten auch wir gerne erledigen wollen, wenn es nur so schnell
möglich gewesen wäre. Alles auf dieser Welt hat seinen
Preis: Die Eingemeindungsverhandlungen einzuleiten, fiel mir schwerer,
als es den Anschein hatte.
Pfarrer Schüle lobte jüngst sein gutes Verhältnis
zu Ihnen als Bürgermeister.
Er war bei der Einweihung des erweiterten Kindergartens an der
Rosmarinstraße dabei, und mit ihm begannen die Verhandlungen
über den Bauplatz für das Gemeindehaus. Jeder hatte
wohlwollendes Verständnis für die Situation des anderen.
Das war später nicht viel anders. Mich freut es, wenn die
jetzt wichtigen Personen auch wieder gut miteinander können.
Ihre Belesenheit spürte man Ihren gescheiten und humorvollen
Reden ab.
Ja, man sagt mir nach, daß ich Humor hätte. Wilhelm
Busch sagte: "Humor ist, wenn man trotzdem lacht." Die
Betonung liegt auf "trotzdem". Dieses "trotzdem"
habe ich meistens gut gekonnt, und ich war in meinem Leben ja
auch darauf angewiesen
Aus meinen Büchern habe ich
immer wieder Auszüge gemacht; ich habe Zeitungsausschnitte
abgelegt und mit Vergnügen Zitate gesammelt. Meine Ansprachen
waren also eine Mischung aus Inspiration und Transpiration.
Was bedeutet Gönningen für Sie heute?
Seit 1955 ist Gönningen zur Heimat geworden. Ich fühle
mich wohl unter diesen Leuten und in dieser Landschaft.
Welche persönlichen Wünsche haben sie als "junger
Siebziger"?
Ich erhoffe für mich ein maßvolles Glück, weil
jedes Übermaß schadet. Und ich hoffe, daß unser
Staatswesen die gegenwärtigen Schwierigkeiten ohne unreparierbaren
Schaden übersteht. Unter all den unvollkommenen Staatsformen
ist die Demokratie immer noch die menschenfreundlichste Art, miteinander
umzugehen. Churchill sagte das sehr schön: "Die Demokratie
lebe zweimal hoch!"
Pfarrvikarin Ulrike Haas-Schemske stellt sich vor
Ab 1. April beginnt für mich hier die Zeit des Pfarrvikariats.
Einen ersten Eindruck von Gönningen bekam ich schon während
der Studienzeit, wenn ich auf meinen täglichen Fahrten zwischen
Sonnenbühl und Tübingen durch Gönningen fuhr. Hier
würde ich auch gern wohnen , dachte ich ab und zu, und jetzt
ist es tatsächlich so gekommen. Ich empfinde die Gegend hier
ein bißchen wie meine Heimat, obwohl ich in Göppingen
geboren bin.
Nicht die Theologie war es, die mich aus dem Elternhaus vertrieb,
sondern die Biologie, die mich nach Bayreuth führte. Freunde,
die einer Freikirche angehörten und mich immer wieder in
ihre Gottesdienste einluden, nötigten mich zur Auseinandersetzung
mit dem christlichen Glauben.
Aber da wurde mir klar, daß mein Weg nicht derselbe war
wie der, den meine Freunde gingen. Zur Freiheit des christlichen
Glaubens gehörte für mich, nicht auf eine Denk-
und Deutemöglichkeit biblischer Texte und christlicher Dogmen
festgelegt zu werden.
Das Theologiestudium begann mich immer mehr zu reizen. So faßte
ich schließlich den Entschluß, das Studienfach zu
wechseln.
Nach Bayreuth folgten als Studienorte Neuendettelsau, Erlangen
und Tübingen. In Tübingen lernte ich meinen Mann Michael
Schemske kennen, der zu der Zeit mit Holzspielzeug handelte und
es auf Kram- und Flohmärkten vertrieb.
Im Sommer 1992 legte ich in Tübingen das erste theologische
Examen ab. Ein Jahr zuvor war unsere Tochter Sarah zur Welt gekommen.
Nach dem Examen war erst einmal Wartezeit angesagt. Um die Zeit
bis zum Vikariatsbeginn zu überbrücken - aber auch aus
Interesse an der Arbeitswelt - ließ ich mich auf ein Projekt
ein, das sich Wirtschaftsvikariat nannte und mir für ein
Jahr einen regulären Arbeitsplatz bei Mercedes-Benz bescherte.
Danach folgte das Ausbildungsvikariat in Roigheim bei Heilbronn.
Im Vikariat stand nun auf einmal die pfarramtliche Praxis im Vordergrund.
Ganz neue Erfahrungen für mich, da ich ja wenig kirchliche
Sozialisation mitbrachte. Die Gemeinde, in der ich die letzten
2 ½ Jahre verbrachte, war sehr ländlich geprägt
und auf ihre Art sehr beschaulich.
Ich bin nun sehr neugierig, was mich hier in Gönningen erwartet
und freue mich auf das Neue.
ein Angebot für Sie, Karwoche und Ostern zu erleben
"Sie sagten niemandem etwas, denn sie fürchteten sich",
schreibt Markus am Schluß seines Evangeliums über die
entsetzten Frauen am leeren Grab. Haben wir heute die Sprache
wiedergefunden? Ist Auferstehung selbstverständlich geworden?
Auferstehung scheint jedenfalls damals wie heute erschreckender
und aufregender als der Tod. Um immer wieder neu gemeinsame lebendige
Sprache zu finden, um Hoffnung auf Leben zu schöpfen, wollen
wir Passion und Ostern gemeinsam feiern.
Zum vierten Mal wollen wir in der Karwoche und am Ostersonntag
zusammenkommen. Wir von der Lebendsgemeinschaft (siehe Seite 4)
und aus den Hauskreisen laden Sie und Euch herzlich ein!
(Cornelia Zeul)
- Gottesdienst am Palmsonntag 23. März, 9.30 Uhr, ev. Kirche, der Kirchenchor wirkt mit
- Andachten und Gespräche von Montag, 24., bis Donnerstag,
27. März, 6 bis 7 Uhr, ev. Gemeindehaus (mit anschließendem
Frühstück)
- Gründonnerstag-Abendmahl, 27. März, 20 Uhr,
Gottesdienst in der ev. Kirche (Gemeinschaftskelch und Saft),
Der Gesangverein gestaltet den Gottesdienst musikalisch mit!
- Gottesdienst an Karfreitag mit eingeschlossenem Abendmahl
(Einzelkelche und Saft), 9.30 Uhr, ev. Kirche,
unter Mitwirkung des Posaunenchores
- Kreuzweg am Karfreitag zur "9. Stunde" (=
15 Uhr, Todesstunde Jesu) - ein Spaziergang mit "Andachts-Stops"
(auch für Kinder ab etwa 8 Jahren), Treffpunkt Kirche
- Osternachtfeier (mit Abendmahl, Gemeinschaftskelch
und Saft) am Ostersonntag, 30. März, 6 Uhr (Sommerzeit!),
ev. Kirche
- Osterfrühstück (ab etwa 8 Uhr) im ev. Gemeindehaus
(Anmeldung erbeten bei Beate Habisreitinger, Tel. 5721)
- Gottesdienst am Osterfest (mit Taufen) 30. März, 9.30 Uhr, ev. Kirche
- Gottesdienst am Ostermontag 31. März, 9.30 Uhr, ev. Kirche
Eintragenswertes für Ihren Kalender
Info-Telefon der Landeskirche - 6. April-10. Mai
Unter einer kostenlosen 0130-Nummer (0130 72 59 23) können Sie Ihre Wünsche
und Fragen an die Landeskirche direkt anbringen:
Begegnungstag "Füreinander da sein" - 6. April
Zu einem Begegnungstag mit behinderten Mitmenschen lädt der
Arbeitskreis "Füreinander da sein" dieses Jahr
bei uns in Gönningen ein. Kontaktperson ist Frau Sigrid Meiers,
Tel. 7861.
Pfarrvikarin Haas stellt sich vor - 13. April
An diesem Sonntag hält Pfarrvikarin Haas-Schemske ihren ersten
Gottesdienst bei uns in Gönningen. Anschließend besteht
die Gelegenheit, mit ihr ins Gespräch zu kommen. Ihre Adresse:
Donauschwabenstr. 8, Tel. 912150.
Konfirmation - 27. April
Um 9.30 Uhr findet in der ev. Kirche der Konfirmations-Gottesdienst
statt. Da es in diesem Jahr "nur" 22 Konfirmandinnen
und Konfirmanden sind und wir eine große Kirche haben, brauchen
Sie sich keine Sorgen um einen Platz machen! Feiern Sie mit! Der
Gottesdienst mit Konfirmanden-Abendmahl ist eine Woche später,
am 4. Mai.
Hauskreistag - 15. Juni
Mit einem Gottesdienst (9.30 Uhr in der ev. Kirche) beginnt ein
Tag, bei dem sich alles um das Thema "Hauskreis" drehen
wird. Referent am Nachmittag ist Günther Schaible, Leiter
des "Wörnersberger Anker" (Kreis Freudenstadt).
Es wird Mittagessen und Nachmittags-Kaffee geben. Näheres
bei Werner Habisreitinger, Tel. 5721.
Gemeindefest - 29. Juni
Den Auftakt am Peter-und-Pauls-Tag (29. Juni) bildet ein Gottesdienst,
wahrscheinlich in unserer Peter-und-Paul-Kirche
Am 13. Juli findet übrigens das Roßbergfest unserer
katholischen Schwestergemeinde statt!
Konfirmanden-Freizeit 21. bis 23. Februar '97 - ein Bericht von Stefanie Thielsch und Kathrin Habisreitinger
Am Freitag trafen sich alle Konfirmandinnen und Konfirmanden um
16 Uhr an der Kirche, um nach Tieringen zu fahren. Nach einer
Stunde kamen wir in der Evangelischen Tagungsstätte Haus
Bittenhalde an.
Wir verteilten uns in unsere Zimmer, packten aus und gingen auf
Entdeckungsreise durch das Haus. Nach dem Abendessen zeigte uns
Herr Behrend (nach einer ersten Unterrichtseinheit) einen "Action-Film",
bei dem wir alle fast einschliefen.
Am nächsten Morgen gingen wir, nach einem ausgiebigen Frühstück,
erst mal Tischtennis spielen, später trafen wir uns dann
mit Herrn Behrend und Anja Schwenk, um Konfirmanden-Unterricht
zu machen zu dem Thema: "Was ich glaube
". Nach
dem Mittagessen überredeten wir Herrn Behrend, uns schwimmen
gehen zu lassen. Zuerst wollte er uns nur eine halbe Stunde weglassen,
doch nach ein paar Minuten Diskussion waren es zwei Stunden.
Vor dem Abendessen hörte man plötzlich einen Schrei:
"Hilfe, hilfe, ein Baum brennt!" Sofort war Herr Behrend
mit dem Feuerlöscher zur Stelle und erwies sich als ausgezeichneter
Feuerwehrmann.
Für den Abend hatte Anja ein paar lustige Spiele vorbereitet,
bei einem mußten wir uns beispielsweise ein Markstück
in den (natürlich bekleideten, Anm. d. Redaktion) Hintern
klemmen und es dann in eine Schüssel fallen lassen. Es folgte
ein Party, bei der leider nicht alle dabei waren.
Am nächsten Tag machten wir zusammen einen Gottesdienst.
Später packten wir, und um 14 Uhr kamen dann auch schon unsere
Eltern, um uns abzuholen.
Alles in allem war es ein total geiles Wochenende, bei dem wir
alle viel Spaß hatten!
Besuche in unserer Gemeinde - Was Sie darüber wissen sollten
/Seelsorgebezirk Pfarrvikarin Haas
Fast jeden Werktag wird in unserer Gemeinde ein Besuch
"im Namen der Kirchengemeinde" gemacht. Die Damen vom
Kaffeestündle besuchen dabei alle Seniorinnen und Senioren,
die ihren 75. bis 79. Geburtstag feiern.
Ab dem 80. Geburtstag besucht Pfarrer Alexander Behrend
die Jubilare (außer bei "runden" Jubiläen
meist in den Tagen danach). Mit dem Dienstantritt von Pfarrvikarin
Haas wird sie die Besuche (und Bestattungen) für das
Gebiet Hechingerstraße und westwärts davon übernehmen.
Sie selbst wohnt in der Donauschwabenstr. 8 (Tel. 912150).
Außerdem stehen für Pfarrer und Pfarrvikarin natürlich
Besuche bei Trauernden, Tauffamilien, Kranken oder wenn es einfach
gewünscht wird auf dem Programm.
Dazu kommen in der Adventszeit Besuche bei Familien mit
behinderten Angehörigen durch einige Kirchengemeinderätinnen
und -räte sowie Besuche von Gönningern, die in den Altersheimen
in der Region leben.
Gemeindeglieder, die sich ins Reutlinger Kreiskrankenhaus
in Behandlung begeben müssen, werden durch die Krankenhaus-Seelsorgerinnen
und deren Team besucht, wenn dies gewünscht wird.
Auf unserem ersten Mitarbeiter-Konvent im vergangenen Monat wurde
angeregt, ein Besuchsdienst-Seminar durchzuführen.
Es soll vor allem denjenigen einen Einblick in diese Tätigkeit
geben, die hier neu mitarbeiten möchten (September/Oktober).
Besuche im Auftrag und im Namen der Kirchengemeinde können
dazu beitragen, das Beziehungsnetz untereinander zu stärken.
Das prägt die Atmosphäre an einem Ort!
Ein weiteres Ziel, das gesteckt wurde, ist die Einrichtung eines
Besuchsdienstes für neu zugezogene Gemeindeglieder. In
einer Zeit, in der von vielen ein hohes Maß an "Mobilität"
gefordert wird, kann die Begrüßung von Neuzugezogenen
eine Hilfe sein, sich etwas schneller an einem Ort und in einer
Kirchengemeinde heimisch zu fühlen.
Bitte überlegen Sie sich, ob Sie an dieser Aufgabe mitwirken
können!
Nähere Informationen erhalten Sie durch Pfr. Alexander Behrend,
Tel. 2365.
Weltmissionsprojekt / 27. Evangelischer Kirchentag
"Mobile Klinik" unter neuem Namen
Aus der "Klinik auf Rädern" im ghanaischen Bolgatanga
wurde der "Dorfgesundheitsdienst". Damit möchte
die Presbyterianischen Kirche in diesem westafrikanischen Land
deutlich machen: Das Wichtigste sind nicht die Autos, die jeden
Tag in die Dörfer hinausfahren; entscheidend sind die Menschen,
die sich in einer Dorfgemeinschaft beistehen. Sie bauen zur Zeit
eine Klinik aus Lehmziegeln. Dort werden dann unter anderem Kinder
durch Gesundheitshelferinnen betreut werden, die bei den Schwestern
des Gesundheitsdienstes eine Grundausbildung bekommen haben. Neben
der medizinischen Versorgung werden Gesundheits-Kurse für
Väter und Mütter angeboten. Bitte unterstützen
Sie mit Ihrem Opfer an den entsprechenden Sonntagen diese Arbeit!
Kirchentag in Leipzig - 18.-22. Juni 1997
Wenn Sie nicht selbst daran teilnehmen, werden Sie wie immer die
Medien in breiter Form über dieses kirchliche Großereignis
informieren. "Auf dem Weg der Gerechtigkeit ist Leben"
ist das Motto des 27. Deutschen Evangelischen Kirchentages (DEKT)
in Leipzig, der erstmals in einem "neuen" Bundesland
stattfindet.
Impressum
Gemeindebrief der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen;
Erscheinungsweise vierteljährlich; hg. Ev. Kirchengemeinde
Gönningen, verantw. Pfarrer Alexander Behrend, Torstr. 20,
72770 Reutlingen, Tel. (07072) 2365, Fax (07072) 60877, E-Mail
101527.3143@compuserve.com, Homepage http://ourworld.compuserve.com/homepages/Alexander_Behrend;
Redaktion: Dietrich Birkenhofer, Sabine Blank, Sigrid Meiers;
im Eigendruck.
zum 500. Geburtstag des Reformators und Weggefährten Luthers
1497 Am 16. Februar wird Philipp Melanchthon im badischen
Bretten geboren.
1508 Der Vater stirbt, als Philipp elf Jahre alt ist. Der
Junge besucht für ein Jahr die Lateinschule in Pforzheim.
Danach studiert und lehrt er in Heidelberg und Tübingen mehrere
Sprachen, Rhetorik und Naturwissenschaften.
1518 Mit erst 21 Jahren wird Melanchthon als Professor
für Griechisch nach Wittenberg berufen und wird dort engster
Mitarbeiter Martin Luthers bei der Gestaltung und Durchsetzung
der Reformation.
1520 Melanchthon heiratet die gleichaltrige Katharina Krapp.
Sie haben vier Kinder.
1521 Luther fällt in die Reichsacht und muß
sich auf der Wartburg unter dem Namen "Junker Jörg"
verbergen. Melanchthon motiviert ihn dazu, die Bibel ins Deutsche
zu übersetzen. Über viele Jahre arbeiten sie gemeinsam
an diesem Vorhaben.
1530 Auf dem Reichstag in Augsburg wird der Streit um das
Anliegen der Reformation dem Kaiser vorgetragen. Melanchthon verfaßt
dafür das Augsburger Bekenntnis. In dieser Schrift unterstreicht
er die Übereinstimmungen mit der bisherigen Kirche, macht
aber auch die Unterschiede deutlich. Trennend sind etwa die verschiedenen
Auffassungen über die Priesterehe, das Klostergelübde
und über das Abendmahl. Die evangelische Kirche verpflichtet
bis heute die Pfarrer bei ihrer Ordination auf dieses Bekenntnis.
Obwohl sich Melanchthon mit all seiner Kraft für eine Erhaltung
der Einheit einsetzt und immer wieder den Dialog sucht, werden
die Verhandlungen abgebrochen. Der Mißerfolg beschleunigt
die Spaltung der Kirche in das katholische und das evangelische
Bekenntnis (Konfession).
1546 Nach Luthers Tod wird Melanchthon zur führenden
Persönlichkeit der Wittenberger Reformation. Die Streitigkeiten
führen zum ersten konfessionellen Bürgerkrieg, dem Schmalkaldischen
Krieg.
1560 Melanchthon stirbt im Alter von 63 Jahren und wird
neben Luther in der Schloßkirche zu Wittenberg beigesetzt.
Korn, das in die Erde, in den Tod versinkt,
Keim, der aus dem Acker in den Morgen dringt.
Liebe lebt auf, die längst erstorben schien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
Über Gottes Liebe brach die Welt den Stab,
wälzte ihren Felsen vor der Liebe Grab.
Jesus ist tot. Wie sollte er noch fliehn?
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
Im Gestein verloren Gottes Samenkorn,
unser Herz gefangen in Gestrüpp und Dorn.
Hin ging die Nacht, der dritte Tag erschien:
Liebe wächst wie Weizen, und ihr Halm ist grün.
aus dem "neuen" Evangelischen Gesangbuch, Nr. 98; Text:
Jürgen Henkys (1976) 1978 nach dem englischen "Now the
green blade rises" von John Macleod Campbell Crum 1928; Musik:
"Noël nouvelet" Frankreich 15. Jh.