Evangelische Kirchengemeinde Gönningen

Hilfe für die Kinder von Ambohitsara (Madagaskar)
Hervorragende Link-Liste Madagaskar ...
Wir nehmen Ihre SoFi-Brille ...
... und bringen Sie nach Madagaskar - dort ist am 21. Juni 2001 (also in
Tagen)
die nächste Sonnenfinsternis - und wir haben über Eberhard Haule Kontakte dort hin - Brillen abgeben auf dem Ev. Pfarramt Gönningen oder in der Park-Apotheke Reutlingen! Vielen Dank!

Eine Brücke für Madagaskar...
Das ist doch was, was? In nur knapp drei Monaten haben unsere Gemeindeglieder und Geschäftsfreunde der Initiatoren, Ehepaar Haule, fast DM 7000.- zusammengebracht, um für Schulkinder eine Brücke auf Madagskar erstehen zu lassen.




In unserem Weihnachtsgemeindebrief 1998 hatten wir das Projekt vorgestellt:
Durch den Weltgebetstag der Frauen 1998 rückte der Instelstaat Madagaskar in den kirchlichen Blickpunkt. Im Oktober waren Eberhard und Renate Haule aus unserer Gönninger evangelischen Kirchengemeinde in dem Land an der Südost-Küste Afrikas. Betroffen haben sie dort erlebt, wie Kinder bei ihrem Schulbesuch einen besonders in der Regenzeit tückischen Fluß überqueren müssen – oder genauer gesagt: durch-queren müssen. Schnell stand für die beiden fest: Da muß eine Brücke hin! Damit die Gefahr vor Hochwasser, Krokodilen und nasse Kleider bald der Vergangenheit angehört, bitten wir Sie um die Unterstützung dieses Projektes! Es wird von einer deutschen Bauleitung auf Madagaskar durchgeführt werden; der Pfarrer des Dorfes dort hat die Schirmherrschaft übernommen. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, DM 6000 aufzubringen – vielleicht gelingt uns das miteinander bis Ostern?! Nähere Informationen erhalten Sie gern bei Ehepaar Haule, Tel. (07072) 4194. Auf einer Schautafel im Gemeindehaus werden wir Sie über den Fortgang des Projekts informieren.
Hurra, die Brücke steht! (Mitte 1999)
Eindrücke von Eberhard Haule; Bearbeitung AB
Madagaskar - da denken viele an das Lied: "Wir lagen vor Madagaskar und hatten die Pest an Bord". Madagaskar: da denkt man an Afrika, an Pfeffer und andere Gewürze. Man denkt auch an Armut und Hunger. Aber was geht uns hier gerade Madagaskar an?
Ehepaar Haule aus Gönningen hat es interessiert und so folgten sie einer Einladung auf eine der größten Inseln der Welt. Nach vielen Reisetagen mit dem Auto, der Eisenbahn und dem Boot landeten sie in dem Dorf Ambohitsara an der Ostküste der Insel. Besonders waren sie von der Freundlichkeit und der Fröhlichkeit der Menschen beeindruckt, haben sie doch nach unseren Wertvorstellungen wenig Grund zur Fröhlichkeit. Mehr als das, was sie am Leib tragen und ein Dach über dem Kopf besitzen sie eigentlich nicht. Hunger plagt die Menschen in diesem Dorf nicht; wenn das Wetter mitmacht, dann gibt es zweimal Reis im Jahr und viele Früchte. Wasser holt man am Fluß. Strom gibt es nicht, kein Telefon, keine Autos, keine Straße und keine Toilette. Aber eine Schule. Die Kinder können zur Schule gehen und sie gehen gerne, wie sie dem Reutlinger Apotheker und seiner Frau erzählt haben. Und sie wollen lernen, lernen fürs Leben. Das ist ihr Kapital für die Zukunft. Nur wer lernen kann und es auch tut, kommt aus der Lethargie, der Ohnmacht, die die Armut so oft mit sich bringt. Wer etwas gelernt hat, kann aus dem Kreislauf von Armut, Not, Hunger und oft auch Kriminalität ausbrechen. Hier muß Hilfe ansetzen, Hilfe zur Selbsthilfe vor Ort. Die Kinder von Ambohitsara können zur Schule. Allerdings nur, wenn das Wetter mitmacht. Sie müssen auf ihrem Weg zur Schule einen Fluß durchqueren. Das wäre weiter nicht schlimm, nur wenn es regnet - und wenn es dort regnet, dann regnet es richtig - und wenn es stürmt, dann muß die Schule ausfallen, da die Kinder den Fluß nicht mehr durchqueren können. Daß es dort gelegentlich Krokodile hat, sei auch noch erwähnt. Spontan kam den beiden Gönninger Touristen die Idee: hier müßte man eine Brücke bauen. "Womit sollen wir eine Brücke bauen?" wurden wir gefragt. Wir haben nichts: keinen Hammer, keinen Nagel und von Säge keine Rede. Und Holz ist sehr teuer.
Nach unserer Rückkehr nach Reutlingen wandten sich die beiden an ihren Gönninger Pfarrer Alexander Behrend und haben ihm von ihrem Plan mit der Brücke erzählt. Es war schön zu erleben, wie sich Menschen für etwas einsetzen, ohne großes Aufheben zu machen. Drei Monate war durch viele kleine und auch größere Spenden das nötige Geld für die Brücke zusammen. Ein gelernter Schreiner flog von Deutschland nach Madagaskar, voller Euphorie und in der Hoffnung, daß in zwei Wochen die Brücke stehen würde. Aber es gab viele Probleme zu lösen, der Transport von Holz, Zement und Steinen war sehr aufwendig. Die einzelnen Betonstützen für die Holzkonstruktion wurden an Ort und Stelle angefertigt. Als die Brücke im Rohbau fertig war, mußte unser Helfer wieder nach Deutschland zurück. So entschloß sich Eberhard Haule spontan, nach Madagaskar zu reisen und bei der Fertigstellung der Brücke zu helfen. Bepackt mit Schrauben, Eisenwinkeln und Metallbändern reist er ins Dorf. Dort angekommen, traute der Apotheker aus dem fernen Deutschland seinen Augen nicht: die Brücke stand da, fertig uns stabil. Leute aus dem Dorf hatten sie mit dem verbliebenen Material fertiggestellt. So blieb ihm nur noch, eine gebührende Einweihung für die Brücke zu organisieren. Nach Rücksprache mit dem Bürgermeister des Dorfes wurde die Feier auf den folgenden Sonntag gelegt.
Der Platz vor der Brücke wurde mit Bastmatten belegt. Hier sollten die Chefs der einzelnen Familienclans ihre Plätze einnehmen, dazu der Bürgermeister. Die übrigen fast 500 Gäste saßen auf der Erde oder im Sand und warteten geduldig, bis die Oberhäupter, ganz in rot gekleidet und sehr feierlich vom Dorf über die Düne zur Brücke herab kamen. An der Stirnseite der Brücke wurde ein Schild angebracht: "Gönninger Brückle, für die Kinder von Ambohitsara". Der Dorfälteste hatte dann die Ehre, ein orangefarbenes Band zu durchschneiden und so die Brücke offiziell einzuweihen. Gebeugten Schrittes ließ er es sich nicht nehmen, als erster über die Brücke zu gehen. Es folgte ein großes Fest, unvergeßlich für jung und alt. Als Haule mit dem Projekt begann. hatte er sich immer wieder überlegt, ob die Menschen diese Brücke überhaupt wollen, oder ob das nur in seiner Vorstellung als so unbedingt notwendig erschien. Wenn man jedoch sah, wie die Brücke angenommen wurde, was für ein Betrieb dort ist, dann erledigten sich die Bedenken schnell.
Und nun? Das Gönninger Brückle steht, aber es bleibt noch viel zu tun, vieles, was die Menschen von Ambohitsara aus eigener Kraft nicht schaffen. Es bedarf immer wieder der Hilfe, um die wirkliche Not zu lindern. Hunger plagt die Menschen in diesem Dorf nicht, aber es nicht das Brot allein, oder im Falle von Madagaskar der Reis allein, den man zum Leben braucht. So muß unbedingt die Wasserversorgung verbessert werden; damit könnte man vielen Krankheiten vorbeugen. Gegenwärtig grassiert wieder eine Choleraepidemie, mit einigen Hundert Toten in diesem Jahr, besonders in nördlichen Provinzen und in der Hauptstadt.
Die Menschen frieren, da die Nächte, vor allem jetzt im Winter dort sehr frisch sind und die Leute weder ein Bett noch eine Decke besitzen. Für eine ganze Anzahl Decken haben Haules bereits gesorgt und diese im Dorf nach einem Plan, vor allem an Waisenkinder verteilt. Aus der Gönninger Spendenaktion ist noch etwas Geld übrig. Es wäre ein Grundstock für einen Brunnen im Dorf. Vielleicht reicht es auch noch ein gemeinschaftliches Holzboot, um den eigentlichen Fluß zu überqueren. Er ist immerhin 50 Meter breit. Es bleibt dem Gönninger Initiator ein unvergeßlicher Eindruck, in hunderte von Augenpaaren zu blicken, voller Hoffnung und Freude. Die Dankbarkeit ist deutlich zu spüren, ohne Berechnung und Gebettel. Dabei sei es ihm sehr wichtig, die Menschen in die Entwicklung mit einzubeziehen, sie an dem, was ihnen gebracht wird, mitarbeiten zu lassen: Nicht einfach servieren, sondern Hilfe geben zur Selbsthilfe. Und wer das Projekt unterstützen will, der kann dies über das Konto der Evangelischen Kirchengemeinde Gönningen tun (Konto 91 569 bei der Kreissparkasse Reutlingen; Kennwort: Madagaskar). Für nur 7 DM gibt es bereits eine Decke und die Nächte sind etwas erträglicher in Ambohitsara.
Über die Lage auf Madagaskar berichtet Ihnen Eberhard Haule
(Mitte 2000)
Beim Gemeindefest 1999 konnte ich Ihnen voller Freude von der Einweihung der "Gönninger Brücke" in Ambohitsara auf Madagaskar berichten. Beim diesjährigen Fest mußte ich Ihnen leider erzählen, daß die Brücke dem ungeheuren Hochwasser zum Opfer viel. Nun liegt sie, samt zentnerschweren Betonsockeln, auf beiden Uferseiten. Um so erfreulicher ist es, daß wir mit Spendengeldern vier Brunnen im Dorf bauen konnten. So haben die Bewohner, auch in der Trockenzeit, stets Wasser von guter Qualität. Dies ist um so wichtiger, da seit Monaten auf Madagaskar vermehrt Cholera vorkommt. Viele Kinder starben schon immer an chronischen Durchfällen. Auch konnten wir wieder viele warme Decken an die Familien im Dorf verteilen. Unser nächstes Projekt ist der Wiederaufbau der Grundschule, der Zyklon hat das ganze Dach mitgenommen. Außerdem benötigen wir eine ganze Anzahl von Lehrbüchern, die die Eltern nicht selbst kaufen können. Auch diese Aufgabe werden wir wieder gemeinsam meistern. Hilfe tut Not und sie tut gut! Einen kleinen Dankesbrief an unsere Gemeinde habe ich mitgebracht: "Merci den Leuten in Gönningen!" Der Dank kommt wirklich von Herzen!
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